Samstag, 28. Februar 2015

Öffentliche Bibliotheken in den USA

Boston Public Library
In den USA gibt es mehr als 9.000 öffentliche Bibliotheken (public libraries) mit insgesamt mehr als 136.000 Mitarbeitern und 170 Millionen registrierten Lesern. Der Betrieb der Bibliotheken kostet mehr als 10 Milliarden Dollar pro Jahr. Über 84 Prozent dieser Kosten werden von den Städten und Landkreisen aufgebracht, deren Haushalte sich in erster Linie durch die Besteuerung von Immobilien finanzieren. Spenden machen 8 Prozent aus und Zuschüsse der Bundesstaaten 7 Prozent.

Fort Worth Public Library
Öffentliche Bibliotheken ermöglichen insbesondere ärmeren Leuten den kostenlosen Zugang zu Informationen. In den public libraries der USA gibt es insgesamt rund 300.000 Computer mit Internet-Anschluss. Selbst kleinere Bibliotheken haben oft zwei Dutzend Internet-Computer. Neben zahlreichen Veranstaltungen für Kinder bieten viele Bibliotheken auch Kurse für Erwachsene, u.a. zu Themen wie Arbeitssuche und Bewerbung sowie Englisch als Fremdsprache. Bibliothekare helfen nicht selten beim Ausfüllen und Ausdrucken von Bewerbungen.

Bücherbus Ypsilanti (Michigan)
Öffentliche Bibliotheken in Großstädten und Ballungsgebieten haben oft auch zahlreiche fremdsprachige Bücher und Zeitschriften im Bestand. In der Bibliothek in Ypsilanti (Michigan), wo ich meine Auswanderer-Romane geschrieben habe, gibt es u.a. Bücher auf Spanisch, Deutsch, Russisch und Chinesisch. Bibliotheken mit einem ländlichen Einzugsgebiet verfügen in der Regel über eine Fachbücherei.

Diese Grafik zeigt die Bibliotheksdichte in verschiedenen Regionen der USA:


Donnerstag, 26. Februar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 16: "get ducks in a row"

Bevor man ein Projekt oder einen Konkurrenten angeht, sollte man sich diesbezüglich gut in Stellung bringen und organisatorisch alles auf die Reihe kriegen. Die Amerikaner gebrauchen dafür gern die Redewendung get ducks in a row. In den Medien ist sie zum ersten Mal Anfang der 1930er Jahre aufgetaucht. Für ihre Herkunft gibt es mehrere Theorien.

Es liegt natürlich nahe, an Enten zu denken, die ihren Nachwuchs dazu anhalten, in einer Linie hinter ihnen her zu schwimmen bzw. zu gehen, um einen besseren Überblick zu behalten. Gegen diese Theorie spricht aber, dass kleine Enten nicht als ducks sondern als ducklings bezeichnet werden. Allerdings könnte die Redewendung daher kommen, dass Enten in Formation fliegen.

Andere Theorien beziehen sich auf Rummelplatzspiele, wo entenförmige Schießscheiben nacheinander aufgereiht wurden und von einem Transportband bewegt an den Schützen vorüberzogen, oder wo Gummienten, auf denen ein Gewinn auf der Unterseite stand, in einem Becken aufgereiht wurden.

Die beliebteste Theorie besagt jedoch, dass diese Redewendung aus dem Bowling stammt. Die Kegel waren früher kürzer und dicker und wurden ducks genannt. Da sie systematisch aufgestellt wurden, leitete sich daraus möglicherweise get ducks in a row ab.

Beispiel:

The presidential campaign season is just around the corner, and candidates on both sides are getting their ducks in a row to vie for the White House. (Der Präsidentschaftswahlkampf steht vor der Tür und Kandidaten von beiden Seiten bringen sich in Stellung, um für das Weiße Haus zu konkurrieren.)

Mittwoch, 11. Februar 2015

Auswanderer-Krimis als E-Books in den USA erhältlich

Liebe Leser in den USA, meine Auswanderer-Krimis gibt es jetzt auch hier als E-Books zu kaufen: "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät".

Auswanderer-RomanePresse und Leserstimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

„Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden.” (DAS MAGAZIN)

„Ein Krimi der erfrischend anderen Art.” (Amazon.de)

„Man will das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung wird von Seite zu Seite spannender. Es ist alles so toll beschrieben, man fühlt sich mitten im Geschehen. Ich kann das Buch nur bestens empfehlen und freue mich schon auf die Fortsetzung.”(LovelyBooks.de)

„Motive und mögliche Täter lassen den Leser in immer neue Spekulationen verfallen um zum Schluss doch überrascht zu werden.” (Amazon.de)

Donnerstag, 5. Februar 2015

Tipps zum Zug fahren in den USA

Mit dem Zug zu fahren, ist in den USA insgesamt umständlicher als in Europa. Damit sind allerdings nicht die Regionalzüge gemeint, die in verschiedenen Ballungsgebieten die jeweilige Großstadt mit wichtigen umliegenden Orten zum Zwecke des Berufsverkehrs verbinden und an deren Bahnhöfen sich nicht selten kostenlose Parkplätze befinden. Diese Züge zu benutzen, ist relativ unkompliziert.

Hier soll es vielmehr um die für den Fernverkehr zuständige staatliche Bahngesellschaft Amtrak gehen. Diese fährt leider nur auf relativ wenigen Strecken. Hier einige Tipps, die auf Erfahrungen beruhen, die ich über die Jahre gemacht habe:

1. Zugfahrkarten sollten weit im Voraus gekauft werden, denn jeder Zug nimmt nur so viele Passagiere mit, wie Sitzplätze vorhanden sind. Je eher man das macht, desto preiswerter werden die Fahrkarten zudem sein.

2. Auf größeren Bahnhöfen muss man wie beim Fliegen in einem Wartebereich bleiben und vor Betreten des Bahnsteiges die Fahrkarte vorzeigen. Die Bahnsteige haben oft den Charakter einer Fabrikhalle.

Zug fahren in den USA3. Man sollte die Anweisungen zum Ein- und Aussteigen beachten, da das oft nur an bestimmten Türen erfolgen darf. Die Türen dürfen auch nur vom Personal geöffnet werden.

4. Die Züge sind bequem und sauber, jedoch oft zu kalt. Man sollte unbedingt einen Pullover, eine Jacke oder eine Decke dabei haben.

5. Da sich die Eisenbahnstrecken in der Regel im Besitz privater Eisenbahngesellschaften befinden, haben Güterzüge oft Vorfahrt und es kommt nicht selten zu Verspätungen im Personenverkehr.

Wenn man viel Geduld mitbringt, kann das Zug fahren in den USA viel Spaß machen. Man fährt durch Landschaften, die man im Auto oder Flugzeug nicht gesehen hätte. Viele Züge haben einen Aussichtswagen, der einen Panoramablick ermöglicht. Auch wird man oft Amischen begegnen, denn die reisen gerne mit dem Zug.

Die Amtrak-Website gibt es übrigens auch in einer deutschen Version.

Welche Erfahrungen und Tipps zum Zug fahren in den USA habt ihr?

Freitag, 30. Januar 2015

Vorfahrt leicht gemacht: 4-Way Stop

Um Autofahrern das Nachdenken über Vorfahrtregeln zu ersparen, haben die Amerikaner in den späten 1940er Jahren den 4-Way stop eingeführt.

An den Kreuzungen vieler Nebenstraßen müssen Autofahrer seither nicht mehr grübeln, wer Vorfahrt hat: Wenn es am Stopp-Schild den Zusatz 4-Way (bzw. All Way oder 3-Way) gibt, kann derjenige, der zuerst an der Kreuzung angehalten hat, auch als Erster wieder losfahren. Ein wenig problematisch wird es allerdings, wenn dort zwei oder sogar drei Autos gleichzeitig zum Stillstand kommen, denn dann hat auch in Amerika derjenige Vorfahrt, der sich am weitesten rechts befindet. Die meisten Amerikaner scheinen das jedoch entweder nicht zu wissen, finden es zu verwirrend oder sogar unhöflich, und verständigen sich deshalb oft per Handzeichen darüber, wer zuerst darf.

Verkehrsplaner warnten bereits in den 1950er Jahren vor zu vielen 4-Way stops, da diese zu Überdruss und Nichtbeachtung führen würden. Tatsächlich kann man oft rolling stops beobachten, wenn nämlich Autofahrer des häufigen Anhaltens Leid sind und daher nicht mehr vollständig zum Stehen kommen. Aber auch das Gegenteil geschieht hin und wieder: Manche Fahrer halten an, wo es gar keinen 4-Way stop gibt und sorgen so mitunter für ärgerliche Situationen.

Vorsicht ist ferner angebracht, sollte eine Nebenstraße eine Hauptstraße kreuzen und auf der Nebenstraße Autos aus beiden Richtungen kommen. Nicht wenige Amerikaner denken nun, dass auch hier, trotz der einfachen Stopp-Schilder, derjenige Vorfahrt hat, der zuerst da war. Das kann gefährlich werden, falls einer geradeaus fahren und der andere links abwiegen will. Im amerikanischen Straßenverkehr sollte man sich also nicht unbedingt auf sein Recht verlassen, sondern vielmehr darauf gefasst sein, dass andere Verkehrsteilnehmer ahnungslos bzw. unaufmerksam sind.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Deutsche Zeitungen in den USA

In den USA gab es Ende des 19. Jahrhunderts Hunderte deutschsprachige Zeitungen. Hier ist eine Liste der deutschen Zeitungen in den USA aus dem Jahr 1882, veröffentlicht in Geo. P. Rowell and Co.'s American Newspaper Directory:

Heute gibt es nur noch eine Handvoll deutsche Zeitungen in den USA:

- Amerika Woche
- California Staats-Zeitung
- Das Fenster
- Neue Presse
- Nordamerikanische Wochenpost

Tipp: In meinen Auswanderer-Krimis, die zu genau dieser Zeit handeln, spielen deutsche Zeitungen in Amerika eine wichtige Rolle.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 15: "hear through the grapevine"

Im amerikanischen Bürgerkrieg wurde bereits der Telegraph genutzt, die Sklaven jedoch gaben Informationen mündlich untereinander weiter und diese Art der Übermittelung wurde grapevine telegraph genannt, da sich die Nachrichten wie über Ranken (grapevine = Weinranke) verbreiteten.

Die Redewendung hear (something) through the grapevine wird seitdem gebraucht, um auszudrücken, dass man etwas über Umwege erfahren hat.

Beispiel: I heard through the grapevine that Brian is looking for a new job. (Mir ist zu Ohren gekommen, dass Brian auf der Suche nach einer neuen Arbeit ist.)

Barrett Strong und Norman Whitfield schrieben 1966 den Song "I Heard It Through the Grapevine" für Motown Records. Marvin Gaye hatte Ende 1968 einen Riesenhit damit.

Montag, 26. Januar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 14: "from rags to riches"

Die Redewendung „vom Tellerwäscher zum Millionär“ wird oft mit den USA in Verbindung gebracht, jedoch kennen die Amerikaner diese Redewendung so nicht. Bei ihnen heißt es from rags to riches („von Lumpen zu Reichtümern“), ein Konzept, das tief in ihrer Seele verankert ist. Rund 80 Prozent der Amerikaner glauben nämlich an die Möglichkeit, durch harte Arbeit reich zu werden. Laut einer Studie mit dem Titel Understanding Mobility in America des Ökonomen Tom Hertz aus dem Jahr 2006 liegen die Chancen jedoch bei nur einem Prozent. Die Chancen, es vom „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu schaffen, sind also 1:100. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und nähren medienwirksam sowie volksberuhigend die Hoffnung.