Mittwoch, 18. März 2015

Wohnung mieten in den USA – 10 Dinge, die man unbedingt beachten sollte

In meinem Buch "Alltag in Amerika. Leben und Arbeiten in den USA" gibt es ein ausführliches Kapitel zum Thema Wohnungssuche und Wohnung mieten in den USA. Trotzdem möchte ich hier einmal einige wichtige Dinge zusammenfassen. (Falls euch einige dieser Tipps selbstverständlich vorkommen, denkt bitte daran, dass jeder Leser einen anderen Erfahrungsschatz hat. Falls ihr Tipps hinzufügen möchtet, schreibt bitte einen Kommentar.)

Wohnung mieten USA1. Das Internet ist ein hervorragender Startpunkt in Sachen Wohnungssuche. Auf Apartments.com findet man Wohnungen in Apartmentkomplexen und auf Craigslist.org privat vermietete Wohnungen.

2. Wenn man eine Wohnung in einem Apartmentkomplex mieten möchte, wird normalerweise die Credit History überprüft. Private Vermieter machen das zwar auch oft, lassen aber in der Regel eher mit sich reden, falls man noch keine Credit History hat, was bei den meisten Leuten, die erstmals in die USA umziehen der Fall ist. Der Nachweis einer Arbeit und eines gewissen Einkommens, eine höhere Kaution (security deposit) oder die rechtlich verbindliche Bürgschaft durch amerikanische Verwandte oder Freunde können unter Umständen Abhilfe schaffen.

3. Wer in einem Apartmentkomplex mieten möchte, sollte sich vorab einmal auf Apartmentratings.com und ähnlichen Websites informieren, ob es Beschwerden von Mietern gibt.

4. Die Kriminalitätsrate in dem jeweiligen Stadtteil kann man auf Neighborhoodscout.com herausfinden.

5. Mietvertrag USAMietverträge werden in der Regel für ein Jahr abgeschlossen. Zieht man eher aus, ist man rechtlich verpflichtet bis zum Ablauf des Vertrages die Miete zu zahlen. Auf einen kürzeren Zeitraum oder sogar eine month-to-month lease lassen sich nur wenige Vermieter ein.

6. Wer seine Miete nicht zahlt, wird relativ schnell auf die Straße gesetzt, nicht selten unter Aufsicht der Polizei. Auch bei Mängeln an der Wohnung sollte man seine Miete immer in voller Höhe und pünktlich zahlen. Im Vergleich zu Deutschland haben Mieter in den USA nur wenige Rechte.

7. Man sollte sich vorab genau erkundigen, welche Haustiere erlaubt sind. Bei Hunden gibt es oft Einschränkungen, was die Rassen betrifft.

8. Beim Einzug bekommt man normalerweise eine Checkliste, in die man alle Mängel eintragen muss. Das sollte man gründlich erledigen und auf die Behebung aller Mängel bestehen.

9. Sollte sich der Vermieter weigern, erhebliche Mängel zu beheben, kann man den Housing Inspector der jeweiligen Stadtverwaltung kontaktieren. (Man kann dort auch eine Broschüre mit dem Housing Code der Stadt bekommen, der die Verpflichtungen der Vermieter darlegt.)

10. Anders als in Deutschland werden Ruhezeiten in den USA kaum beachtet. Man sollte in dieser Hinsicht sehr tolerant sein. Falls es erhebliche Störungen gibt, kann man die Polizei rufen. Allerdings sollte man sich vorher in der Noise Ordinance der Stadt informieren, welche Regelungen es gibt.

Samstag, 14. März 2015

Urgent Care - Was ist das?

Während man beim normalen Arzt, selbst bei Krankheit, telefonisch einen Termin vereinbaren muss, kann man bei einer Urgent Care ohne Voranmeldung erscheinen. Die durchschnittliche Wartezeit ist 30 Minuten, was ein entscheidender Vorteil gegenüber der Notaufnahme (emergency room, kurz: ER) ist, wo man oft stundenlang warten muss, wenn man sich nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet.

Urgent Care-Einrichtungen sind jeden Tag, also auch am Wochenende geöffnet, in der Regel von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.

Da nur der Leiter der Einrichtung ein Arzt sein muss, wird die Behandlung meistens von einem physician assistant, der in der Qualifizierung zwischen Arzt und Krankenpfleger (nurse) steht, durchgeführt. Behandelt werden u.a. einfache Brüche, Schnittwunden, Blasenbeschwerden und Erkältungen.

Werden die medizinischen Möglichkeiten der Urgent Care überschritten, schickt man den Patienten zur Notaufnahme eines Krankenhauses.

In den USA gibt es derzeit rund 10.000 Urgent Care-Einrichtungen, Tendenz steigend.

Freitag, 6. März 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 17: "when the rubber meets the road"

Diese Redewendung kann man auch mit where statt when und hits statt meets hören und bezieht sich natürlich auf Fahrzeugreifen, die auf den Straßenbelag treffen (wörtlich: "wenn das Gummi auf die Straße trifft").

Die Reifenfirma Firestone verwendete in den 1960er und 1970er Jahren den Slogan "Where the rubber meets the road" und machte damit diese Variante der Redewendung populär.

When the rubber meets the road drückt aus, dass die Zeit des Redens und der Theorie vorbei ist und die Stunde der Wahrheit gekommen ist.

Beispiel: Friday is when the rubber meets the road. This game is going to be a litmus test. (Am Freitag schlägt die Stunde der Wahrheit. Dieses Spiel wird zur Nagelprobe.)

Samstag, 28. Februar 2015

Öffentliche Bibliotheken in den USA

Boston Public Library
In den USA gibt es mehr als 9.000 öffentliche Bibliotheken (public libraries) mit insgesamt mehr als 136.000 Mitarbeitern und 170 Millionen registrierten Lesern. Der Betrieb der Bibliotheken kostet mehr als 10 Milliarden Dollar pro Jahr. Über 84 Prozent dieser Kosten werden von den Städten und Landkreisen aufgebracht, deren Haushalte sich in erster Linie durch die Besteuerung von Immobilien finanzieren. Spenden machen 8 Prozent aus und Zuschüsse der Bundesstaaten 7 Prozent.

Fort Worth Public Library
Öffentliche Bibliotheken ermöglichen insbesondere ärmeren Leuten den kostenlosen Zugang zu Informationen. In den public libraries der USA gibt es insgesamt rund 300.000 Computer mit Internet-Anschluss. Selbst kleinere Bibliotheken haben oft zwei Dutzend Internet-Computer. Neben zahlreichen Veranstaltungen für Kinder bieten viele Bibliotheken auch Kurse für Erwachsene, u.a. zu Themen wie Arbeitssuche und Bewerbung sowie Englisch als Fremdsprache. Bibliothekare helfen nicht selten beim Ausfüllen und Ausdrucken von Bewerbungen.

Bücherbus Ypsilanti (Michigan)
Öffentliche Bibliotheken in Großstädten und Ballungsgebieten haben oft auch zahlreiche fremdsprachige Bücher und Zeitschriften im Bestand. In der Bibliothek in Ypsilanti (Michigan), wo ich meine Auswanderer-Romane geschrieben habe, gibt es u.a. Bücher auf Spanisch, Deutsch, Russisch und Chinesisch. Bibliotheken mit einem ländlichen Einzugsgebiet verfügen in der Regel über eine Fachbücherei.

Diese Grafik zeigt die Bibliotheksdichte in verschiedenen Regionen der USA:


Donnerstag, 26. Februar 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 16: "get ducks in a row"

Bevor man ein Projekt oder einen Konkurrenten angeht, sollte man sich diesbezüglich gut in Stellung bringen und organisatorisch alles auf die Reihe kriegen. Die Amerikaner gebrauchen dafür gern die Redewendung get ducks in a row. In den Medien ist sie zum ersten Mal Anfang der 1930er Jahre aufgetaucht. Für ihre Herkunft gibt es mehrere Theorien.

Es liegt natürlich nahe, an Enten zu denken, die ihren Nachwuchs dazu anhalten, in einer Linie hinter ihnen her zu schwimmen bzw. zu gehen, um einen besseren Überblick zu behalten. Gegen diese Theorie spricht aber, dass kleine Enten nicht als ducks sondern als ducklings bezeichnet werden. Allerdings könnte die Redewendung daher kommen, dass Enten in Formation fliegen.

Andere Theorien beziehen sich auf Rummelplatzspiele, wo entenförmige Schießscheiben nacheinander aufgereiht wurden und von einem Transportband bewegt an den Schützen vorüberzogen, oder wo Gummienten, auf denen ein Gewinn auf der Unterseite stand, in einem Becken aufgereiht wurden.

Die beliebteste Theorie besagt jedoch, dass diese Redewendung aus dem Bowling stammt. Die Kegel waren früher kürzer und dicker und wurden ducks genannt. Da sie systematisch aufgestellt wurden, leitete sich daraus möglicherweise get ducks in a row ab.

Beispiel:

The presidential campaign season is just around the corner, and candidates on both sides are getting their ducks in a row to vie for the White House. (Der Präsidentschaftswahlkampf steht vor der Tür und Kandidaten von beiden Seiten bringen sich in Stellung, um für das Weiße Haus zu konkurrieren.)

Mittwoch, 11. Februar 2015

Auswanderer-Krimis als E-Books in den USA erhältlich

Liebe Leser in den USA, meine Auswanderer-Krimis gibt es jetzt auch hier als E-Books zu kaufen: "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät".

Auswanderer-RomanePresse und Leserstimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

„Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden.” (DAS MAGAZIN)

„Ein Krimi der erfrischend anderen Art.” (Amazon.de)

„Man will das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung wird von Seite zu Seite spannender. Es ist alles so toll beschrieben, man fühlt sich mitten im Geschehen. Ich kann das Buch nur bestens empfehlen und freue mich schon auf die Fortsetzung.”(LovelyBooks.de)

„Motive und mögliche Täter lassen den Leser in immer neue Spekulationen verfallen um zum Schluss doch überrascht zu werden.” (Amazon.de)

Donnerstag, 5. Februar 2015

Tipps zum Zug fahren in den USA

Mit dem Zug zu fahren, ist in den USA insgesamt umständlicher als in Europa. Damit sind allerdings nicht die Regionalzüge gemeint, die in verschiedenen Ballungsgebieten die jeweilige Großstadt mit wichtigen umliegenden Orten zum Zwecke des Berufsverkehrs verbinden und an deren Bahnhöfen sich nicht selten kostenlose Parkplätze befinden. Diese Züge zu benutzen, ist relativ unkompliziert.

Hier soll es vielmehr um die für den Fernverkehr zuständige staatliche Bahngesellschaft Amtrak gehen. Diese fährt leider nur auf relativ wenigen Strecken. Hier einige Tipps, die auf Erfahrungen beruhen, die ich über die Jahre gemacht habe:

1. Zugfahrkarten sollten weit im Voraus gekauft werden, denn jeder Zug nimmt nur so viele Passagiere mit, wie Sitzplätze vorhanden sind. Je eher man das macht, desto preiswerter werden die Fahrkarten zudem sein.

2. Auf größeren Bahnhöfen muss man wie beim Fliegen in einem Wartebereich bleiben und vor Betreten des Bahnsteiges die Fahrkarte vorzeigen. Die Bahnsteige haben oft den Charakter einer Fabrikhalle.

Zug fahren in den USA3. Man sollte die Anweisungen zum Ein- und Aussteigen beachten, da das oft nur an bestimmten Türen erfolgen darf. Die Türen dürfen auch nur vom Personal geöffnet werden.

4. Die Züge sind bequem und sauber, jedoch oft zu kalt. Man sollte unbedingt einen Pullover, eine Jacke oder eine Decke dabei haben.

5. Da sich die Eisenbahnstrecken in der Regel im Besitz privater Eisenbahngesellschaften befinden, haben Güterzüge oft Vorfahrt und es kommt nicht selten zu Verspätungen im Personenverkehr.

Wenn man viel Geduld mitbringt, kann das Zug fahren in den USA viel Spaß machen. Man fährt durch Landschaften, die man im Auto oder Flugzeug nicht gesehen hätte. Viele Züge haben einen Aussichtswagen, der einen Panoramablick ermöglicht. Auch wird man oft Amischen begegnen, denn die reisen gerne mit dem Zug.

Die Amtrak-Website gibt es übrigens auch in einer deutschen Version.

Welche Erfahrungen und Tipps zum Zug fahren in den USA habt ihr?

Freitag, 30. Januar 2015

Vorfahrt leicht gemacht: 4-Way Stop

Um Autofahrern das Nachdenken über Vorfahrtregeln zu ersparen, haben die Amerikaner in den späten 1940er Jahren den 4-Way stop eingeführt.

An den Kreuzungen vieler Nebenstraßen müssen Autofahrer seither nicht mehr grübeln, wer Vorfahrt hat: Wenn es am Stopp-Schild den Zusatz 4-Way (bzw. All Way oder 3-Way) gibt, kann derjenige, der zuerst an der Kreuzung angehalten hat, auch als Erster wieder losfahren. Ein wenig problematisch wird es allerdings, wenn dort zwei oder sogar drei Autos gleichzeitig zum Stillstand kommen, denn dann hat auch in Amerika derjenige Vorfahrt, der sich am weitesten rechts befindet. Die meisten Amerikaner scheinen das jedoch entweder nicht zu wissen, finden es zu verwirrend oder sogar unhöflich, und verständigen sich deshalb oft per Handzeichen darüber, wer zuerst darf.

Verkehrsplaner warnten bereits in den 1950er Jahren vor zu vielen 4-Way stops, da diese zu Überdruss und Nichtbeachtung führen würden. Tatsächlich kann man oft rolling stops beobachten, wenn nämlich Autofahrer des häufigen Anhaltens Leid sind und daher nicht mehr vollständig zum Stehen kommen. Aber auch das Gegenteil geschieht hin und wieder: Manche Fahrer halten an, wo es gar keinen 4-Way stop gibt und sorgen so mitunter für ärgerliche Situationen.

Vorsicht ist ferner angebracht, sollte eine Nebenstraße eine Hauptstraße kreuzen und auf der Nebenstraße Autos aus beiden Richtungen kommen. Nicht wenige Amerikaner denken nun, dass auch hier, trotz der einfachen Stopp-Schilder, derjenige Vorfahrt hat, der zuerst da war. Das kann gefährlich werden, falls einer geradeaus fahren und der andere links abwiegen will. Im amerikanischen Straßenverkehr sollte man sich also nicht unbedingt auf sein Recht verlassen, sondern vielmehr darauf gefasst sein, dass andere Verkehrsteilnehmer ahnungslos bzw. unaufmerksam sind.