Montag, 7. März 2016

Ein Trailer Park ist keine Wohnwagensiedlung

Im Deutschen wird der amerikanische Begriff trailer oft mit "Wohnwagen" und trailer park oft mit "Wohnwagensiedlung" übersetzt. Wer sich jedoch einmal in einem amerikanischen trailer park umgesehen hat, wird sicher zustimmen, dass diese Übersetzung nicht zutreffend ist.

Denn in einem trailer park stehen heutzutage keine Wohnwagen (engl. campers) oder Wohnmobile (engl. RVs) mehr, sondern wesentlich größere mobile homes, d.h. in Fabriken vorgefertigte Wohneinheiten, die eher Baracken als Wohnwagen ähneln. Historisch gesehen entwickelten sie sich zwar aus Wohnwagen, aber das war vor 50-60 Jahren.

Mobile homes werden im Stück per Schwerlasttransport angeliefert. Sie stehen weder auf Rädern noch auf einem richtigen Fundament, sondern auf Betonklötzen. Genauso, wie sie angeliefert wurden, können sie zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Ort transportiert werden, was allerdings nur in den seltensten Fällen passiert.

Mobile homes werden in zwei Größen gebaut: single-wides sind bis zu 5,5 m breit und bis zu 27 m lang und werden komplett angeliefert. Double-wides sind wesentlich breiter und werden nicht selten in zwei Hälften an den Standort gebracht. Diese double-wides bleiben so gut wie immer am selben Platz.

Im trailer park werden sie ans Wasser-und Stromnetz angeschlossen und sie haben natürlich ein WC und eine Küche. Die trailer parks befinden sich fast immer außerhalb oder am Rande von Städten. Alte trailer parks vermitteln mitunter den Eindruck eines Slums, während neue trailer parks nicht selten einen eigenen Swimming Pool haben.

Nach Erhebungen der US-Regierung leben 6 Prozent der Bevölkerung, also rund 20 Millionen Menschen, in trailer parks.

Wie sollte man trailer park nun übersetzen? Am besten gar nicht. Ein trailer park ist ein Trailer Park, einen passenden deutschen Begriff gibt es nicht.

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