Dienstag, 19. Juni 2018

Daumen drücken auf Amerikanisch

Während die Deutschen die Daumen drücken, kreuzen die Amerikaner die Finger, genau genommen den Mittelfinger über den Zeigefinger. Wie im Deutschen kann man dies auch ausschließlich verbal, ohne die dazugehörige Handbewegung, ausdrücken. In einigen Fällen, zum Bespiel, wenn etwas den Sprecher selbst betrifft, wird fingers crossed passender mit »Lass uns das Beste hoffen!« übersetzt.

Beispiele:

“I have a job interview tomorrow.” – “I’ll keep my fingers crossed for you!” (»Ich habe morgen ein Bewerbungsgespräch.« – »Ich werde dir die Daumen drücken!«)

“I hope the car repair isn’t going to cost too much.” – “Fingers crossed!” (»Ich hoffe, die Reparatur des Autos wird nicht allzu viel kosten.« – »Lass uns das Beste hoffen!«)

Die Herkunft dieser Geste ist umstritten. Zur Zeit der Christenverfolgung nutzten die frühen Gläubigen die gekreuzten Finger wahrscheinlich als geheimes Erkennungszeichen. Dabei wurde das Kreuz anfangs von zwei Personen geformt, indem sie die Daumen berührten und die Zeigefinger kreuzten. Erst ab dem Spätmittelalter wurde es von einer Person allein eingesetzt, um auf diese Weise um Gottes Schutz zu bitten. Aus dieser Zeit gibt es Gemälde, die Jesus mit gekreuzten Fingern im Kreise seiner Jünger zeigen. Eine weitere Theorie besagt, dass schon die frühen Christen die Finger hinter dem Rücken kreuzten, wenn sie ihren Glauben verleugnen mussten.

Amerikaner drücken zwar nicht die Daumen, nutzen diese aber, um Zustimmung oder Ablehnung zu signalisieren. Eine Faust mit nach oben gestreckten Daumen (thumbs up) bedeutet Zustimmung, ein nach unten gerichteter Daumen (thumbs down) Ablehnung. (Obwohl nur ein Daumen nach oben oder unten gerichtet wird, findet der Plural Verwendung.) Diese Geste kennen wir aus Filmen, in denen Gladiatorenkämpfe im alten Rom dargestellt werden. Mit einem thumbs down wurden unterlegene Gladiatoren in den Tod geschickt.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Buch Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch
 

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Freitag, 15. Juni 2018

Wie rechnet man von Fahrenheit in Celsius im Kopf um?

Die USA benutzen noch immer die Temperaturskala des deutschen Physikers Daniel Gabriel Fahrenheit (1686-1736). Fahrenheit unterteilte den Abstand zwischen Gefrierpunkt (32 °F) und Siedepunkt von Wasser (212 °F) in 180 gleiche Teile, sprich Grad (engl. degrees).

Hier ein Tipp für alle, die in den USA Urlaub machen bzw. dort leben und sich noch nicht an die Temperaturangaben in Fahrenheit gewöhnt haben:

Einen über den Daumen gepeilten Umrechnungswert von Fahrenheit in Celsius bekommt man, wenn man von dem Temperaturwert in Fahrenheit die Zahl 30 subtrahiert und das Ergebnis halbiert.

Zum Beispiel: Es herrschen 90 degrees Fahrenheit (umgangssprachlich sagt man 90 degrees, das Fahrenheit wird weggelassen. 90-30=60, geteilt durch 2, ergibt 30. (Tatsächlich herrschen 32 Grad Celsius. Die einfache Umrechnung weicht also nicht allzu sehr ab.)

Also merkt euch: Fahrenheit minus 30 geteilt durch 2

Wenn man allerdings von Fahrenheit in Celsius ganz genau per Formel umrechnen will, subtrahiert man 32 und multipliziert dieses Ergebnis mit 5/9. Bei der Umrechnung von Celsius in Fahrenheit multipliziert man mit 9/5 und addiert 32.

Diese und andere Tipps findet ihr in meinem Buch Fettnäpfchenführer USA

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Mittwoch, 2. Mai 2018

Amerikanische Redewendungen - Teil 23: bring (something) to the table

Eine amerikanische Redewendung, die oft im Zusammenhang mit der Einstellung eines neuen Mitarbeiters verwendet wird, ist bring (something) to the table.

Natürlich bringt man nicht etwas zu einem Tisch, sondern es geht darum, dass jemand seine Kenntnisse, Fähigkeiten oder Erfahrungen zum Nutzen einer Gruppe oder eines Unternehmens einbringt.

Beispiele:

As a biochemist and financial analyst, he brings to the table both natural sciences expertise and commercial know-how.

Als Biochemiker und Finanzanalyst bringt er sowohl naturwissenschaftliches als auch kommerzielles Know-how ein.

Auch eine Übersetzung durch "mitbringen" funktioniert oft:

She brings to the table extensive experience in product development as a software developer and project manager.

Sie bringt eine langjährige Erfahrung in der Produktentwicklung als Softwareentwicklerin und Projektleiterin mit.

Ein Restaurant in Chicago, das Mitarbeiter sucht, spielt hier ganz clever mit der wörtlichen und idiomatischen Bedeutung:

             

Buchtipp:

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Donnerstag, 19. April 2018

Amerikanische Krimis, die ich gern auf Englisch lese

Wie ihr wisst, schreibe ich selbst an einer Reihe von Auswanderer-Krimis und mittlerweile gibt es auch schon drei Bände.

Ich schreibe auf Deutsch und lese auch gern deutschsprachige Krimis, z.B. die Hamburger Nachkriegstriologie von Cay Rademacher sowie die Fontane- und Reuters-Krimis von Frank Goyke, aber meine Lieblingskrimis sind zwei Reihen, die ich im amerikanischen Original lese.

Da sind zum einen die Tory-Bauer-Krimis von Kathleen Taylor, die jetzt auch bei Amazon.de als E-Books erhältlich sind.

Die Kellnerin Tory Bauer lebt in der winzigen Stadt Delphi in South Dakota, arbeitet dort im einzigen Diner und ermittelt widerwillig in verschiedenen Morden. Jeder Band enthält einen spannenden Fall und Torys persönliche Story zieht sich fortlaufend durch alle sechs Bände. Was diese Bücher so überaus lesenswert macht, ist die realistische Darstellung des Lebens inmitten der amerikanischen Prärie und ein liebenswertes Figurenensemble. Die Mordfälle sind vom Besten und sind mit viel Sprachwitz erzählt. Für Freunde echter Krimis, die etwas über das alltägliche Leben im ländlichen Amerika erfahren möchten, sind diese Bücher ein Geheimtipp!

Zum anderen fesseln mich die V.I. Warshawski-Krimis von Sara Paretsky, die wie ich in Chicago wohnt und deren Bücher auch hier in der Großstadt handeln. In dieser Serie erschienen bereits 19 Bände!

Als Sara Paretsky vor 25 Jahren "Indemnity Only" veröffentlichte, war das der Auftakt zu der ersten erfolgreichen Krimiserie, die einen weiblichen Privatdetektiv als zentrale Figur hatte. Die Themenwahl ist sehr originell (im zweiten Band geht es z.B. um Frachtschiffe auf den Großen Seen) und Kritiker wie Fans sind sich einig, dass diese Serie zum Besten gehört, was das Genre der Detektivromane zu bieten hat.

Jetzt seid ihr dran: Welche amerikanischen Krimis lest ihr gern?