Montag, 19. Dezember 2016

Ice Fishing

Eine der liebsten Winterbeschäftigungen von Männern in den nördlichen Bundesstaaten ist das Angeln auf zugefrorenen Seen.

Sobald das Eis dick genug ist, wagen sie sich mit einer umfangreichen Ausrüstung auf den See. Ein benzingetriebener Riesenbohrer ist auf jeden Fall mit dabei, denn das Eis ist oft mehr als 30 Zentimeter dick. In der Regel bringt man auch ein leicht aufklappbares Spezialzelt mit, das einen schlittenartigen Untersatz hat und sich so leicht über den zugefrorenen See ziehen lässt.

Auf Seen, die dichter an der Grenze zu Kanada liegen und die länger zugefroren sind, werden auch regelrechte Hütten über das Loch im Eis gestellt und die Angler fahren mit dem Pickup auf den See. (Hin und wieder berichten die Medien von eingebrochenen Fahrzeugen.)

Die Zelte und Hütten schützen nicht nur vor dem eisigen Wind, sondern auch vor den Augen des Gesetzes. Die Angler verzehren nämlich mit Vorliebe Alkoholisches während sie am Eisloch sitzen, aber das Trinken in der Öffentlichkeit ist in den USA verboten und wird mit hohen Strafgeldern geahndet, und das gilt auch beim Angeln an und auf Gewässern.

Freitag, 9. Dezember 2016

Seniorensport im Einkaufszentrum

"Wer rastet, der rostet" scheint das Motto der meisten Senioren in den USA zu sein.

Sie arbeiten nicht selten über das Rentenalter hinaus, fahren noch als Achtzigjährige Auto, unternehmen Reisen, wenn sie es sich leisten können, und sind sportlich aktiv, so lange es die Gesundheit irgendwie erlaubt. In der amerikanischen Gesellschaft wird das alles als völlig normal betrachtet und eine Ausgrenzung von alten Menschen ist den Amerikanern vollkommen fremd.

Ältere Menschen, die in Gegenden wohnen, wo es zu kalt oder zu heiß ist, um im Freien aktiv zu sein, funktionieren die riesigen shopping malls in kostenlose Fitness-Zentren um. Bevor die Geschäfte aufmachen, drehen die Senioren mit forschem Schritt einige Runden in den langen Fluren. Die Betreiber der Malls haben nichts dagegen, denn so mancher der mall walkers kauft, bevor er nach Hause fährt, einen Kaffee oder macht andere Besorgungen. Die meisten Malls öffnen daher ihre Haupteingänge eine Stunde bevor die Geschäfte aufmachen. Einige bieten zudem auch Morgengymnastik mit Musik und Anleitung an.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Rail Trails - Erholung auf alten Eisenbahnstrecken

Was macht man mit stillgelegten Eisenbahnstrecken? Einfach so vor sich hinrotten lassen? Das landesweite Rails-to-Trails-Programm bietet eine schöne Lösung.

Alte Eisenbahnstrecken werden durch das Entfernen der Schienen und das Aufbringen einer Asphaltschicht in Wege umgewandelt, auf denen man Rad fahren, skaten und wandern kann. Die auf den alten Eisenbahnstrecken entstandenen Rad- und Wanderwege verlaufen quer durch das Land: durch Felder, Wälder, Städte und über alte Eisenbahnbrücken.

Rail Trails liegen zumeist abseits der Straßen mitten in der Natur. Das erhöht die Lebensqualität der Menschen vor Ort und fördert den Tourismus. Besonders in Städten ermöglichen sie vielen Leuten, mit dem Rad zur Arbeit oder zu einer Haltestelle des Nahverkehrs zu fahren. Die Schaffung von Jobs in kleinen Geschäften und Restaurants entlang der Strecken ist ein positiver Nebeneffekt.

Seit 1986 wurden 1.904 Rad- und Wanderwege mit einer Länge von mehr als 22.000 Meilen geschaffen. Mehr als 700 weitere Projekte befinden sich in der Planung. Der längste Rail Trail ist der John Wayne Pioneer Trail im Bundesstaat Washington mit einer Länge von 253 Meilen.

Freitag, 2. Dezember 2016

Crazy Horse Memorial

Die Black Hills in South Dakota sind einer der schönsten Orte in den USA, die ich in den letzten 20 Jahren besucht habe. Dort gibt es nicht nur die in den Fels gehauenen Präsidentenköpfen von Mount Rushmore, die Büffel im Custer State Park und die Goldgräberstadt Deadwood, sondern auch das Crazy Horse Memorial.

Seit beinahe siebzig Jahren arbeitet die Familie Ziolkowski daran, einen Berg in den Black Hills in die größte Skulptur der Welt zu transformieren. Das Denkmal für Lakota Häuptling Crazy Horse wird achtmal so hoch sein wie die Sphinx in Ägypten.

Crazy Horse wurde zum Symbol indianischen Widerstands nachdem er 1876 die Truppen von General George Armstrong Custer in der Schlacht am Little Big Horn vernichtend schlug. Nur ein Jahr später wurde Crazy Horse in Gefangenschaft erstochen.

Am 3. Juni 1948 begann Bildhauer Korczak Ziolkowski, der sich kurz "Korczak" nannte, im Beisein von fünf indianischen Überlebenden der Schlacht am Little Big Horn mit einer ersten Sprengung die Arbeiten an der Skulptur, die Crazy Horse auf einem Pferd reitend und den Arm über die Black Hills ausstreckend darstellt.

Bis zu seinem Tod im Jahre 1982 trug Korczak Tausende Tonnen Gestein ab und baute Straßen und Gebäude auf dem umliegenden Gelände. Seine Arbeit wird heute von seiner Familie fortgesetzt. Ein Ende ist nicht absehbar, bis jetzt ist lediglich das Gesicht fertiggestellt.

Bildquelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das gesamte Projekt wird durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Eine Million Menschen kommen jährlich, viele davon zum wiederholten Mal, um den Fortschritt der Arbeiten zu sehen. Staatliche Hilfe haben die Ziolkowskis abgelehnt, um ihre Unabhängigkeit zu wahren. Nach der Fertigstellung sollen alle Einnahmen den amerikanischen Ureinwohnern zukommen.

Das nur siebzehn Meilen von den vier Präsidentenköpfen am Mount Rushmore entfernte Crazy Horse Memorial soll der Welt zeigen, dass "auch der rote Mann Helden hat." So war es der Wunsch von Häuptling Henry Standing Bear, als er Korczak mit der Errichtung des Denkmals beauftragte.