Freitag, 26. Februar 2016

Wie der Spatz nach Nordamerika kam

Um meine Auswanderer-Krimis historisch so genau wie möglich zu gestalten, lese ich viele zeitgenössische Bücher, so z.B. gerade die Reisebeschreibung "Ein Blick in die Neue Welt" des Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht, der von seiner USA-Reise im Herbst 1886 berichtet.

In einem Abschnitt über New York befindet sich dieser Satz: "Nur wenige Vögel konnte ich erblicken - unser europäischer Sperling, der vor etlichen dreißig Jahren künstlich eingeführt wurde, kommt nur in kleinen Gruppen vor und ist - wahrscheinlich deshalb - noch nicht im Besitz seiner urwüchsigen Unverschämtheit, welche ihn bei uns auszeichnet."

Das hat mich veranlasst, mir die Geschichte des Spatzen in den USA einmal näher anzuschauen. Wann und wie ist er nach Amerika gekommen? Wer hat ihn eingeführt? Die Antworten auf diese Fragen fand ich in der Zeitschrift "Naturwissenschaftliche Wochenschrift" (Ausgabe vom 11. August 1895):
»Auch die Geschichte der Einführung der Hausspatzen oder "englischen" Sperlinge nach Nordamerika ist sehr interessant. Die ersten, so weit man weiss, und zwar 8 Pärchen wurden 1850 importiert, aber es waltete zufälliger Weise ein Unstern über sie, sie verloren sich, und man hat niemals etwas von ihnen und ihrer Nachkommenschaft wieder gehört. Zwei Jahre später bildete sich aus Mitgliedern des Brooklyn-Instituts eine Commission zur Einführung des europäischenSperlings, und es wurden zu diesem Zwecke 200 Dollars bewilligt.
Man führte eine Menge Sperlinge aus England ein. Verschiedene wurden gleich nach ihrer Ankunft freigelassen und der Rest in dem Turm der Kirche des Grenwod-Kirchhofs untergebracht, da sie aber nicht recht gedeihen wollten, nahm ein Herr John Hoope sie in seine Privatpflege. Im Jahr 1853 lies man diesen Rest auf jenen Kirchhof fliegen und bestellte einen Mann, der über die Vögel zu wachen hatte.

1854 wurde der Spatz nach Canada eingeführt. Auf Canada und Brooklyn folgte mit Einführung des Sperlings 1860 die Stadt New-York selbst, 1867 New Haven und Philadelphia, in welcher Stadt 500 Pärchen ausgesetzt wurden, 1871 oder 1872 wurde der Vogel in St. Francisco, 1873 oder 1874 in die Mormonenstadt am Salzsee eingeführt, und rasch folgten andere Städte und Ortschaften, die ihr Spatzenmaterial entweder aus Europa bezogen oder es aus anderen amerikanischen Gemeinden, wo der Vogel bereits festen Fuss gefasst hatte, erhielten.

Dann verbreiteten sich die Spatzen auf eigene Faust und folgten namentlich im Westen der östlichen Vereinigten Staaten den Schienenwegen und Landstrassen. Wie rasch der Sperling sich vermehrt hat und vorgedrungen ist, beweist die Thatsache, dass er bis 1875 über 500 Meilen, aber im Jahr 1886 schon über 516 500 engl. Quadratmeilen in den Vereinigten Staaten verbreitet war.«
Anders als von Liebknecht anfangs wahrgenommen, breitete sich der Hausspatz in Nordamerika also nach anfänglichen Schwierigkeiten rapide aus und wurde besonders von Bauern als Plage angesehen.

Dienstag, 9. Februar 2016

Der 1000-Dollar-Schein

Seltene Dollar-Scheine, wie der 500 Dollar Schein und der 1000 Dollar Schein, üben eine gewisse Faszination aus.

Während der 500 Dollar Schein noch als legales Zahlungsmittel genutzt werden könnte (jedoch als Sammlerstück mehr wert ist), wurden die ab 1934 gedruckten letzten 1000 Dollar Scheine mit Grover Cleveland auf der Vorderseite bis 1940 ausschließlich als Zahlungsmittel zwischen Regierungsbehörden eingesetzt. Die ersten 1000 Dollar Scheine waren 1862 gedruckt worden.

Gegenwärtig sind die folgenden Scheine in den USA im Umlauf: $1, $2, $5, $10, $20, $50 and $100. Von diesen ist der 2 Dollar Schein mit Sicherheit am seltensten zu sehen.

Falls ihr weitere interessante Dinge über die USA erfahren wollt:

Fettnäpfchenführer USA: Mittendurch und Drumherum

"Das Buch ist rundum gelungen. Unterhaltsam und informativ." Zeitzonen.de

"Ein wertvoller Ratgeber für alle USA Ersttäter." USA-Reise.de

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Freitag, 5. Februar 2016

Amerikanische Schuhgrößen

Amerikanische Schuhgrößen unterscheiden sich um 1/3 inch (rund 0,85 cm). Auf dem europäischen Festland unterscheiden sich Schuhgrößen dagegen um zwei Drittel eines Zentimeters (0,66667 cm). Daher lassen sich europäische und amerikanische Schuhgrößen nur ungefähr umrechnen.

Ein weiterer Unterschied: In Europa sind die Schuhgrößen für Damen und Herren gleich. In den USA werden Damenschuhe jedoch größer angegeben als Herrenschuhe mit der gleichen Länge. Wer z.B. Größe 45 in Europa hat, muss in den USA wahrscheinlich 11.5 für Herren oder 12.5 für Damen kaufen. Ich sage "wahrscheinlich", denn ein Anprobieren ist doch notwendig, da man sich auf das einfache Umrechnen der Schuhgrößen nicht einfach so verlassen kann.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Amerikanische Redewendungen - Teil 21: heads-up

Um zu verhindern, dass die Kollegen etwas aus heiterem Himmel trifft, verwenden Amerikaner gern den Begriff heads-up (wörtlich: Kopf hoch), der in etwa "Vorwarnung" bedeutet. Im Englischen handelt es sich um ein Substantiv, in der deutschen Übersetzung macht sich jedoch das Verb "vorwarnen" oft besser, zum Beispiel: I just wanted to give you a heads-up on ... (Ich wollte dich schon einmal vorwarnen, dass ...)

Aus: Bessersprecher Englisch (US): 150 Redewendungen für ein ausdrucksstarkes Englisch