Montag, 15. September 2014

100 Jahre Greyhound

Im Jahr 1914 begann der damals 27-jährige schwedische Einwanderer Carl Eric Wickman aus der Not heraus mit dem Transport von Passagieren. Er hatte seine Arbeit im Bergbau verloren, sich vergeblich als Autoverkäufer versucht und transportierte nun Bergarbeiter mit einem Siebensitzer-Auto (Foto rechts), für das er keinen Käufer finden konnte, zwischen zwei Kleinstädten in Minnesota hin und her. (Die Arbeiter wollten die Kneipen im Nachbarort besuchen.) 1915 schloss er sich mit einem Unternehmer zusammen, der einen ähnlichen Service betrieb.

Ende 1918 besaß Wickman dann bereits 18 Busse und nach einem Zusammenschluss mit einem anderen Busunternehmen und der Übernahme von zwei weiteren Betrieben fuhren seine Busse ab 1926 schrittweise unter dem Namen Greyhound Lines. 17 alte Greyhound-Busse kann man im Greyhound Bus Museum in Hibbing (Minnesota) bewundern.

Mittwoch, 10. September 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 7: "going postal"

"Going postal" bedeutet, dass jemand ausrastet (in der Regel am Arbeitsplatz) und gewaltätig wird.

Entstanden ist diese Redewendung nach mehreren Amokläufen von Mitarbeitern der amerikanischen Post.

Am 20. August 1986 erschoss ein Angestellter des U.S. Postal Service in Edmond (Oklahoma) vierzehn Kollegen und verletzte sechs weitere. In den Folgejahren gab es eine Reihe ähnlicher Ausraster von Postmarbeitern und die ersten Erwähnung der Redewendung "going postal" tauchte 1993 in der Presse auf:

Thirty-five people have been killed in 11 post office shootings since 1983. The USPS does not approve of the term "going postal" and has made attempts to stop people from using the saying. (St. Petersburg Times, 17.12.1993)

Durch den Film "Clueless" (1995) wurde diese Redewendung dann weit verbreitet.

Montag, 8. September 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 6: "Saigon moment"

"Saigon moment" ist der Augenblick, in dem klar wird, dass etwas schief gelaufen ist und ein Fehlschlag nicht mehr zu vermeiden ist.

Zum Ursprung: Als die nordvietnamesischen Truppen am 21. April 1975 den Stadtrand von Saigon erreichten, wusste jeder, dass die USA und Südvietnam den Krieg verloren hatten.

Diesen Begriff hört man allerdings kaum im Alltag, sondern in erster Linie in den Medien in politischen oder militärischen Zusammenhängen.

Freitag, 5. September 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 5: "jump the shark"

Die Redewendung "jump the shark" hat ihren Ursprung im Fernsehen, und zwar in der Fernsehserie "Happy Days". In einer Episode aus dem Jahr 1977 sprang die Figur Fonzie mit Wasserski über einen Hai.

 

Diese Episode galt als Schnittpunkt der Serie, die danach nie wieder so gut wie zuvor war.

"Jump the shark" hat sich eingebürgert, einen Qualitätswandel zum Negativen hin auszudrücken.

Beispiel: "1000 kleine Dinge in Amerika may have jumped the shark when it started a series of blog posts about idioms." ;-)

Donnerstag, 4. September 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 4: "ahead of the curve"

Für diese Redewendung habe ich zwei Erklärungen gefunden. Die erste ist wieder aus dem Sport, die zweite aus der Statistik.

Um die Sport-Erklärung zu verstehen, muss man wissen, was ein "curveball" im Baseball ist.

Es handelt sich dabei um einen Ball, der durch eine geschickte Handbewegung des Werfers in Rotation versetzt wird und der dadurch in einem Bogen fliegt und es dem Schlagmann wesentlich schwerer macht, den Ball zu treffen.

Ein guter Schlagmann kann jedoch die bogenhafte Flugbahn (curve) voraussehen und seinen Schläger bereits dorthin bewegen, wo der mit hoher Geschwindigkeit fliegende Ball ankommen wird, d.h. der Schlagmann ist "ahead of the curve".

Die Herleitung aus der Statistik bedeutet, dass man nicht zum Durchschnitt gehört, der durch die Kurve (curve) dargestellt wird, sondern vor den anderen liegt, also "ahead of the curve".

Umgangssprachlich bedeutet diese Redewendung also, dass jemand anderen voraus ist.

Beispiel: "Amazon.com is ahead of the curve in online book selling."

Quelle des Baseball-Bildes: Wikipedia

Montag, 1. September 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 3: "cut to the chase"

Diese Redewendung kommt aus der Welt der Stummfilme, deren Höhepunkt oft eine Verfolgungsjagd war.

Viele Filmemacher nahmen einen plötzlichen Szenenwechsel (cut) zu einer Verfolgungsjagd (chase) vor, also einen "cut to the chase".

In der heutigen Umgangssprache bedeutet diese Redewendung, dass man nicht um den heißen Brei herumredet oder durch weitschweifige Ausführungen Zeit verschwendet, sondern gleich auf den Punkt kommt: "Cut to the chase!"

Bei der Verwendung sollte man vorsichtig sein, da diese Redewendung unter Umständen doch etwas unhöflich ist. Ein Vorgesetzter kann "Cut to the chase!" zu einem Untergebenen sagen, aber nicht umgekehrt.

Man kann aber sagen: "I'll cut right to the chase, ..." bzw. "Let me cut right to the chase,..."

Sonntag, 31. August 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 2: "drop the ball"

Heute eine weitere Redewendung, die aus dem Sport kommt:

"drop the ball" = einen schwerwiegenden Fehler machen bzw. ein Versäumnis begehen, insbesondere durch Nachlässigkeit

Beispiel: "He dropped the ball." (Die Lieblingsredewendung meines ehemaligen Bosses, wenn er mal wieder jemanden entlassen hatte.)

Diese Redewendung kommt aus dem American Football, wo es generell nicht gut ist, wenn man den Ball fallen lässt.

Samstag, 30. August 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 1: "step up to the plate"

In den nächsten Wochen werde ich hier einige amerikanische Redewendungen erklären.

Los geht's mit "step up to the plate", was im Alltag so viel wie "eine Herausforderung annehmen" bedeutet, z.B. "He must step up to the plate and get this done."

Der Ursprung liegt im Baseball: Der Batter (der Spieler mit dem Schläger) muss an das Home Plate, eine in den Erdboden eingelassene fünfeckige weiße Gummiplatte, herantreten ("step up to the plate") und versuchen, den Ball, den der Pitcher (der Spieler auf dem kleinen Hügel) in Richtung Catcher (der hockende Spieler mit Schutzkleidung) wirft, zu schlagen.

Sonntag, 27. Juli 2014

Der erste deutsche Major League Baseball-Spieler

Von George Heubel sind weder das genaue Geburtsdatum noch der Geburtsort bekannt, und doch hat der im Deutschen Bund geborene Heubel Sportgeschichte geschrieben, war er doch der erste deutsche Auswanderer, der in der höchsten amerikanischen Spielklasse Baseball gespielt hat.

Heubel wurde 1849 geboren. Über seine frühen Lebensjahre und die Umstände seiner Auswanderung wissen wir nichts, jedoch ist bekannt, dass er 1867 als Amateur bei Quaker City (Ohio) begann. 1869 spielte er in Pennsylvania bei den Philadelphia Athletics und 1870 wieder in Ohio bei Cleveland Forest Citys. 1871 ging er zurück zu den Philadelphia Athletics und spielte in 17 von 28 Spielen. Die Mannschaft gewann den ersten Titel der National Association, der ersten professionellen Baseball-Liga der Welt, die von 1871 bis 1875 bestand. Nach Saison des Jahres 1871 zog Heubel in die amerikanische Hauptstadt und spielte fünf Spiele bei den Washington Olympics, bevor er seine Profi-Laufbahn beendete.

1876 wurde die National Leaque, eine der beiden Ligen, die heute die Major League Baseball (MLB) bilden, gegründet. Heubel war dort hauptsächlich als Schiedsrichter tätig, spielte dann aber ein Spiel für die New York Mutuals, womit er zum ersten deutschen Major League Baseball-Spieler wurde.

1887 war er als Manager der Allentown Peanut Eaters tätig und wurde später Platzwart bei den Philadelphia Phillies. 1894 gab man Heubel dann die Schuld an einem Feuer im Stadion und er wurde daraufhin entlassen. George Heubel starb 1896 im Alter von 46 Jahren in Philadelphia.