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Was ist eine County Fair bzw. State Fair?

Kurz gesagt: Eine im Landkreis (county) bzw. im Bundesstaat (state) durchgeführte Veranstaltung, die eine Mischung aus Volksfest und Landwirtschaftsausstellung ist. Ein Besuch lohnt sich und besonders Kinder haben hier viel Spaß.

Ein fester Bestandteil von County Fairs ist die Bewertung von landschaftlichen Nutztieren, die von Kindern und Jugendlichen gehalten wurden. In den USA gibt es 90.000 4-H Clubs in denen 6,5 Millionen Kinder und Jugendliche Kenntnisse in Sachen Landwirtschaft erwerben. 4-H steht für head, heart, hands, health.

Auch kann man oft alte Traktoren in Augenschein nehmen. Zum Unterhaltungsprogramm gehören oft Tractor Pulling (Video), Demolition Derbies und/oder Rodeos sowie Live-Shows von Bands.

P.S. Die Helden meines Buches Fettnäpfchenführer USA besuchen in einem der letzten Kapitel die County Fair in Chelsea (Michigan), auf der ich das obige Foto gemacht habe.

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Also, falls ihr viele weitere interessante Dinge über die USA erfahren wollt:

Fettnäpfchenführer USA: Ein unterhaltsamer Reiseknigge

Mal ehrlich: Wie gut kennen Sie die USA denn nun wirklich? Klar, Sie haben schon zahllose amerikanische Filme gesehen, aber wissen Sie, welche Besonderheiten es beim Arztbesuch in den USA gibt, was Sie im Straßenverkehr beachten müssen, um nicht verhaftet zu werden, und welche Dinge Sie sagen und vor allem nicht sagen sollten?

Egal, ob Sie den Urlaub oder eine längere Zeit jenseits des Atlantiks verbringen wollen, die Zahl der Fettnäpfchen, in die Sie unwissend tappen können, ist groß. Wenn Sie sich darauf nicht gut vorbereiten, wird es Ihnen wie Torsten F. und Susanne M. ergehen, die sich bei ihrem ersten Aufenthalt in den USA fortlaufend blamieren, und das sogar beim Eiskauf.

"Das Buch ist rundum gelungen. Unterhaltsam und informativ." Zeitzonen.de

"Selbst als erfahrener USA-Reisender werden Sie an dem Buch Gefallen finden." USA-reise.de

Diesen "USA-Knigge" gibt es ab 4. Oktober wieder in eurem Lieblingsbuchladen und bei Amazon.de, Thalia.de und Hugendubel.de

Maisanbau in den USA

Wer durchs ländliche Amerika fährt, insbesondere im Mittleren Westen, kann sie nicht übersehen: Maisfelder sind überall. Mais wird angebaut, um Tiere zu füttern, Treibstoff zu erzeugen und Lebensmittel herzustellen.

Die U.S.-Anbaufläche für Mais (engl. corn) beträgt rund 400.000 Quadratkilometer und ist damit in etwa so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen genommen. Sojabohnen liegen knapp dahinter, die Anbaufläche von Weizen ist jedoch nur halb so groß wie für Mais. Für den Maisanabau allein werden jedes Jahr rund 23.000 Kubikkilometer Wasser verwendet, das ist in etwa die Wassermenge in den Großen Seen. Dazu kommen beinahe 6 Millionen Tonnen Düngemittel, die dann zum Teil ins Grundwasser, in die Flüsse und Seen und letztendlich auch Ozeane gelangen.

65% der Maisernte gehen in die Tiermast, 13 Prozent werden zur Erzeugung des Treibstoffes Ethanol verwendet und nur rund 12 Prozent werden von Menschen verspeist, wobei ein Großteil in die Herstellung von Maissirup (high fructose corn syrup) geht, der in den USA zum Süßen verwendet wird, vor allem in Brause- und Colagetränken. Maissirup fördert jedoch die Fettsynthese wesentlich stärker als herkömmlicher Zucker, der aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen und in Europa zum Süßen verwendet wird. Hier dürfte, neben der allgemeinen Bewegungsarmut, eine der Hauptursachen liegen, warum die meisten Einwohner der USA übergewichtig sind.

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Viele weitere interessante Dinge über die USA erfahrt ihr in diesem Buch:

USA 151USA 151. Das Land der unbegrenzten Überraschungen in 151 Momentaufnahmen

»Wie ein Besuch in den USA – die Kombination von Fotos und Text macht das Buch abwechslungsreich und spannend. « (People-abroad.de)

»Wissenswertes und Skurriles in einem schönen Büchlein, welches nicht nur für Amerikareisende interessant sein dürfte.« (TO GO Berlin)

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»Schmunzeln, nicken und nachdenken wechseln sich wunderbar geschmeidig ab.« (the little queer review)

»Ein Schmöker im besten Sinn des Wortes. Unterhaltend. Lehrreich. Wunderbar!« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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Grain Elevators: Wolkenkratzer der Prärie

Getreidesilos sind die höchsten Gebäude im ländlichen Amerika. Sie sind nicht nur architektonisch vielfältig, sondern zugleich ein Spiegelbild verschiedener Epochen in der Geschichte amerikanischer Landwirtschaft.

Die hölzernen Grain Elevators, die man in den Präriestaaten der USA und in den Prärieprovinzen Kanadas in beinahe jeder Kleinstadt sieht, entstammen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie stehen fast immer in zentraler Lage und direkt neben den Eisenbahngleisen. Alle sechs bis zehn Meilen konnte man ursprünglich im Meer der Getreidefelder eine Stadt mit Eisenbahnanschluss und Grain Elevator finden. Das war genau jene Entfernung, die die Farmer, unter ihnen viele deutsche Auswanderer, mit ihren Pferdegespannen schaffen konnten und die zugleich versicherte, dass sich kein konkurrierendes Eisenbahnunternehmen einfand.

Getreidesilo North Dakota

Foto: Ghosts of North Dakota

Eisenbahnbau, Stadtgründung und Errichtung eines Grain Elevators gingen oft Hand in Hand. Die Silos dienten zum Wiegen und Aufkauf sowie zur Lagerung und Verladung des Getreides. Ein Fahrstuhlmechanismus im Inneren transportierte das Getreide in Lagerkammern, daher der Begriff Grain Elevator (grain=Getreide, elevator=Fahrstuhl). Angetrieben wurde der Mechanismus erst durch Pferde, dann durch Dampfmaschinen, Verbrennungsmotoren und schließlich durch Elektromotoren.

Heutzutage sind viele dieser hölzernen Getreidesilos verlassen und verfallen, ganz so wie viele Farmen. Mit der Mechanisierung im letzten Jahrhundert wurde die Landwirtschaft in zunehmender Weise industrialisiert. Dieser Trend zur Automatisierung setzt sich auch heute fort. Die noch existierenden landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften immer größer werdende Flächen. Die verfallenen Grain Elevators sind daher zugleich Sinnbild des goldenen Zeitalters der Familienfarm als auch ihres Niedergangs.

Im 20. Jahrhundert ersetzte Beton den Baustoff Holz. Als Lastkraftwagen die Pferdegespanne ablösten, wurden auch die Abstände zwischen den Getreidesilos größer. Nicht nur viele der alten Silos verfielen, oft verschwanden die kleinen Städte mit ihnen.

Schöne Fotos von alten Getreidesilos in Nordamerika gibt es hier auf Pinterest.

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Selber pflücken auf der U-Pick-Farm

Im deutschen Sprachraum gibt es zwar auch zunehmend Obstplantagen mit Selbsternte, in den USA jedoch sind diese schon seit Jahrzehnten der Normalfall und bilden oft das Geschäftsmodell des jeweiligen Obstbaubetriebes.

Der Besuch einer U-Pick-Farm ist eine nette Aktivität für die ganze Familie: Man ist an der frischen Luft, betätigt sich körperlich und geht mit Obst nach Hause, das frischer nicht sein könnte. Das kann man während der Erntezeit praktisch jedes Wochenende machen und dabei auch die Obstsorten abwechseln. Erdbeeren, Äpfel, Blaubeeren, Kirschen, Himbeeren und Pfirsiche kann man während der Sommermonate in den meisten Regionen der USA pflücken, in wärmeren Gebieten kommen auch noch Citrus-Früchte hinzu, wie z.B. Orangen in Florida.

Oft gibt es auf der U-Pick-Farm ("du-pflückst-Farm") zusätzliche Aktivitäten wie Fahrten mit dem Heuwagen und einen Streichelzoo.

Tipp: Auf PickYourOwn.org kann man U-Pick-Farms in seiner Nähe finden.

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Tractor Pulling - einfach cool!

In den USA finden im Sommer überall County Fairs und State Fairs statt und ein wichtiger Bestandteil dieser Volksfeste, die halb Landwirtschaftsausstellung und halb Rummelplatz sind, ist das Tractor Pulling, also das Ziehen eines schweren Bremswagens mit regulären und frisierten Traktoren.

Tractor Pulling ist in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in den USA entstanden und wird seit den 70er Jahren auch in Europa ausgeübt.

Hier ist eine sehenswerte Kurzreportage zum Thema Tractor Pulling in Nordamerika:

Leben in Wyoming

Mit meinem Autorenkollegen Kai Moorschlatt habe ich nicht nur den Vornamen und das Bücher schreiben gemeinsam. Auch die Vorliebe für die Staaten des Mittleren Westens teilen wir uns. Kai Moorschlatt hat mittlerweile drei lesenswerte Bücher zu diesem Thema verfasst und es gibt wohl keinen anderen deutschsprachigen Autor, der mehr über den Bundesstaat Wyoming geschrieben hat. Da war es nun wirklich höchste Zeit, ihn einmal zu dieser Leidenschaft zu befragen.

Wie hast du dich mit "Wyomingitis" infiziert?

Kai Moorschlatt: Liebe auf den ersten Blick war das mit mir und dem Cowboy State auf jeden Fall nicht. Das erste Mal bin ich als Austauschstudent in Laramie gelandet. Ich hatte mir die University of Wyoming ausgesucht, da sie einen guten Journalistik-Studiengang hat und die Berge in der Nähe sind. Für mich als begeisterter Snowboarder eine ideale Umgebung. Als ich dann aber zum ersten Mal von Denver über Fort Collins nach Wyoming gefahren bin, war mein erster Gedanke: "Hier soll ich jetzt wirklich leben?" Wildnis und Einsamkeit pur. Und wenn man dann kurz vor Laramie ist, begrüßen den Reisenden ersteinmal ein Fabrikschornstein, Eisenbahngleise und ein Feuerwerksladen. Klasse.

Aber ich habe dann recht schnell schon nach einigen Tagen die Reize der Region entdeckt und lieben gelernt. Laramie ist ein lebhaftes Studentenstädtchen mit vielen Kulturangeboten und die Umgebung ist einzigartig. Vor allem die Prärie: Eine ungeheure Weite, die am Horizont von schneebedeckten Gipfeln begrenzt wird. Die Berge sind ein Paradies für Outdoor-Fans. Kurz nach meiner Ankunft habe ich einen Ausflug auf den circa 4000 Meter hohen Medicine Bow Peak gemacht. Vom Gipfel hat man einen gigantischen Ausblick über tiefblaue Bergseen, Wälder und die Prärie. Spätestens dort hat die "Wyomingitis" mich infiziert. Der Medicine Bow Peak ist immer noch mein Lieblingsort in Wyoming. Auf dem von Geröll bedeckten Gipfel im Wind zu sitzen und den Blick den Steilhang hinab schweifen zu lassen und dann Richtung Süden bis nach Colorado zu schauen - das ist ein wunderbares Erlebnis.

Und die Menschen dort sind anscheinend auch sehr nett...

Kai Moorschlatt: Ich mag die Mentalität der Menschen in Wyoming. Man kommt leicht mit den Leuten ins Gespräch. Zwar haben die meisten Bewohner dort eine sehr konservative Grundhaltung, aber sie sind dennoch offen und hilfsbereit. Das hängt natürlich auch mit der Umgebung zusammen: insbesondere in den einsamen Landstrichen ist es eben wichtig, wenn man sich gegenseitig unterstützt. Es ist eine interessante Mischung von Individualismus und Unabhängigkeit, aber eben auch von kameradschaftlichen Umgang und freundlicher Hilfsbereitschaft. Man geht seinen eigenen Weg, aber steht in Notlagen füreinander ein. Mir gefällt, dass die Menschen im Cowboy State eine sehr direkte Art haben. Es wird nicht lange geredet, sondern einfach mit angepackt. An der Supermarktkasse wird nicht wie oft in Deutschland stumm vor sich hin geschaut, sondern man tauscht ein höfliches "How are you today?" aus, führt Small Talk und lächelt sich an. Viele Deutsche sprechen immer wieder von den oberflächlichen Amis. Ich nenne das Freundlichkeit.

Dem kann ich nur zustimmen! Ich muss sagen, dass mich mein Leben in Amerika selber freundlicher werden ließ. Wie geht es dir: Hat dich deine zweite Heimat Wyoming verändert oder vielleicht auch in bestimmten Sachen bestärkt?

Kai Moorschlatt: Ich glaube, ich bin in Wyoming weltoffener geworden. Das ist eigentlich kurios, da man gerade dort eigentlich außer über das Internet wenig vom Rest der Welt mitbekommt. Viele meiner Freunde dort sind Anhänger von George Bush gewesen. Ein Kumpel würde sich über eine Präsidentin Sarah Palin sehr freuen. Anfangs haben mich solche Aussagen schockiert, zumal sie von intelligenten, sympathischen Menschen kommen. Persönliche habe ich zwar eine andere politische Einstellung, aber ich habe aus Gesprächen gelernt und begriffen, warum ein Großteil der Bevölkerung in Wyoming die Republikaner favorisiert. Und das ist doch ein Schritt zu mehr Offenheit.

Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen ist wichtig im Umgang miteinander. Ich habe mit einem guten Freund lange, harte Diskussionen über die Tea Party geführt. Aber danach haben wir freundschaftlich mit einem Bier angestoßen. Jeder von uns ist zwar im Endeffekt bei seiner Meinung geblieben, aber es war trotzdem ein Gedankenaustausch bei dem beide Seiten mehr über die Hintergründe der anderen Meinung gelernt haben.

Außerdem hat Wyoming mich in Bezug auf die Wahrnehmung der Natur verändert. Ich glaube, ich erlebe die Umgebung intensiver. Man kann Naturwunder nicht nur in der endlosen Prärie oder auf Berggipfeln der Rockies erleben, sondern auch bei einer Radtour durch Norddeutschland. Vom Vogelschwarm am Himmel bis zu den Rehen auf der Wiese. Seit Wyoming achte ich mehr auf solche Dinge.

Kreuz und quer durch die Mitte der USA

Meinem Autorenkollegen Kai Moorschlatt hat es jene Gegend in den USA angetan, über die man im deutschsprachigen Raum wohl am wenigsten lesen kann: die zentralen, dünn besiedelten Staaten, die hauptsächlich aus Prärie, Farmen, Ranches, Klein- und Kleinststädten sowie Indianerreservaten bestehen und für deren Erkundung man viel Ausdauer hinter dem Lenkrad braucht.

In seinem ersten Buch Cowboy Country hat Kai Moorschlatt eine Menge Geheimtipps für Wyoming und Colorado parat und in seinem ebenfalls kurweiligen zweiten Buch Unterwegs im großen Nichts bringt er uns Land und Leute in North Dakota, South Dakota, Nebraska, Kansas, Oklahoma und Texas näher. Eine ausgewogene Mischung aus persönlichen Erlebnissen und Wissenswertem machen das Buch zu einem Lesevergnügen und zu einem Muss für jeden, der eine Reise in diese Gegend plant oder einfach sein Bild von den USA erweitern möchte. Auch der Humor kommt nicht zu kurz (ich musste beim Lesen mehrmals laut lachen), u.a. wenn der Autor auf die in dieser Gegend so typischen Roadside Attractions eingeht, wie z.B. Sue, the World's Largest Holstein Cow in Salem, North Dakota.

Ich habe selber in den 90er Jahren in South Dakota gewohnt und kann nur sagen, dass Kai Moorschlatt mit seinem Buch hervorragende Arbeit geleistet hat. Sehr empfehlenswert!