Samstag, 28. Januar 2017

Kabelbahnen in Chicago

Wenn man das Wort Kabelbahn hört, denkt man sofort an San Francisco, dem einzigen Ort, wo heute noch Kabelstraßenbahnen verkehren, die durch ein Umlaufseil angetrieben werden.

Kaum bekannt ist, dass es Ende des 19. Jahrhunderts in 29 amerikanischen Städten Kabelbahnen gab, von denen Chicago mit 66 km das zweitlängste Streckennetz hatte. (San Francisco hatte damals rund 8o km, heute sind es nur noch 8 km.) Kabelbahnen wurden also nicht nur in bergigem Gelände, wie in San Francisco, eingesetzt, sondern auch in flachen Städten wie Chicago.

 
Kabelbahnen lösten Pferdebahnen ab und wurden dann wiederum von elektrischen Straßenbahnen ersetzt. Ende des 19. Jahrhunderts existierten in vielen amerikanischen Großstädten alle drei Technologien nebeneinander. Insgesamt war das Leben der Kabelbahnen allerdings recht kurz, in Chicago z.B. fuhren sie von 1882 bis 1906.

 
Angetrieben wurden die meilenlangen Seile, die zwischen den Schienen unter der Erde verliefen, durch zentrale Dampfmaschinen. Die Seile liefen während der Betriebszeit ohne Unterbrechung und die Straßenbahntriebwagen konnten sich mit einer Greifvorrichtung mit dem Seil verbinden und so ziehen lassen. An Haltestellen und an Kreuzungen wurde diese Verbindung unterbrochen und die Wagen konnten gebremst werden.

Die Greifvorrichtung, die von dem Fahrer bedient wurde, war durch ein schmales Gestänge, das durch einen Spalt zwischen den Schienen passte, mit dem Wagen verbunden. Dieser Spalt musste sehr schmal sein, damit sich die zahlreichen Pferde im Straßenverkehr nicht die Beine brachen.

Anders als San Francisco war Chicago flach und lag in einem nördlichen Klima, mit Eis und Schnee im Winter. Nachdem Kabelbahnen auch hier erfolgreich eingeführt wurden, folgten zahlreiche andere Städte mit ähnlichen Bedingungen, z.B. St. Louis und New York. So fuhr von 1883 bis 1908 eine Kabelbahn über die Brooklyn Bridge.

Heute gibt es in Chicago kaum noch Spuren der Kabelbahnen. Dieses Gebäude in der LaSalle Street beherbergte ursprünglich eine der gewaltigen Dampfmaschinen, mit denen die Kabel angetrieben wurden:

In meinem Auswanderer-Krimi "Mit Müh und Not", der 1886 in Chicago handelt, kommen natürlich auch Kabelbahnen vor.

"Wie auch mit den ersten beiden Bänden schaffte Kai Blum es erneut, mich zu begeistern. Authentisch schildert er die historischen Ereignisse und hat die fiktiven Charaktere mit ihren Erlebnissen gekonnt eingebaut." (Die-Rezensentin.de)

"Man spürt regelrecht die gespannte Atmosphäre in der Stadt." (Histo-Couch.de)

Versandkostenfrei bei Amazon, Hugendubel und Thalia

Donnerstag, 5. Januar 2017

So langsam wird wirklich eine Auswanderersaga daraus

Im Klappentext des ersten Auswanderer-Krimis steht:

Mit "Hoffnung ist ein weites Feld" beginnt eine Auswanderersaga, die dem Leben der Familie Sievers sowie ihrer Verwandten, Freunde und Nachbarn von den 1880er Jahren bis ans Ende des Zweiten Weltkriegs folgen wird.

Eine solche Buchserie ist natürlich ein enormes Unterfangen, zumal der erste Band im Jahr 1881 handelt, der zweite 1883 und der dritte 1886. Wenn die Zeitabstände so fortgesetzt würden, kämen am Ende rund zwanzig Bände dabei heraus. Einige Leser hätten sicher nichts dagegen, aber ob der Autor das durchhält, ist eine andere Frage, zumal es möglicherweise auch zwanzig Jahre dauern würde, diese Bücher zu schreiben. :-)

Für den vierten Band ist deshalb möglicherweise ein Zeitsprung zu erwarten. Den Figuren der ersten drei Bücher etwa 10-15 Jahre später zu begegnen, könnte sicher sehr interessant sein. Wie haben sie sich entwickelt, welche Konflikte gibt es zwischen den eingewanderten Eltern und ihren in Amerika aufgewachsenen Kindern, wie gehen alle zusammen mit den veränderten ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen um?

Da ich als Autor ja gründlich darüber nachdenken muss, was in der Zwischenzeit geschieht, kann ich mir auch vorstellen, dass es einige kürzere Erzählungen, die zeitlich zwischen die Auswanderer-Krimis fallen, als E-Books geben könnte.