Die Turnbewegung in den Vereinigten Staaten

Der Ursprung der Turnbewegung

1811 rief Friedrich Ludwig Jahn ("Turnvater Jahn") den Berliner Turnverein ins Leben und in der Folgezeit wurden weitere Turnvereine in rund 150 Städten des zersplitterten Deutschlands gegründet, die 1818 bereits mehr als 12.000 Mitglieder zählten. Zweck der Turnbewegung war allerdings nur scheinbar der Sport. Vielmehr ging es um den Kampf für die deutsche Einheit und eine diesbezügliche paramilitärische Ausbildung der Turner.

Deutsche Flüchtlinge riefen die Turnbewegung in den Vereinigten Staaten ins Leben

Briefmarke American TurnersNach der niedergeschlagenen Revolution von 1848 kamen viele Turner als politische Flüchtlingen nach Amerika und gründeten hier ebenfalls zahlreiche Turnvereine. Die deutsche Turnbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte die Wahl Abraham Lincolns und stellten u.a. den Ordnungsdienst bei seiner Amtseinführung und bei seiner Beerdigung. Viele Turner, die in den USA auch "Turners" genannt wurden (so wie auf der abgebildeten Briefmarke), kämpften als Freiwillige im amerikanischen Bürgerkrieg.

1948 gab die amerikanische Post eine Sonderbriefmarke zum hundertjährigen Bestehen der Turnbewegung in den Vereinigten Staaten heraus.

Die Spuren der deutschen Turnvereine in Amerika

Der California Turnverein in Sacramento, der 1854 gegründet wurde, ist der älteste noch bestehende Turnverein in den USA.

Viele Turnhallen stehen nicht mehr, aber mitunter kann man anhand der Inschriften an Gebäuden noch einige von ihnen entdecken.

Die Turnhalle in Milwaukee (Wisconsin) ist noch sehr gut erhalten und dient heute als Veranstaltungsort für Konzerte:

Turnverein Milwaukee

So sah es 1910 im Turnsaal in Milwaukee aus:
 

Die Halle des "Turn-Verein Lincoln" in Chicago beherbergt heutzutage einen Fitnessclub, über dessen Eingang man aber noch diese Inschrift sehen kann:

Turnverein Lincoln Chicago

Von der Turnhalle Vorwaerts in Chicago steht nur noch das Empfangsgebäude. Über dem Torbogen kann man bei genauem Hingucken die Inschrift "TURNHALLE" entdecken:

Turnhalle Vorwaerts Chicago

Weitere Fotos von der Turnhalle Vorwaerts gibt es hier: Spurensuche: Deutsche Einwanderer in Chicago - Teil 2

Und falls ihr in die Welt der Deutschen in Chicago eintauchen wollt, empfehle ich euch meinen Auswanderer-Krimi "Mit Müh und Not", der 1886 in Chicago spielt.

"Wie auch mit den ersten beiden Bänden schaffte Kai Blum es erneut, mich zu begeistern. Authentisch schildert er die historischen Ereignisse und hat die fiktiven Charaktere mit ihren Erlebnissen gekonnt eingebaut." (Die-Rezensentin.de)

"Man spürt regelrecht die gespannte Atmosphäre in der Stadt." (Histo-Couch.de)

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Josef Dietzgen in Chicago

Ich komme hier in meiner Nachbarschaft in Chicago oft an diesem alten Fabrikgebäude vorbei:

Josef DietzgenDer Name Dietzgen fiel mir gleich auf. Und tatsächlich: Eugene Dietzgen (1862–1929) war der Sohn des Philosophen Josef Dietzgen (1828–1888).

Josef Dietzgen verfasste zunächst unabhängig Schriften über einen Dialektischen Materialismus, z.B. das Buch "Das Wesen der Menschlichen Kopfarbeit", wurde dann aber ein glühender Verfechter der Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels, die ihn ihrerseits ebenfalls sehr schätzten. Marx nannte ihn 1872 auf dem Den Haager Kongress der Internationalen Arbeiterassoziation „unser Philosoph“.

Josef Dietzgen in Amerika

Dietzgen emigrierte aufgrund politischer Verfolgung in die USA, und zwar von 1849 bis 1851 und 1859 bis 1861, kehrte zwischenzeitlich nach Deutschland zurück und lebte schließlich endgültig von 1884 bis zu seinem Tod im Jahr 1888 in Amerika. Von 1884 bis 1886 war er Chefredakteur der Zeitung Der Sozialist in New York und zog dann auf Drängen seines Sohnes Eugen Dietzgen nach Chicago. Dieser schrieb seinen Namen amerikanisch als Eugene und betrieb eine Fabrik für Büromöbel und später technische Zeicheninstrumente. Beeinflusst von den sozialistischen Überzeugungen seines Vaters sorgte Dietzgen dafür, dass in seinem Unternehmen menschenwürdige Arbeitsbedingungen herrschten.

Josef Dietzgen und die Chicagoer Arbeiter-Zeitung

Chicagoer Arbeiter-ZeitungJosef Dietzgen schrieb in Chicago zunächst an eigenen Werken und übernahm dann die Redaktion der auf Deutsch erscheinenden anarchistischen Chicagoer Arbeiter-Zeitung, unmittelbar nachdem deren Chefredakteur August Spies wegen des Bombenanschlags am Haymarket zunächst verhaftet und dann unschuldig hingerichtet wurde. (In den ersten Tagen nach dem Bombenanschlag waren zudem fast alle Mitarbeiter der Zeitung verhaftet worden, was die Existenz des Blattes ernsthaft bedrohte.) Die Anarchisten in Chicago, dass sei hier erwähnt, waren eine besondere anarchistische Bewegung, die mehrheitlich nicht auf individuelle Gewalttaten, sondern auf eine revolutionäre Erhebung der arbeitenden Massen setzte, die eine Gesellschaft ohne Machtstrukturen zum Ziel hatte. In Chicago standen Tausende Anarchisten, die meisten von ihnen Deutsche, an der Spitze der Achtstunden-Bewegung, die Anfang Mai 1886 ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hatte und vom Kapital als ernsthafte Bedrohung angesehen wurde.

Dietzgen selbst war kein Anarchist, aber er half der Arbeiter-Zeitung mutig in einer Zeit, in der in Chicago eine regelrechte Hexenjagd auf Anarchisten und Sozialisten stattfand. (Darum geht es in meinem Auswanderer-Krimi "Mit Müh und Not"). Er war der festen Überzeugung, dass die Arbeiter besonders in dieser Zeit eine eigene Zeitung benötigten. Auch sein Haus wurde von der Polizei durchsucht, aber er ließ sich nicht einschüchtern.

Bemerkenswert ist, dass Dietzgen der Arbeiter-Zeitung (und den Wochenendausgaben Der Vorbote und Die Fackel) seine Arbeitskraft ohne zu zögern und unentgeltlich anbot, obwohl diese oft abfällig über ihn geschrieben hatte, so wie das in innerhalb der verschiedenen sozialistischen Strömungen nicht unüblich war. Aber Dietzgen betonte, dass die Gemeinsamkeiten von Anarchisten und Sozialisten wichtiger als die Unterschiede waren. (Diese Haltung macht ihn zu einer besonderen Persönlichkeit in der Geschichte der Arbeiterbewegung, in der jeder die wahre Lehre für sich in Anspruch zu nehmen scheint.) Als Folge wurde er von vielen Sozialisten angefeindet, aber er bereute seinen Schritt nicht.

Josef Dietzgens GrabJosef Dietzgen war noch nicht einmal 60 Jahre alt, als er am 15. April 1888 nach einem Sonntagsspaziergang und dem Mittagessen im Haus seines Sohnes im Chicagoer Stadtteil Lincoln Park an einem Herzinfarkt starb, inmitten eines politischen Streitgespräches mit einem Bekannten des Sohnes.

Seine Familie beerdigte ihn Seite an Seite mit den hingerichteten Anarchisten auf dem Waldheim Friedhof (heute Forest Home Cemetery), nahe Chicago.

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Falls ich euer Interesse an den Ereignissen in Chicago geweckt habe: Mit Müh und Not

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Die zwei Leben des Felix Paul Greve


Felix Paul Greve/Frederick Philip Grove, ca. 1921
1909 begeht der deutsche Schriftsteller Felix Paul Greve Selbstmord. 1922 betritt ein Mann namens Frederick Philip Grove die kanadische Literaturszene und ist über seinen Tod im Jahr 1948 hinaus einer der wichtigsten Romanautoren des Landes. Dass es sich bei Greve und Grove um dieselbe Person handelt, wird erst 1973 von einem Literaturwissenschaftler entdeckt.

Felix Paul Greve wird 1879 in Westpreußen geboren. Nachdem der Vater kurz als Gutsverwalter in Pommern gearbeitet hatte, zieht die Familie 1881 nach Hamburg. 1892 trennen sich die Eltern und Greves ältere Schwester wandert wenig später in die USA aus. Greve studiert in München, wo er als Autor und Übersetzer Kontakt mit dem Kreis um Stefan George hat.

Else Endell/Elsa von Freytag-Loringhoven
1902 geht Felix Paul Greve nach Berlin und hat dort ein Verhältnis mit Else Endell, der Frau des Architekten August Endell, mit der er nach Palermo durchbrennt. 1903 kehrt Greve nach Deutschland zurück und wird in Bonn verhaftet. Ein ehemaliger Studienfreund hatte ihn wegen Zahlungsunfähigkeit angezeigt, weil er ein Privatdarlehen nicht zurückzahlen konnte. Greve verbringt ein Jahr im Gefängnis. Während dieser Zeit schreibt und übersetzt er viel und nimmt Kontakt mit André Gide und H. G. Wells auf.
SS Megantic
Nach der Entlassung lebt er mit Else Endell in der Schweiz, in Frankreich und in Berlin, wo die beiden 1907 heiraten. Er übersetzt weiterhin aus dem Englischen und Französischen, schreibt zwei Romane und ein Theaterstück. Greve hat ständig mit Schulden zu kämpfen, verkauft seine Übersetzung von Jonathan Swifts Prosaschriften gleichzeitig an zwei Verlage, täuscht 1909 seinen Selbstmord vor und verlässt Europa an Bord der SS Megantic.

Felix Paul Greve reist nach Montreal, Toronto und New York und nimmt unter dem Namen Frederick Philip Grove eine neue Identität an. Else folgt im Jahr darauf in die USA und die beiden leben bis zu ihrer Trennung im Jahr 1911 auf einer Farm in Kentucky. Else geht nach New York und wird einige Jahre später unter dem Namen Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven als dadaistische Künstlerin bekannt.

Grove zieht dagegen 1912 in die kanadische Provinz Manitoba und arbeitet als Lehrer auf dem Land. 1914 heiratet er seine Kollegin Catherine Wiens und 1921 wird er kanadischer Staatsbürger. Ab 1922 erscheinen seine in englischer Sprache geschriebenen Werke, die ihn spätestens ab 1928 landesweit bekannt machen. In semi-autographischen Werken verbreitet Grove die Legende, dass er einer britisch-schwedischen Familie entstammt.

Erst 1973 deckt ein kanadischer Literaturwissenschaftler auf, dass es sich bei Frederick Philip Grove um Felix Paul Greve handelt. Heute gelten seine realistischen Prärieromane als Klassiker der kanadischen Literatur und sind auch ein Vorbild für meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät".

Auswanderer-RomanePressestimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld" ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (DAS MAGAZIN)

Spurensuche: Deutsche Einwanderer in Chicago

Um 1890 bestand ein Drittel der damals eine Million Einwohner zählenden Stadt Chicago aus deutschen Einwanderern. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, insbesondere etwas abseits vom Zentrum, wird hin und wieder Spuren entdecken, die von den Deutschen in Chicago hinterlassen wurden.

Ich wohne seit zwei Jahren in Chicago und habe in dieser Zeit den Auswanderer-Roman Mit Müh und Not geschrieben, der 1886 in dieser Stadt spielt. Deshalb achte ich bei meinen Streifzügen besonders auf Spuren deutscher Auswanderer im 19. Jahrhundert. Hier ist eine Auswahl:

Die Kirche St. Michael wurde 1869 von deutschen Katholiken gebaut. Als einziges Gebäude im Stadtteil Old Town überstand sie den großen Stadtbrand des Jahres 1871 und bis 1885 war sie das höchste Bauwerk in Chicago:

St. Michael Katholische Kirche Chicago

Diese evangelische Kirche an der Ecke von Dickens Avenue und Fremont Street wurde 1916 von deutschen Einwanderern gebaut:

Evangelische Kirche Chicago

Deutsche Kirche Chicago

Der Turnverein Lincoln wurde 1885 gegründet und bestand bis 1994:

Turnverein Lincoln Chicago

Deutscher Turnverein Chicago

Der Germania Club, ein Verein deutscher Einwanderer, hat dieses Gebäude 1889 in Chicago gebaut:

Germania Club Chicago

Dieses ungewöhnliche Goethe-Denkmal wurde 1913 von deutschen Einwanderern in Chicago errichtet:

Goethe Denkmal Chicago

Dieses ebenfalls von Deutschen finanzierte Schiller-Denkmal stammt aus dem Jahr 1886:

Schiller Denkmal Chicago

Eugene Dietzgen (1862–1929) war der Sohn des Philosophen Joseph Dietzgen (1828–1888), ein Freund von Karl Marx und Friedrich Engels. Joseph Dietzgen übernahm während seiner letzten zwei Lebensjahre die Redaktion der Chicagoer Arbeiter-Zeitung, nachdem deren Chefredakteur August Spies hingerichtet wurde. (Darum geht es in meinem Roman Mit Müh und Not.) Sein Sohn Eugene kam ebenfalls nach Chicago und betrieb eine Fabrik für Büromöbel:

Dietzgen Chicago

Diese 1875 von deutschen Einwanderern gegründete Drogerie in Chicago hat bis heute überlebt:

Turnverein Lincoln Chicago

Weiterlesen: Spurensuche: Deutsche Einwanderer in Chicago - Teil 2

Falls ihr in die Welt der Deutschen in Chicago eintauchen wollt, empfehle ich euch meinen Auswanderer-Krimi "Mit Müh und Not", der 1886 in Chicago spielt.

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Spurensuche: Deutsche Einwanderer in Chicago - Teil 2

Um 1890 bestand ein Drittel der damals eine Million Einwohner zählenden Stadt Chicago aus deutschen Einwanderern. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, insbesondere etwas abseits vom Zentrum, wird hin und wieder Spuren entdecken, die von den Deutschen in Chicago hinterlassen wurden. Nach Teil 1 hier nun weitere Fotos, die ich in den letzten Monaten gemacht habe.

Von der Halle des Turnvereins Vorwaerts in Chicago steht heute nur noch das Eingangsgebäude. Diese Stätte hat eine gewisse Bedeutung in der Geschichte der Arbeiterbewegung der Stadt.

Am 26. Juli 1877 hatten sich hier mehrere Hundert deutsche Möbeltischler und ihre Arbeitergeber versammelt, um über den Achtstundentag zu diskutieren. Die Stadt war an diesem Tag in Aufruhr, da auch sie vom landesweiten Streik und Aufstand der Eisenbahner erfasst wurde. Als einige Männer, die vor der Tür standen und Zigarren rauchten, Polizisten beschimpfen, die Leute die Straße hinauf vor sich hertrieben, stürmte die Polizei den Saal und knüppelte auf die Versammelten ein. Diese verteidigten sich mit Stühlen. Die Polizisten begannen zu schießen und der 28jährige Charles Tessman wurde tödlich im Kopf getroffen.

Die Brutalität der Polizei führte dazu, dass viele Arbeiter in der Folgezeit radikaler wurden, was schließlich in den Ereignissen des Jahres 1886, von denen im dritten Auswanderer-Krimi die Rede ist, kulminierte.

Auf dem Torbogen (unter dem Wort "Vorwaerts") steht übrigens das Wort "Turnhalle" - auf den ersten Blick ist das allerdings nur schwer zu erkennen.

An versteckter Stelle im Lincoln Park befindet sich ein Denkmal für John Peter Altgeld. Altgeld wurde 1847 in Deutschland geboren und kam drei Monate später mit seinen Eltern nach Amerika. 1893 wurde er Gouverneur von Illinois. Wohlwissend, dass ihn das die Wiederwahl kosten würde, bezeichnete der Jurist Altgeld nach eingehender Prüfung den Prozess gegen die acht Chicagoer Anarchisten als unrechtmäßig. Die Skulptur im Lincoln Park wurde übrigens von Gutzon Borglum geschaffen, der auch die Präsidentenköpfe am Mount Rushmore in den Fels gehauen hat.

Eine ehemalige deutsche Metzgerei befindet sich ebenfalls im Stadtteil Lincoln Park:

Und der Schriftzug auf diesem Gebäude deutet auf eine Herkunft der Erbauer aus Pommern hin:

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Falls ihr so richtig in die damalige Welt der Deutschen in Chicago eintauchen wollt, empfehle ich euch meinen Auswanderer-Krimi "Mit Müh und Not", der 1886 in Chicago spielt.

Der Kampf für den Achtstundentag hat seinen Höhepunkt erreicht und deutsche Arbeiter stehen an seiner Spitze.

Auf einer Kundgebung explodiert eine Bombe und tötet mehrere Polizisten. Die Staatsgewalt hat jetzt einen Grund, die Arbeiterbewegung mit aller Macht zu zerschlagen. Die Brüder Jack und Bob Hunhoff, zwei ehemalige Polizisten aus Chicago, die jetzt im Dakota-Gebiet leben, kehren an ihre alte Wirkungsstätte zurück, um durch eigene Ermittlungen die Freilassung ihres Freundes Andreas Brenner zu erreichen, der nach dem Anschlag verhaftet wurde.

Obwohl es sich hier um den dritten Band einer Serie handelt, ist es für das Verständnis dieses Buches nicht notwendig, die ersten beiden Bände gelesen zu haben.

"Wie auch mit den ersten beiden Bänden schaffte Kai Blum es erneut, mich zu begeistern. Authentisch schildert er die historischen Ereignisse und hat die fiktiven Charaktere mit ihren Erlebnissen gekonnt eingebaut." (Die-Rezensentin.de)

"Man spürt regelrecht die gespannte Atmosphäre in der Stadt." (Histo-Couch.de)

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Was ist der Plural von Software auf Englisch?

Der Plural von "software" auf Englisch ist "software", selbst wenn über mehrere Computer-Programme gesprochen wird. Es wird also kein "s" angehängt, wie man vermuten könnte, insbesondere da der Plural von "ware" (deutsch: Ware) "wares" (Waren) ist. Da auch Muttersprachler oft nicht genau wissen, was der Plural von "software" ist, umgehen sie dieses Problem durch Begriffe, die das vertraute Plural-"s" enthalten, zum Beispiel "software applications".

Im Deutschen ist der Plural von "Software" dagegen "Softwares", was viele deutsche Muttersprachler fälschlich annehmen lässt, dass es im Englischen auch so ist.

Aber ihr wisst ja jetzt: Der englische Plural von "software" ist "software".

Viele weitere interessante Dinge in Sachen Englisch gibt es in diesem Buch:

Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch

»Der Feinschliff für US-Englisch-Kenntnisse" usa-reisetraum.de

»Hält nützliche Übungen und spannendes Hintergrundwissen parat.« (Prof. Dr. Engelbert Thaler, Praxis Fremdsprachenunterricht)

»Der ›Bessersprecher Englisch (US)‹ gibt Ihnen 150 Redewendungen an die Hand, mit denen Sie bei Ihren amerikanischen Gesprächspartnern punkten und dem Gesagten mehr Ausdrucksstärke verleihen können.« (NewYork.de)

»Eine sehr, sehr schöne Art, sich sprachlich zu bereichern.« ( Literaturwelt. Das Blog.)

Gebraucht und als E-Book bei Amazon.de erhältlich

Was ist eine County Fair bzw. State Fair?

Kurz gesagt: Eine im Landkreis (county) bzw. im Bundesstaat (state) durchgeführte Veranstaltung, die eine Mischung aus Volksfest und Landwirtschaftsausstellung ist. Ein Besuch lohnt sich und besonders Kinder haben hier viel Spaß.

Ein fester Bestandteil von County Fairs ist die Bewertung von landschaftlichen Nutztieren, die von Kindern und Jugendlichen gehalten wurden. In den USA gibt es 90.000 4-H Clubs in denen 6,5 Millionen Kinder und Jugendliche Kenntnisse in Sachen Landwirtschaft erwerben. 4-H steht für head, heart, hands, health.

Auch kann man oft alte Traktoren in Augenschein nehmen. Zum Unterhaltungsprogramm gehören oft Tractor Pulling (Video), Demolition Derbies und/oder Rodeos sowie Live-Shows von Bands.

P.S. Die Helden meines Buches Fettnäpfchenführer USA besuchen in einem der letzten Kapitel die County Fair in Chelsea (Michigan), auf der ich das obige Foto gemacht habe.

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Also, falls ihr viele weitere interessante Dinge über die USA erfahren wollt:

Fettnäpfchenführer USA: Ein unterhaltsamer Reiseknigge

Mal ehrlich: Wie gut kennen Sie die USA denn nun wirklich? Klar, Sie haben schon zahllose amerikanische Filme gesehen, aber wissen Sie, welche Besonderheiten es beim Arztbesuch in den USA gibt, was Sie im Straßenverkehr beachten müssen, um nicht verhaftet zu werden, und welche Dinge Sie sagen und vor allem nicht sagen sollten?

Egal, ob Sie den Urlaub oder eine längere Zeit jenseits des Atlantiks verbringen wollen, die Zahl der Fettnäpfchen, in die Sie unwissend tappen können, ist groß. Wenn Sie sich darauf nicht gut vorbereiten, wird es Ihnen wie Torsten F. und Susanne M. ergehen, die sich bei ihrem ersten Aufenthalt in den USA fortlaufend blamieren, und das sogar beim Eiskauf.

"Das Buch ist rundum gelungen. Unterhaltsam und informativ." Zeitzonen.de

"Selbst als erfahrener USA-Reisender werden Sie an dem Buch Gefallen finden." USA-reise.de

Diesen "USA-Knigge" gibt es ab 4. Oktober wieder in eurem Lieblingsbuchladen und bei Amazon.de, Thalia.de und Hugendubel.de

Der König von Beaver Island

1844 wurde der Gründer der Mormonenkirche, Joseph Smith, zusammen mit seinem Bruder Hyrum ermordet und die Mehrheit der Mormonen akzeptierte Brigham Young als neues Kirchenoberhaupt. Dieser führte sie 1846/47 von Illinois nach Utah, wo sich noch heute das Zentrum der Mormonen befindet.

Eine kleine Gruppe scharte sich jedoch um den charismatischen Anwalt James Jesse Strang und zog mit ihm nach Wisconsin. Da es dort nicht genug Land gab und das Zusammenleben mit den nichtmormonischen Nachbarn problematisch war, beschloss Strang 1848 einen Umzug auf die im nördlichen Michigansee gelegene Insel Beaver Island, die zwölf Meilen lang und sechs Meilen breit ist. Dort krönte sich Strang 1850 zum König.

King James herrschte mit eiserner Faust über die Insel. Im Gegensatz zu Smith und Brigham war Strang anfangs kein Polygamist, hatte dann aber doch fünf Frauen und insgesamt zwölf Kinder. 1852 ließ er sich von seinen Anhängern ins Parlament von Michigan wählen.

Machtgierig wie King James war, hatte er natürlich auch Feinde, in erster Linie unter den früheren Bewohnern der Insel, hauptsächlich Fischer irischer Herkunft, aber auch unter seinen eigenen Leuten. Am 16. Juni 1856 wurde Strang daher ermordet. Seine Mörder kamen ungestraft davon und die nun führerlosen Mormonen wurden von den Fischern gewaltsam von Beaver Island vertrieben.

Wer Beaver Island heute besucht, kann dort noch die von Strang gegründete Ortschaft St. James und die Druckerei der Mormonen (Old Mormon Print Shop) finden. Um nach Beaver Island zu kommen, fährt man gut zwei Stunden von Charlevoix (im Nordwesten Michigans) mit einer Fähre der Beaver Island Boat Company.

Zum Weiterlesen: Schönes Reiseziel: Die Großen Seen

Maisanbau in den USA

Wer durchs ländliche Amerika fährt, insbesondere im Mittleren Westen, kann sie nicht übersehen: Maisfelder sind überall. Mais wird angebaut, um Tiere zu füttern, Treibstoff zu erzeugen und Lebensmittel herzustellen.

Die U.S.-Anbaufläche für Mais (engl. corn) beträgt rund 400.000 Quadratkilometer und ist damit in etwa so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen genommen. Sojabohnen liegen knapp dahinter, die Anbaufläche von Weizen ist jedoch nur halb so groß wie für Mais. Für den Maisanabau allein werden jedes Jahr rund 23.000 Kubikkilometer Wasser verwendet, das ist in etwa die Wassermenge in den Großen Seen. Dazu kommen beinahe 6 Millionen Tonnen Düngemittel, die dann zum Teil ins Grundwasser, in die Flüsse und Seen und letztendlich auch Ozeane gelangen.

65% der Maisernte gehen in die Tiermast, 13 Prozent werden zur Erzeugung des Treibstoffes Ethanol verwendet und nur rund 12 Prozent werden von Menschen verspeist, wobei ein Großteil in die Herstellung von Maissirup (high fructose corn syrup) geht, der in den USA zum Süßen verwendet wird, vor allem in Brause- und Colagetränken. Maissirup fördert jedoch die Fettsynthese wesentlich stärker als herkömmlicher Zucker, der aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen und in Europa zum Süßen verwendet wird. Hier dürfte, neben der allgemeinen Bewegungsarmut, eine der Hauptursachen liegen, warum die meisten Einwohner der USA übergewichtig sind.

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Viele weitere interessante Dinge über die USA erfahrt ihr in diesem Buch:

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»Wie ein Besuch in den USA – die Kombination von Fotos und Text macht das Buch abwechslungsreich und spannend. « (People-abroad.de)

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»Für Einsteiger wie Kenner gleichermaßen informativ und unterhaltsam.« (360° USA)

»Schmunzeln, nicken und nachdenken wechseln sich wunderbar geschmeidig ab.« (the little queer review)

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Wachsame Nachbarn: Neighborhood Watch

In den USA organisieren die Einwohner einer Straße oft eine Neighborhood Watch um Einbrüche zu verhindern. Die National Sheriffs’ Association unterstützt diese Nachbarschaftswachen und sieht in ihnen eine wirksame Methode zur Verhinderung von Straftaten, insbesondere Eigentumsdelikten.

Das Vorhandensein einer solchen Initiative ist leicht an den nahe von Straßenkreuzungen angebrachten Schildern mit der Aufschrift Neighborhood Watch zu erkennen. Sie warnen potentielle Straftäter, dass die Einwohner der Straße besonders wachsam sind und auf verdächtige Personen achten.

Die örtliche Polizei führt regelmäßig Veranstaltungen mit den Mitgliedern durch, auf denen sie über Kriminalitätsformen und deren Vorbeugung informiert. Die Bürger werden jedoch grundsätzlich dazu angehalten, auf keinen Fall selbst einzuschreiten, sondern die Polizei zu rufen.

Nicht immer halten sich die Leute jedoch daran und die Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den ihrer Meinung nach verdächtigen Personen gehen mitunter böse aus. In die Schlagzeilen geraten diese Konflikte, wenn die Hautfarbe der verdächtigten Personen eine Rolle spielt, genauer gesagt wenn Schwarze in einer hauptsächlich von Weißen bewohnten Nachbarschaft von den Einwohnern konfrontiert werden.

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Rail Trails - Erholung auf alten Eisenbahnstrecken

Was macht man mit stillgelegten Eisenbahnstrecken? Einfach so vor sich hinrotten lassen? Das landesweite Rails-to-Trails-Programm bietet eine schöne Lösung.

Alte Eisenbahnstrecken werden durch das Entfernen der Schienen und das Aufbringen einer Asphaltschicht in Wege umgewandelt, auf denen man Rad fahren, skaten und wandern kann. Die auf den alten Eisenbahnstrecken entstandenen Rad- und Wanderwege verlaufen quer durch das Land: durch Felder, Wälder, Städte und über alte Eisenbahnbrücken.

Rail Trails liegen zumeist abseits der Straßen mitten in der Natur. Das erhöht die Lebensqualität der Menschen vor Ort und fördert den Tourismus. Besonders in Städten ermöglichen sie vielen Leuten, mit dem Rad zur Arbeit oder zu einer Haltestelle des Nahverkehrs zu fahren. Die Schaffung von Jobs in kleinen Geschäften und Restaurants entlang der Strecken ist ein positiver Nebeneffekt.

Seit 1986 wurden 1.904 Rad- und Wanderwege mit einer Länge von mehr als 22.000 Meilen geschaffen. Mehr als 700 weitere Projekte befinden sich in der Planung. Der längste Rail Trail ist der John Wayne Pioneer Trail im Bundesstaat Washington mit einer Länge von 253 Meilen.

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Erlebt in 151 Texten und Fotos eine Gesellschaft, die vielfältiger ist, als ihr es vielleicht vermutet habt. Ein Buch für alle, die einfach mehr über die USA erfahren wollen.

Leseprobe (PDF)

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Kabelbahnen in Chicago

Wenn man das Wort Kabelbahn hört, denkt man sofort an San Francisco, den einzigen Ort, wo heute noch Kabelstraßenbahnen verkehren, die durch ein Umlaufseil angetrieben werden.

Kaum bekannt ist, dass es Ende des 19. Jahrhunderts in 29 amerikanischen Städten Kabelbahnen gab, von denen Chicago mit 66 km das zweitlängste Streckennetz hatte. (San Francisco hatte damals rund 8o km, heute sind es nur noch 8 km.) Kabelbahnen wurden also nicht nur in bergigem Gelände, wie in San Francisco, eingesetzt, sondern auch in flachen Städten wie Chicago.

 
 
Kabelbahnen lösten Pferdebahnen ab und wurden dann wiederum von elektrischen Straßenbahnen ersetzt. Ende des 19. Jahrhunderts existierten in vielen amerikanischen Großstädten alle drei Technologien nebeneinander. Insgesamt war das Leben der Kabelbahnen allerdings recht kurz, in Chicago z.B. fuhren sie von 1882 bis 1906.

 
Angetrieben wurden die meilenlangen Seile, die zwischen den Schienen unter der Erde verliefen, durch zentrale Dampfmaschinen. Die Seile liefen während der Betriebszeit ohne Unterbrechung und die Straßenbahntriebwagen konnten sich mit einer Greifvorrichtung mit dem Seil verbinden und so ziehen lassen. An Haltestellen und an Kreuzungen wurde diese Verbindung unterbrochen und die Wagen konnten gebremst werden.

Die Greifvorrichtung, die von dem Fahrer bedient wurde, war durch ein schmales Gestänge, das durch einen Spalt zwischen den Schienen passte, mit dem Wagen verbunden. Dieser Spalt musste sehr schmal sein, damit sich die zahlreichen Pferde im Straßenverkehr nicht die Beine brachen.

Anders als San Francisco war Chicago flach und lag in einem nördlichen Klima, mit Eis und Schnee im Winter. Nachdem Kabelbahnen auch hier erfolgreich eingeführt wurden, folgten zahlreiche andere Städte mit ähnlichen Bedingungen, z.B. St. Louis und New York. So fuhr von 1883 bis 1908 eine Kabelbahn über die Brooklyn Bridge.

Heute gibt es in Chicago kaum noch Spuren der Kabelbahnen. Dieses Gebäude in der LaSalle Street beherbergte ursprünglich eine der gewaltigen Dampfmaschinen, mit denen die Kabel angetrieben wurden:

In meinem Auswanderer-Krimi "Mit Müh und Not", der 1886 in Chicago handelt, kommen natürlich auch Kabelbahnen vor.

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