Dienstag, 30. April 2013

Schönes Reiseziel: Die Großen Seen

Die Great Lakes sind meiner Meinung nach bei USA-Urlaubern noch nicht so richtig als mögliches Reiseziel ins Bewusstsein gedrungen, obwohl ich mit meinem Fettnäpfchenführer USA, der ein fiktives Michigan-Reisetagebuch enthält, versucht habe, da etwas Abhilfe zu schaffen. ;-) Vor einigen Wochen habe ich Stefanie Kulpe kennengelernt, die mit ihrem Unternehmen Michigan Travels Touren mit deutschsprachigen Reiseleitern organisiert. Ich fand das toll und habe sie gebeten, mir einige Fragen zu beantworten:

Kannst du dir vorstellen, dass die Großen Seen eines Tages als Urlaubsziel ähnlich beliebt wie Florida oder New York sind?

Das sind sie doch bereits! Na ja, zumindest in der Sommerzeit bei den Amerikanern des Mittleren Westens. Da gelten die Großen Seen als klassisches Reiseziel. Viele Amerikaner haben hier seit Generationen ein Wochenendhaus im Familienbesitz und verbringen regelmäßig ihre Sommer dort.

Bei den Deutschen glaube ich aber eher nicht, dass die Großen Seen je so beliebt werden wie die gängigen Reiseziele in den USA. Anders als die US-Amerikaner verbinden Europäer keine Geschichten oder Emotionen mit den Großen Seen. Florida und New York sind bekannt aus Filmen und Fernsehserien sowie aus massiver Bewerbung. Die Großen Seen halten sich da eher bedeckt.

Dadurch konnten sie eine wundervolle Ursprünglichkeit bewahren. Es gibt Landstriche, auf denen sich meilenweit nur kleine, unabhängige „Mom & Pop“ Shops finden; große Ketten wie McDonald’s bleiben außen vor. Die historische kulturelle Vielfalt (von zahlreichen Indianerstämmen, frühen europäischen Missionaren und Siedlern, Amishen, bis zu ehemaligen Industriehochburgen und legendären Gangsterbanden) und die einzigartige Landschaft -- eine Mischung aus wundervollen National Parks, weitläufigen landwirtschaftlich geprägten Regionen und beeindruckenden Metropolen, alles umgeben von einem Fünftel des Frischwasservorkommens der Welt, in Seen so groß wie Meere --, zeigen die Vielfalt der USA ohne Zuckerguss und massiver Kommerzialisierung.

Der Tourismus ist hier ein wichtiger Wirtschaftszweig, doch an einem Massentourismus wie in Florida ist hier wohl niemandem gelegen. "Klein, aber fein" lautet die Devise.

Was sollten sich Leute, die zum ersten Mal die Region der Großen Seen besuchen, unbedingt ansehen?

Ich rate jedem dazu, von der Vielfalt der Region zu profitieren. Eine der Metropolen, sei es Chicago oder Toronto, sollte auf jeden Fall auf dem Reiseprogramm stehen. Ich kann auch Detroit empfehlen. Allerdings sollte man sich für Detroit mehr Zeit nehmen, um die Komplexität dieser spannenden Stadt würdigen zu können.

Die Küstenlänge entlang der Großen Seen beträgt knapp 17.000 Kilometer. Ein paar davon sollte man sich da auf jeden Fall ansehen! Insbesondere an der Westküste von Michigan (also auf der Ostseite des Michigansees) gibt es meilenlange schöne, unverbaute Strände mit feinstem Sand und idealen Bedingungen für Wassersportarten aller Art.

Überhaupt: An einen der fünf großen Seen fahren, gucken und staunen. Und dann schwimmen gehen, sonnenbaden, Kajak fahren, was man so macht am Wasser. Abends entweder den Sonnenuntergang am Horizont beobachten oder in einem der zahlreichen Restaurants einen tagesfrischen Fisch genießen. Oder am besten gleich beides miteinander verbinden!

Auch einen der National Parks oder State Parks sollte man sich ansehen. Der Sleeping Bear Dunes National Lakeshore bei Empire ist ebenso beachtlich wie der Picture Rocks National Lakeshore. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Niagarafälle, die man sowohl von US-amerikanischer als auch von kanadischer Seite erleben kann. Eine Bootsfahrt auf der Maid of the Mist, die einen direkt an die Fälle bringt, ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Die Mackinac Brücke fasziniert immer wieder. Die Brücke überquert die Mackinac Straits zwischen Lake Huron und Lake Michigan und verbindet so die beiden Halbinseln, die den Bundesstaat Michigan ausmachen. Die Hängebrücke, manchmal auch „Big Mac“ genannt, misst eine Gesamtlänge von acht Kilometer. Sie ist damit fast drei Mal länger als die Golden Gate Bridge. Ängstliche Autofahrer können gegen eine kleine Gebühr an Ort und Stelle einen Fahrer anheuern, der ihren Wagen sicher über die Brücke bringt.

Es gibt viele weitere sehenswerte Dinge, Orte, Sachen. Wer noch Zeit hat, sollte eines der amischen Dörfer in Indiana besuchen oder auf gut Glück ein paar der vielen kleinen verschlafenen Ortschaften erkunden, die das Gebiet so unvergleichlich macht. Kleine Abenteuer garantiert!

Das kann man natürlich auf eigene Faust machen oder man kann sich einer Reisegruppe anschließen. Was zeichnen die Touren aus, die du anbietest?

Unser Unternehmen ist aus unserer Begeisterung für die Great Lakes Region entstanden. Besonders stolz sind wir auf unsere Kleingruppentouren, die wir mit viel Enthusiasmus und Sorgfalt zusammengestellt haben.

Bei diesen Kleingruppenreisen handelt es sich um Tourenangebote, die sich an Individualreisende richten, die die Region als Teil einer kleinen Gruppe entdecken möchten. Sämtliche Touren bieten eine ausgewogene Mischung aus Kultur, Natur und Erholung. Sie vermitteln einen faszinierenden Eindruck von der Region der Großen Seen und deren Vielfältigkeit.

Da wir ein kleiner, unabhängiger Reiseveranstalter sind, müssen wir keine Attraktionen in unser Angebot aufnehmen oder Hotels buchen, zu denen wir nicht zu 100% stehen. Wir legen Wert darauf, mit familiengeführten, unabhängigen Hotels zusammenzuarbeiten, wo immer es geht.

Wir bringen unsere Kunden auch zu Orten oder Besonderheiten, die wir gar nicht veröffentlichen. Es sind kleine Diamanten, die von der großen Welt unbehelligt bleiben sollen.

Beratung, Touren und Veranstaltungen finden grundsätzlich auf Deutsch statt. Unsere Reiseführer sind entweder Deutsche, die seit vielen Jahren in Michigan leben oder US-Amerikaner aus Michigan, die fließend Deutsch sprechen. Unsere Angebote eröffnen nicht nur einen exklusiven Zugang zu dieser wunderschönen und größtenteils noch unentdeckten Perle der USA, wir berücksichtigen auch die kulturell unterschiedlichen Sichtweisen. Und Sprachbarrieren fallen dabei einfach weg.

Unsere Devise: Wenn schon Urlaub, dann richtig. Unsere Gäste können sich entspannt zurücklehnen und genießen, denn schließlich ist schon alles geplant und fahren tut ein anderer. So kann man sich auf die Landschaft anstatt auf den Straßenverkehr konzentrieren.

Zuguterletzt: „1000 kleine Dinge“ bzw. Fragen („Was hat denn dieses Schild zu bedeuten?“) ergeben sich auf jeder Reise. Unsere Reisebegleiter können 999 kleine und manchmal große Antworten geben.

Kannst du vielleicht doch einen kleinen Geheimtipp für Michigan-Urlauber preisgeben?

Jeder kann sich gerne Inspirationen bei unseren Tourenbeschreibungen holen. Da gibt es sehr viele Tipps zur Tourengestaltung und zu sehenswerten Stopps.

Und eines kann ich noch gerne verraten: Bisher habe ich noch keinen Urlauber gesehen, der Michigan und die Großen Seen zum ersten Mal bereist hat und nicht vollends begeistert war!

Kommentare:

  1. Ich war im letzten Jahr in Michigan, habe Chicago besucht und Urlaub in Traverse City bzw. an einem kleinen See dort oben in der Nähe. Es war wundervoll und in der Tat noch ein Geheimtipp

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    1. Chicago und der Norden von Michigan sind die perfekt Kombination für einen Urlaub an den Großen Seen, finde ich.

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  2. Wir waren im August 2013 auf Rundreise über 3 Wochen Chicago, Niagara-Falls, Toronto, Flint, Frankenmuth, zum Lake-Michigan, Ludington, Sleeping Bear Dunes, Leeland, Traverse City, Mackinaw City, Whitefish Point, Escanaba, Marinette, Wausau, Madison, zum Mississippi-River, Prairie du Chien, Clinton, Dixon und Chicago. 4500 km ohne Stress auf den Straßen; war eine Traumreise und sehr, sehr nette und hilfsbereite Leute kennengelernt.

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    1. Tolle Reiseroute! Ich war im Laufe der Jahre auch schon an den meisten Orten und kann mir gut vorstellen, dass das ein super Urlaub war.

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