Mittwoch, 21. November 2012

Russlanddeutsche in Amerika

Die Präriegebiete der USA und Kanadas wurden nicht nur von vielen Einwanderern aus Deutschland besiedelt, sondern auch von zahlreichen Russlanddeutschen, die Ende des 19. Jahrhunderts ihre Dörfer an der Wolga und am Schwarzen Meer verließen, nachdem Zar Alexander II. ihren Sonderstatus, insbesondere die Befreiung vom Dienst in der russischen Armee, aufgehoben hatte. Die deutschen Siedler waren Mitte des 18. Jahrhunderts der Einladung von Zarin Katharina II. gefolgt, sich in Russland niederzulassen.

Im Dakota-Territory, aus dem später die Staaten North Dakota und South Dakota hervorgingen, lockten sowohl Freiheit als auch 160 Acres (ca. 64 Hektar) kostenloses Land. 1862 hatte Präsident Lincoln das Homestead-Gesetz unterzeichnet, das jeder Person über 21 Jahren erlaubte, sich auf einem bis dahin unbesiedelten Stück Land niederzulassen.

32.000 Russlanddeutsche siedelten sich alleine in Nord Dakota an und spielen dementsprechend auch eine wichtige Rolle in meinem Auswanderer-Krimi "Hoffnung ist ein weites Feld".

Ein wichtiger Unterschied zum Leben in Russland war die Vorschrift des Homestead-Gesetzes, dass die Siedler direkt auf ihrem Stück Land, das als "Homestead" bezeichnet wurde, wohnen mussten. Das war eine große Umstellung, denn in Russland hatten sie in Dorfgemeinschaften gelebt, die u.a. gemeinsame Weiden und Getreidespeicher für den Notfall hatten. In Amerika war nun jede Familie auf sich selbst gestellt. Allerdings unterstützten sich auch hier die Nachbarn, die nun weit von einander entfernt lebten, beim Pflügen, bei der Aussaat und Ernte sowie beim Bau von Häusern und Scheunen.

Falls ihr euch für die deutsche Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert interessiert, möchte ich euch meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" ans Herz legen.

Auswanderer-RomanePressestimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld" ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (DAS MAGAZIN)

Kommentare:

  1. In diesem Zusammenhang auch gerade interessant die neue Doku von Ken Burns "The Dust Bowl".

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  2. Danke für den Tipp! Muss ich mir anschauen. Die Dust Bowl interessiert mich schon seit Jahren. Hatte hier auch schon mal was darüber geschrieben: Acht Jahre ohne Regen

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  3. Hallo,
    Ich bin nordamerikanisch Russlanddeutsche. Das "First Wave", sozusagen, waren die Wolgadeutsche, die von Zarin Katharina II eingeladen wurden; die Wolgadeutsch waren am meisten hessisch.
    Die "Zweite Welle" waren die Schwarzmeerdeutsche und ihren Dörfer sind in der Ukraine und Moldawien; die Schwarzmeerdeutsch waren am meisten Südwestdeutsche - schwäbisch, alemannisch, elsässisch, VIELLEICHT schweizerisch, aber ich glaube nicht,
    Meine väterliche Familie ist Schwarzmeerdeutsch, besonders schwäbisch. Man kann das im Dialekt des Heimatdorfs meines Vaters (Eureka, SD) hören.

    While I haven't read your books yet, they seem extremely interesting. If you haven't already, I would suggest having them translated into English - I know most if not all of my extended family on my father's side would also like to read them, aber sie können leider fast kein Standarddeutsch.

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    1. Auch: Zar Alexander II hatten die Schwarzmeerdeutsche eingeladen,

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    2. Vielen Dank! In den Büchern kommen natürlich Wolgadeutsche und Schwarzmeerdeutsche vor. Ich habe auch schon an eine Übersetzung gedacht, mal sehen, früher oder später wird vielleicht etwas daraus. :-)

      Falls es dich interessiert: es gibt auch eine Facebook-Seite zu den Auswanderer-Krimis.

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    3. Eric Ottenbacher: Es war Zar Alexander I. ;)

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    5. Du meinst Alexander I. hatte die Schwarzmeerdeutschen eingeladen? Das stimmt.

      "Der 17. Oktober 1803 gilt als Gründungstag der schwarzmeerdeutschen Kolonien bei Odessa. Zar Alexander I. kaufte an diesem Tag Land für die Kolonisten an."

      http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzmeerdeutsche

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  4. In Kansas mussten die Wolgadeutschen ihre Grundstücke von den Bahnkonzerne kaufen

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    1. Ja, die Bahnkonzerne haben riesige Flächen erhalten, die sie dann an Siedler, die kein kostenloses Land erhielten, weiterverkauften. Und sie haben an der Besiedlung des Mittleren Westens unheimlich verdient, da sie sowohl die Waren zur Versorgung der Siedler als auch deren Ernten transportierten. Die Macht dieser Unternehmen wird ja auch in den Auswanderer-Krimis angesprochen. Es verwundert sicher nicht, dass die reichsten Amerikaner jener Zeit unter den Besitzern der Eisenbahngesellschaften zu finden waren.

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