Samstag, 22. November 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 11: "raise red flags"

Seit dem 18. Jahrhundert wurden rote Fahnen hochgezogen, um vor Überschwemmungen und anderen Gefahren zu warnen. Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet diese Redewendung, dass bestimmte Bemerkungen oder Beobachtungen den Verdacht auslösen, dass etwas nicht stimmen könnte, insbesondere in Situationen, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein.

Die Verwendung erfolgt sowohl im Singular (raises a red flag), jedoch häufiger im Plural (raise red flags):

“The fact they're only interviewing one person raises a red flag,” Johnson said. “Was there really only one applicant qualified?” (Die Tatsache, das nur eine Person zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, ist merkwürdig“, sagte Johnson. „Gab es wirklich nur einen qualifizierten Bewerber?)

Attractive homes that have sat on the market for a long time tend to raise red flags for potential buyers, who instinctively want to know why the home hasn't sold yet. (Attraktive Häuser, die lange zum Verkauf stehen, neigen dazu, bei potentiellen Käufern die inneren Alarmglocken läuten zu lassen. Sie wollen instinktiv wissen, warum das Haus noch nicht verkauft wurde.)

In diesem Zusammenhang ein Tipp für alle, die einen Hauskauf in den USA vorhaben: Man sollte grundsätzlich kein Haus kaufen, ohne es vorher gründlich von einem home inspector auf Mängel untersuchen zu lassen. Sollten sich diese erweisen, kann man entweder vom Kauf zurücktreten, einen Preisnachlass aushandeln oder die Reparatur verlangen. Beauftragen Sie keinen home inspector, der vom Immobilienmakler empfohlen wird, sondern lassen Sie sich einen von Freunden oder Kollegen empfehlen.

Dienstag, 11. November 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 10: "knock it out of the park"

Wenn der Schlagmann im Baseball den Ball so hart und gut trifft, dass er aus dem Stadion (ballpark) oder zumindest in die Zuschauerränge fliegt, kann er gemütlich von Platte zu Platte laufen und einen home run erzielen.

Falls im Berufsleben jemand eine hervorragende Leistung bzw. ausgezeichnete Resultate erzielt, besonders am Anfang eines Projektes oder beim ersten Versuch, wird daher oft umgangssprachlich gesagt: He knocked it out of the park!

Beispiel:

Our new salesman knocked it out of the park. He sold three cars on his first day! (Unser neuer Verkäufer war super. Er hat drei Autos an seinem ersten Arbeitstag verkauft!)

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Warum lässt das Interesse der Deutschen am Auswandern in die USA nach?

Die Zahl der Suchanfragen bei Google gibt oft Auskunft über gesellschaftliche Trends. Was das Thema Auswandern USA betrifft, scheint der Trend seit 2007 in Deutschland rückläufig zu sein:

Hat das wirtschaftliche Gründe? Während die USA sich mehrere Jahre lang in einer Wirtschaftskrise befanden, ging es der deutschen Wirtschaft relativ gut. Historisch gesehen gab es die größten Auswandererzahlen, wenn es den Leuten in Deutschland schlecht ging und die amerikanische Wirtschaft gleichzeitig dringend Arbeitskräfte benötigte.

Was denkt ihr: Warum ist das Interesse der Deutschen an einer Auswanderung in die USA zurückgegangen? Habt ihr vielleicht selber ans Auswandern gedacht und dann dagegen entschieden? Wenn ja, warum? Oder habt ihr nach wie vor die Absicht, in die USA auszuwandern? Immerhin befindet sich die U.S.-Wirtschaft ja jetzt im Aufschwung...

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Auswanderer-Romane

In den letzten zwei Jahren habe ich die Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" geschrieben, in denen es um deutsche Auswanderer geht, die sich in der baumlosen Steppe des Dakota-Gebietes ansiedeln. Die Romane spielen 1881 und 1883, also sechs Jahre bevor aus dem Gebiet die Bundesstaaten North Dakota und South Dakota wurden.

Auswanderer-RomaneDie beiden Bücher sind der Beginn einer Serie, die das Schicksal der Familie Sievers und ihrer Freunde und Nachbarn bis ans Ende des Zweiten Weltkrieges verfolgen soll. Ich habe die Bücher als Krimis geschrieben, damit zu dem gründlich recherchierten Hintergrund und die fortlaufende Geschichte der Familie in jedem Buch noch eine gehörige Portion Spannung hinzukommt. Übrigens habe ich in den Neunziger Jahren selbst mitten in der Prärie South Dakotas gelebt und damals noch alte Menschen getroffen, die Kinder und Enkel von Einwanderern waren und die noch Deutsch von ihren Eltern gelernt hatten. Von da an war ich von der Geschichte der deutschen Auswanderer gefesselt.

Falls auch ihr in die Welt der deutschen Siedler eintauchen möchtet: Meine beiden Auswanderer-Romane könnt ihr in jeder Buchhandlung bestellen und auf der Pinterest-Seite Deutsche in Amerika habe ich eine Reihe von Fotos zusammengetragen, die den Alltag der Auswanderer zeigen.

Amerikanische Redewendungen - Teil 9: "down to the wire" und "wire to wire"

Die Redewendung "down to the wire" wird verwendet, wenn Spannung bis zum Ende eines Wettbewerbs herrscht.

Der Ursprung liegt im Pferderennen, wo im 19. Jahrhundert ein Draht (wire) über der Ziellinie hing, der dazu diente, den Sieger besser bestimmen zu können. Wenn die Pferde bis kurz vor der Ziellinie gleichauf lagen, ging der Wettkampf "down to the wire".

Diese Redewendung wird nun in vielen Umständen verwendet, z.B. wenn im Wahlkampf Kandidaten bis zum Ende gleichauf liegen:

Eine eng verwandte Redewendung ist "wire to wire". Bei den Pferderennen wurde nämlich nicht nur am Ziel ein Draht gespannt, sondern auch am Start, um Fehlstarts zu verhindern. Ein Pferd, das gleich am Start in Führung ging und diese dann bis zum Ziel nicht mehr abgab, lag von Draht zu Draht, also "wire to wire", vorn.

Heutzutage wird diese Redewendung hauptsächlich in Bezug auf alle möglichen Sportarten verwendet, z.B. hier im Baseball, wo die Orioles von Anfang bis Ende der Saison auf Platz 1 der Tabelle lagen:

Montag, 6. Oktober 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 8: "throw (someone) under the bus"

Diese Redewendung wird häufig im Geschäftsleben und in der Berichterstattung aus Politik und Sport verwendet. Jemanden "unter den Bus werfen" bedeutet, ihn zu opfern, indem man ihm gegenüber anderen bzw. öffentlich die Schuld an etwas gibt. Dies wird in der Regel getan, um von der eigenen Person abzulenken bzw. um einen Vorteil zu erlangen. Unter Umständen wird auf diese Weise ein Kollege, Verbündeter, Partner oder Freund geopfert, um die eigene Haut zu retten.

1988 wurde die Redewendung wahrscheinlich vom Manager eines Radiosenders in Boston ins Leben gerufen und anschließend oft von den Mitarbeitern des Senders verwendet, erst intern und dann auch auf Sendung. Anfang der 1990er Jahre tauchte sie weiter verbreitet im Sprachgebrauch auf und ab 2004 wurde sie zunächst im Sport und ab 2008 auch in der Politik populär. Heutzutage kann man sie in vielen weiteren Bereichen hören.

Beispiele:

The President threw his Secretary of State under the bus. (Der Präsident schob seinem Außenminister die Verantwortung zu.)

The players are far too professional to throw their coach under the bus in public. (Die Spieler sind viel zu professionell, um ihren Trainer öffentlich die Schuld zu geben.)

Freitag, 3. Oktober 2014

Blog-Empfehlung: USA Kulinarisch

An dieser Stelle möchte ich euch einmal auf ein tolles Blog hinweisen: USA Kulinarisch. Dort schreibt Gabriele Frankemölle über alle Aspekte der amerikanischen Küche, und das seit 16 Jahren! Selbstredend gibt es jede Menge Rezepte, aber auch Umrechnungshilfen, Informationen zur amerikanischen Esskultur, Kochbuch-Rezensionen, Veranstaltungstipps, ein Food-Lexikon, Leserfragen und -antworten und vieles mehr. Guten Appetit!

Montag, 15. September 2014

100 Jahre Greyhound

Im Jahr 1914 begann der damals 27-jährige schwedische Einwanderer Carl Eric Wickman aus der Not heraus mit dem Transport von Passagieren. Er hatte seine Arbeit im Bergbau verloren, sich vergeblich als Autoverkäufer versucht und transportierte nun Bergarbeiter mit einem Siebensitzer-Auto (Foto rechts), für das er keinen Käufer finden konnte, zwischen zwei Kleinstädten in Minnesota hin und her. (Die Arbeiter wollten die Kneipen im Nachbarort besuchen.) 1915 schloss er sich mit einem Unternehmer zusammen, der einen ähnlichen Service betrieb.

Ende 1918 besaß Wickman dann bereits 18 Busse und nach einem Zusammenschluss mit einem anderen Busunternehmen und der Übernahme von zwei weiteren Betrieben fuhren seine Busse ab 1926 schrittweise unter dem Namen Greyhound Lines. 17 alte Greyhound-Busse kann man im Greyhound Bus Museum in Hibbing (Minnesota) bewundern.

Mittwoch, 10. September 2014

Amerikanische Redewendungen - Teil 7: "going postal"

"Going postal" bedeutet, dass jemand ausrastet (in der Regel am Arbeitsplatz) und gewaltätig wird.

Entstanden ist diese Redewendung nach mehreren Amokläufen von Mitarbeitern der amerikanischen Post.

Am 20. August 1986 erschoss ein Angestellter des U.S. Postal Service in Edmond (Oklahoma) vierzehn Kollegen und verletzte sechs weitere. In den Folgejahren gab es eine Reihe ähnlicher Ausraster von Postmarbeitern und die ersten Erwähnung der Redewendung "going postal" tauchte 1993 in der Presse auf:

Thirty-five people have been killed in 11 post office shootings since 1983. The USPS does not approve of the term "going postal" and has made attempts to stop people from using the saying. (St. Petersburg Times, 17.12.1993)

Durch den Film "Clueless" (1995) wurde diese Redewendung dann weit verbreitet.