Mittwoch, 24. Juni 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 20: nibbled to death by ducks

Diese Redewendung wird nicht in meinem neuen Buch Bessersprecher Englisch (US) stehen, da ich dort nur amerikanische Redewendungen vorstellen werde, die wirklich häufig im Alltag gebraucht werden.

Da mir diese Redewendung aber gefällt, an dieser Stelle einige Ausführungen:

Bereits im 17. Jahrhundert gab es die Redewendung „You might as well be nibbled to death by ducks as pecked to death by a hen.“ (Du kannst genauso gut von Enten zu Tode geknabbert als von einer Henne zu Tode gehackt werden.) Die kürzere Version wurde durch den Krimi-Bestseller „Nibbled to Death by Ducks“ von Robert Campbell aus dem Jahr 1989 populär gemacht und wird heute bevorzugt in der Wirtschaftsberichterstattung verwendet, wenn es darum geht, dass ein Unternehmen aus einer Vielzahl von Gründen langsam zugrunde geht. Alternativ kann man auch death by a thousand cuts (Tod durch tausend Schnitte) sagen.

Ein Anwendungsbeispiel:

Retailing is a notoriously competitive business and winners and losers can switch positions in a relatively short time. For the losers, the writing is often on the wall for a long time — see RadioShack for example — but the ultimate end is like being nibbled to death by ducks. (Der Einzelhandel ist notorisch konkurrenzbetont und Sieger und Verlierer können ihre Positionen in relativ kurzer Zeit tauschen. Für die Verlierer stehen die Zeichen oft seit Langem an der Wand, RadioShack ist ein Beispiel dafür, aber letzten Endes ist es ein Tod auf Raten.)

Dieses Anwendungsbeispiel habe ich hier gefunden: 247wallst.com

Freitag, 5. Juni 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 19: my two cents

Die Amerikaner übernahmen im 19. Jahrhundert die englische Redewendung my two pennies worth und wandelten sie leicht ab. Sie wird meistens in der kürzeren Version my two cents verwendet und bedeutet "meine bescheidene Meinung".

Mit ihr lässt sich eine Meinungsäußerung einleiten bzw. schließen und gegebenenfalls einen weniger konfrontierenden Ton geben, da my two cents eine Bescheidenheitsfloskel ist, die allerdings auch ironisch gebraucht werden kann.

Hier ist ein Anwendungsbeispiel:

I think, we should let go of this client, but that’s just my two cents. (Ich denke, wir sollten diesen Kunden fallen lassen, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.)

Wissenswert in diesem Zusammenhang ist, dass es in den USA von 1864 bis 1873 eine 2-Cent-Münze gab. Sie war die erste Münze mit der Aufschrift IN GOD WE TRUST (Auf Gott vertrauen wir), die seit 1938 auf allen US-Münzen steht. 1956 wurde In God We Trust zum offiziellen Motto der Vereinigten Staaten und ab 1957 deshalb auch auf Geldscheine gedruckt.

Auf der Facebook-Seite für mein Buch "Bessersprecher Englisch (US)", das im September erscheinen wird, verlose ich die hier abgebildete 2-Cent-Münze aus dem Jahr 1864.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Amerikanische Redewendungen - Teil 18: "over a barrel"

Die Redewendung over a barrel (wörtlich: über einem Fass; im übertragenen Sinne: hilflos ausgeliefert) tauchte in amerikanischen Zeitungen Ende der 1930er Jahre auf, könnte aber in der Umgangssprache schon länger verwendet worden sein. Sie bezieht sich auf eine Art der körperlichen Züchtigung, die mit Vorliebe in US-Gefängnissen praktiziert wurde: Gefangene wurden auf dem Bauch liegend in Längsrichtung auf einem Fass festgebunden und dann ausgepeitscht. Die Bestraften waren so der Züchtigung hilflos ausgeliefert.

Beispiel: They get you over a barrel. They have the money and the lawyers. (Du bist ihnen hilflos ausgeliefert. Die haben das Geld und die Anwälte.)

Sonntag, 26. April 2015

Eine Einführung in die Baseballregeln in 500 Worten

Der Besuch eines Baseball-Spiels gehört auf jeden Fall zu den 10 Dingen, die man als USA-Urlauber getan haben sollte. Die Kenntnis der Regeln trägt natürlich ganz wesentlich dazu bei, dass man dabei viel Spaß hat.

Hier nun also der Versuch, die Baseballregeln in 500 Worten zu erklären:

Das Spielfeld hat die Form eines Viertelkreises und besteht aus einem infield und einem outfield. Die geraden Kanten sind 90 bis 120 Meter lang und die gerundete Seite wird in Stadien durch die Zuschauerränge oder auf Sportplätzen durch einen Zaun abgegrenzt.

Das infield ist ein Quadrat mit einer Kantenlänge von ca. 27 Metern, an deren Ecken sich weiße Gummiplatten, die drei bases und die homeplate, befinden. In der Mitte ist ein kleiner Hügel (mound). Da das infield rautenförmig ins Spielfeld ragt, wird es auch diamond genannt. Das outfield, der Name sagt es, ist der Teil des Viertelkreises außerhalb des infield.

Das Spiel ist in neun Abschnitte (innings) eingeteilt, die jeweils aus zwei Hälften bestehen. Die Auswärtsmannschaft hat in der ersten Hälfte (top of the inning) das Schlagrecht, die Heimmannschaft in der zweiten Hälfte (bottom of the inning). Die Reihenfolge der schlagenden Spieler, die batting order, wird vom Trainer vor dem Spiel festgelegt und dem Schiedsrichter mitgeteilt.

Das Team mit Schlagrecht versucht zu punkten, indem seine Spieler die bases ablaufen. Jeder Spieler, der alle drei bases abläuft und es zurück zum Ausgangspunkt (homeplate) schafft, erzielt einen Punkt (run). Voraussetzung dafür ist, dass der batter, der Spieler des angreifenden Teams, der mit dem Schlagen an der Reihe ist, den Ball gut trifft. Dieser wird vom pitcher des verteidigenden Teams, der auf dem mound steht, geworfen.

Der pitcher versucht, den Ball in einer schwer berechenbaren Flugbahn zu werfen. Da der Ball vom catcher, seinem hinter dem gegnerischen batter hockenden Mitspieler, gefangen werden muss, zeigt der pitcher durch Geheimzeichen die geplante Wurfbahn an.

Die anderen Spieler des verteidigenden Teams stehen über das Spielfeld verteilt und versuchen den geschlagenen Ball unter Kontrolle zu bringen, um ein Punkten des Gegners zu verhindern. Je länger sie dazu brauchen, desto mehr Zeit haben die Spieler des angreifenden Teams, die bases abzulaufen und runs zu erzielen.

Nach dem Schlag wird der batter zum runner und muss versuchen, wenigstens zur ersten base zu kommen. Sollte es ihm gelingen den Ball in die Zuschauerränge zu schlagen und alle bases auf einmal abzulaufen, erzielt er einen homerun.

Meistens kommen die Spieler jedoch nur zur nächsten base. Wenn alles gut läuft, sind nach einigen Schlägen alle drei bases mit Spielern besetzt, d.h. die bases are loaded. Sollte nun ein guter Schlag gelingen, können es unter Umständen vier Spieler zum homeplate schaffen und punkten.

Wird der Ball jedoch vor Berühren des Bodens gefangen, ist der batter automatisch out. Wenn der Ball auf dem Boden landet, aufgehoben und zu einem Mitspieler geworfen wird, der mit einem Fuß auf einer base steht und den Ball fängt, bevor der runner dort ankommt, ist dieser ebenfalls out. Ein runner, der gerade keine Base berührt, ist auch out, wenn er von einem Feldspieler mit dem Ball oder mit dem Handschuh, in dem sich der Ball befindet, berührt wird. Sobald drei Spieler out sind, wird gewechselt.

Ziel des Spieles ist, mehr runs zu erzielen als der Gegner. Falls notwendig, werden zusätzliche innings gespielt, um das Spiel zu entscheiden.

Wer es lieber ausführlich hat, kann den 2.500 Worte langen Artikel bei Wikipedia lesen.

Donnerstag, 23. April 2015

Der König von Beaver Island

1844 wurde der Gründer der Mormonenkirche, Joseph Smith, zusammen mit seinem Bruder Hyrum ermordet und die Mehrheit der Mormonen akzeptierte Brigham Young als neues Kirchenoberhaupt. Dieser führte sie 1846/47 von Illinois nach Utah, wo sich noch heute das Zentrum der Mormonen befindet.

Eine kleine Gruppe scharte sich jedoch um den charismatischen Anwalt James Jesse Strang und zog mit ihm nach Wisconsin. Da es dort nicht genug Land gab und das Zusammenleben mit den nichtmormonischen Nachbarn problematisch war, beschloss Strang 1848 einen Umzug auf die im nördlichen Michigansee gelegene Insel Beaver Island, die zwölf Meilen lang und sechs Meilen breit ist. Dort krönte sich Strang 1850 zum König.

King James herrschte mit eiserner Faust über die Insel. Im Gegensatz zu Smith und Brigham war Strang anfangs kein Polygamist, hatte dann aber doch fünf Frauen und insgesamt zwölf Kinder. 1852 ließ er sich von seinen Anhängern ins Parlament von Michigan wählen.

Machtgierig wie King James war, hatte er natürlich auch Feinde, in erster Linie unter den früheren Bewohnern der Insel, hautsächlich Fischer irischer Herkunft, aber auch unter seinen eigenen Leuten. Am 16. Juni 1856 wurde Strang daher ermordet. Seine Mörder kamen ungestraft davon und die nun führerlosen Mormonen wurden von den Fischern gewaltsam von Beaver Island vertrieben.

Wer Beaver Island heute besucht, kann dort noch die von Strang gegründete Ortschaft St. James und die Druckerei der Mormonen (Old Mormon Print Shop) finden. Um nach Beaver Island zu kommen, fährt man gut zwei Stunden von Charlevoix (im Nordwesten Michigans) mit einer Fähre der Beaver Island Boat Company.

Zum Weiterlesen: Schönes Reiseziel: Die Großen Seen

Mittwoch, 15. April 2015

Höchstgeschwindigkeit in den USA

Die Höchstgeschwindigkeit auf amerikanischen Autobahnen unterscheidet sich je nach Bundesstaat. In den meisten Staaten in der Osthälfte der USA liegt sie bei 70 mph (113 km/h) und in der Mehrheit der Staaten in der Westhälfte bei 75 mph (121 km/h). In Kalifornien und Washington State liegt sie allerdings auch bei 70 mph, in Oregon und Alaska sogar bei nur 65 mph (105 km/h). Auf einigen Streckenabschnitten in Idaho, South Dakota, Utah und Wyoming sind 80 mph (129 km/h) erlaubt. In Texas wird die Höchstgeschwindigkeit durch die einzelnen Verwaltungsbezirke festgelegt und liegt zwischen 65 und 85 mph (137 km/h).

Wer gern schnell(er) fährt, ist im Westen der USA (mit Ausnahme der Westküste) besser aufgehoben:

Informationen zur Höchstgeschwindigkeit in den einzelnen Bundesstaaten und zu den Strafgebühren gibt es auf Wikipedia.

Freitag, 3. April 2015

Welches Auswandern-USA-Forum ist empfehlenswert?

Zum Thema Auswandern in die USA gibt es eine Reihe von Foren, in denen sich Leute, die bereits in den USA leben, und Leute, die noch vorhaben, auszuwandern bzw. längere Zeit in Amerika zu arbeiten, austauschen. Dazu gehören:

USA-Auswandererforum.com - Dieses Forum beschäftigt sich in erster Linie mit dem Auswandern in die USA, wie man das macht, wie man eine Arbeit findet oder eine Firma gründet. Themenbereiche wie Studium, Schulbesuch, Au-Pair und Reisen kommen ergänzend hinzu.

Amerika-Forum.de ist ein lebendiges Forum zu den Themen Reisen und Auswandern in die USA und Kanada. Allein im Themenbereich Auswandern USA gibt es mehrere Hunderttausend Beiträge.

Germanicans.com - Ein Forum für Deutsche, die in den USA leben bzw. hier leben wollen. Früher war in diesem Auswanderer-Forum mehr los, in letzter Zeit scheint dort jedoch die Diskussion etwas eingeschlafen zu sein. Neue Mitglieder würden das Forum sicher ein wenig beleben. Man kann dort aber auch in den alten Diskussionen stöbern und die eine oder andere gute Information herausfischen.

Tipp: Falls ihr vorhabt, euch an einem bestimmten Ort niederzulassen, würde ich in diesen Foren nach Leuten suchen, die bereits dort leben und deren Ortskenntnis nutzen, z.B. wenn um das Mieten einer Wohnung geht.

Welche Foren zum Thema Leben und Arbeiten in den USA könnt ihr empfehlen?

Jetzt für einen Garten anmelden

Diesen Hinweis gebe ich jedes Jahr und da an vielen Orten die Gartensaison am 1. Mai beginnt, ist es jetzt wieder an der Zeit dafür:

Wer in den USA keinen Garten hinterm Haus hat bzw. in einer Wohnung lebt, kann vielerorts gegen eine relativ geringe Gebühr in einem Community Garden Gemüse, Blumen und Kräuter anbauen. Dadurch spart man Geld für Lebensmittel, zaubert frisches Gemüse auf den Tisch und lernt neue Leute kennen.

In den meisten Gemeinschaftsgärten kann man das Land nur vom Frühling bis zum Herbst nutzen. Dann wird der Boden umgepflügt und im nächsten Jahr neu verteilt. Da es oft Wartelisten gibt, sollte man sich schon jetzt für ein Gartenstück (garden plot) anmelden. Ein Verzeichnis vieler Gemeinschaftsgärten gibt auf CommunityGarden.org.