Montag, 19. Dezember 2016

Ice Fishing

Eine der liebsten Winterbeschäftigungen von Männern in den nördlichen Bundesstaaten ist das Angeln auf zugefrorenen Seen.

Sobald das Eis dick genug ist, wagen sie sich mit einer umfangreichen Ausrüstung auf den See. Ein benzingetriebener Riesenbohrer ist auf jeden Fall mit dabei, denn das Eis ist oft mehr als 30 Zentimeter dick. In der Regel bringt man auch ein leicht aufklappbares Spezialzelt mit, das einen schlittenartigen Untersatz hat und sich so leicht über den zugefrorenen See ziehen lässt.

Auf Seen, die dichter an der Grenze zu Kanada liegen und die länger zugefroren sind, werden auch regelrechte Hütten über das Loch im Eis gestellt und die Angler fahren mit dem Pickup auf den See. (Hin und wieder berichten die Medien von eingebrochenen Fahrzeugen.)

Die Zelte und Hütten schützen nicht nur vor dem eisigen Wind, sondern auch vor den Augen des Gesetzes. Die Angler verzehren nämlich mit Vorliebe Alkoholisches während sie am Eisloch sitzen, aber das Trinken in der Öffentlichkeit ist in den USA verboten und wird mit hohen Strafgeldern geahndet, und das gilt auch beim Angeln an und auf Gewässern.

Freitag, 9. Dezember 2016

Seniorensport im Einkaufszentrum

"Wer rastet, der rostet" scheint das Motto der meisten Senioren in den USA zu sein.

Sie arbeiten nicht selten über das Rentenalter hinaus, fahren noch als Achtzigjährige Auto, unternehmen Reisen, wenn sie es sich leisten können, und sind sportlich aktiv, so lange es die Gesundheit irgendwie erlaubt. In der amerikanischen Gesellschaft wird das alles als völlig normal betrachtet und eine Ausgrenzung von alten Menschen ist den Amerikanern vollkommen fremd.

Ältere Menschen, die in Gegenden wohnen, wo es zu kalt oder zu heiß ist, um im Freien aktiv zu sein, funktionieren die riesigen shopping malls in kostenlose Fitness-Zentren um. Bevor die Geschäfte aufmachen, drehen die Senioren mit forschem Schritt einige Runden in den langen Fluren. Die Betreiber der Malls haben nichts dagegen, denn so mancher der mall walkers kauft, bevor er nach Hause fährt, einen Kaffee oder macht andere Besorgungen. Die meisten Malls öffnen daher ihre Haupteingänge eine Stunde bevor die Geschäfte aufmachen. Einige bieten zudem auch Morgengymnastik mit Musik und Anleitung an.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Rail Trails - Erholung auf alten Eisenbahnstrecken

Was macht man mit stillgelegten Eisenbahnstrecken? Einfach so vor sich hinrotten lassen? Das landesweite Rails-to-Trails-Programm bietet eine schöne Lösung.

Alte Eisenbahnstrecken werden durch das Entfernen der Schienen und das Aufbringen einer Asphaltschicht in Wege umgewandelt, auf denen man Rad fahren, skaten und wandern kann. Die auf den alten Eisenbahnstrecken entstandenen Rad- und Wanderwege verlaufen quer durch das Land: durch Felder, Wälder, Städte und über alte Eisenbahnbrücken.

Rail Trails liegen zumeist abseits der Straßen mitten in der Natur. Das erhöht die Lebensqualität der Menschen vor Ort und fördert den Tourismus. Besonders in Städten ermöglichen sie vielen Leuten, mit dem Rad zur Arbeit oder zu einer Haltestelle des Nahverkehrs zu fahren. Die Schaffung von Jobs in kleinen Geschäften und Restaurants entlang der Strecken ist ein positiver Nebeneffekt.

Seit 1986 wurden 1.904 Rad- und Wanderwege mit einer Länge von mehr als 22.000 Meilen geschaffen. Mehr als 700 weitere Projekte befinden sich in der Planung. Der längste Rail Trail ist der John Wayne Pioneer Trail im Bundesstaat Washington mit einer Länge von 253 Meilen.

Freitag, 2. Dezember 2016

Crazy Horse Memorial

Die Black Hills in South Dakota sind einer der schönsten Orte in den USA, die ich in den letzten 20 Jahren besucht habe. Dort gibt es nicht nur die in den Fels gehauenen Präsidentenköpfen von Mount Rushmore, die Büffel im Custer State Park und die Goldgräberstadt Deadwood, sondern auch das Crazy Horse Memorial.

Seit beinahe siebzig Jahren arbeitet die Familie Ziolkowski daran, einen Berg in den Black Hills in die größte Skulptur der Welt zu transformieren. Das Denkmal für Lakota Häuptling Crazy Horse wird achtmal so hoch sein wie die Sphinx in Ägypten.

Crazy Horse wurde zum Symbol indianischen Widerstands nachdem er 1876 die Truppen von General George Armstrong Custer in der Schlacht am Little Big Horn vernichtend schlug. Nur ein Jahr später wurde Crazy Horse in Gefangenschaft erstochen.

Am 3. Juni 1948 begann Bildhauer Korczak Ziolkowski, der sich kurz "Korczak" nannte, im Beisein von fünf indianischen Überlebenden der Schlacht am Little Big Horn mit einer ersten Sprengung die Arbeiten an der Skulptur, die Crazy Horse auf einem Pferd reitend und den Arm über die Black Hills ausstreckend darstellt.

Bis zu seinem Tod im Jahre 1982 trug Korczak Tausende Tonnen Gestein ab und baute Straßen und Gebäude auf dem umliegenden Gelände. Seine Arbeit wird heute von seiner Familie fortgesetzt. Ein Ende ist nicht absehbar, bis jetzt ist lediglich das Gesicht fertiggestellt.

Bildquelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das gesamte Projekt wird durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert. Eine Million Menschen kommen jährlich, viele davon zum wiederholten Mal, um den Fortschritt der Arbeiten zu sehen. Staatliche Hilfe haben die Ziolkowskis abgelehnt, um ihre Unabhängigkeit zu wahren. Nach der Fertigstellung sollen alle Einnahmen den amerikanischen Ureinwohnern zukommen.

Das nur siebzehn Meilen von den vier Präsidentenköpfen am Mount Rushmore entfernte Crazy Horse Memorial soll der Welt zeigen, dass "auch der rote Mann Helden hat." So war es der Wunsch von Häuptling Henry Standing Bear, als er Korczak mit der Errichtung des Denkmals beauftragte.

Donnerstag, 17. November 2016

Die dritte Küste der USA

Neben der East Coast und der West Coast haben die USA noch eine weitere Küste.

Die 5.292 Kilometer messende Küste Michigans inmitten der Großen Seen wird umgangssprachlich Third Coast genannt. Michigan hat die längste Küste aller Bundesstaaten, die als lower 48 states bezeichnet werden, d.h. alle Staaten außer Alaska und Hawaii.

Aber auch die Küste der Bundesstaaten, die am Golf von Mexiko liegen, wird mitunter als Third Coast bezeichnet.

Geschäfte und Unternehmen nutzen diese Bezeichnung mitunter in Firmen- oder Produktnamen, wie z.B. Third Coast Beer aus Michigan und Third Coast Coffee aus Texas.

Der Begriff wurde in den letzten zehn Jahren von Medien und Geschäftsleuten aufgegriffen, um die Bezeichnung rust belt (Rostgürtel) zu verdrängen, die in den 1980er Jahren aufgrund der vielen stillgelegten Industrieanlagen aufgekommen war.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Deutsche Auswanderer in den USA im 19. Jahrhundert

Rund 46 Millionen Einwohner der USA sind Nachfahren deutscher Auswanderer. Das 19.Jahrhundert stellt mit 8 Millionen Menschen den Höhepunkt der deutschen Auswanderung in die USA dar, insbesondere was die zweiten Hälfte des Jahrhunderts betrifft:

1820–1840: 160.335
1841–1850: 434.626
1851–1860: 951.667
1861–1870: 787.468
1871–1880: 718.182
1881–1890: 1.452.970
1891–1900: 505.152

New York war um 1890 mit 210.000 in Deutschland geborenen Einwohnern nach Berlin, München, Hamburg und Köln theoretisch die fünftgrößte deutsche Stadt.

Auch einige Städte im Mittleren Westen hatten Ende des 19. Jahrhunderts einen sehr hohen Prozentsatz deutschstämmiger oder aus Deutschland eingewanderter Bewohner: Detroit (Michigan) 41%, St. Louis (Missouri) 45%, Cincinnati (Ohio) 54%, Davenport (Iowa) 62% und Milwaukee (Wisconsin) 70%.

Deutsche Bauern besiedelten weite Landstriche, insbesondere in der neu besiedelten Prärie in Nebraska, Kansas, North und South Dakota. Um 1900 waren rund 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA im Besitz von deutschen Auswanderern bzw. deren Kindern.

Viele deutsche Arbeiter, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die USA auswanderten, waren Sozialisten und bestimmten ganz wesentlich die Gewerkschaften und den Arbeitskampf während der Industrialisierung der Vereinigten Staaten.

Deutsche Auswanderer kamen aber nicht nur aus Deutschland. Ungefähr 100.000 Russlanddeutsche wanderten bis 1900 ebenfalls in die USA ein, hauptsächlich nach North und South Dakota, Kansas und Nebraska sowie Chicago. Die Zahl ihrer Nachkommen beträgt heute ca. 1 Million.

Falls ihr euch für deutsche Auswanderer in den USA im 19. Jahrhundert interessiert, möchte ich euch meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" ans Herz legen.

Auswanderer-Romane Pressestimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld" ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (DAS MAGAZIN)

Dienstag, 18. Oktober 2016

Tailgating - Grillparty auf dem Parkplatz

Schon Stunden vor jedem College Football-Spiel treffen sich Freunde und Bekannte in kleinen und großen Gruppen auf dem Parkplatz und feiern. Da wird selbst an kalten Tagen hinter dem Auto gegrillt, Bier getrunken und ein Football hin und her geworfen.

Ein tailgate ist die Ladeflächenklappe beim pickup truck, auf der sich ganz praktisch das Bier oder das Gegrillte abstellen lässt und um die man in der Regel herumsteht, daher also der Begriff tailgating.

Trotz des reichlichen Alkoholgenusses und der Rivalität zwischen den Universitäten läuft alles sehr friedlich ab. Die Fans beider Teams feiern friedlich Seite an Seite auf dem Parkplatz und necken sich höchstens mal ein wenig.

Manche Spiele haben bis zu 100.000 Zuschauer, die fast alle mit dem Auto kommen. Dementsprechend groß sind die Parkplätze. Auch nahegelegene Golfplätze, Grünanlagen und Schulgelände werden genutzt. Nahe am Stadion kostet das Parken dann schon mal 40 Dollar pro Fahrzeug. Das ist natürlich eine nette Einnahmequelle für die Besitzer der jeweiligen Gelände. Auch Kirchen und Privatpersonen lassen Fahrzeuge auf ihren Grundstücken parken und verdienen so einige Dollar hinzu.

Die Absolventen der amerikanischen Universitäten zeigen oft eine lebenslange Verbundenheit mit ihrer Alma Mater. Für viele bedeutet das neben regelmäßigen Geldspenden auch den Besuch der Football-Spiele, Aufkleber mit dem Universitätslogo am Fahrzeug und Freizeitbekleidung in den Farben der Uni. Im Geschäftsleben sind die Ergebnisse der Football-Spiele oft ein beliebtes Small Talk-Thema zu Beginn von Meetings.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Halloween-Tipp: Haunted Houses

In den Wochen vor Halloween laden haunted houses (Spukhäuser) überall in den USA dazu ein, sich einmal so richtig zu fürchten.

Im Prinzip sind haunted houses Gespensterbahnen, durch die man zu Fuß durch muss. Nur viel größer und mit technischen Tricks und Illusionen, die mitunter an Hollywood erinnern. Einige haunted houses sind auf Farmen zu finden und eher für Kinder gedacht, andere befinden sich in großen stillgelegten Gebäuden und lehren selbst Erwachsenen das Fürchten.

Erebus in Pontiac (Michigan) befindet sich z.B. in einem alten vierstöckigen Parkhaus und es dauert rund 45 Minuten bis man, schweißgebadet und mit klopfendem Herzen, wieder ans Freie gelangt. Der Rundgang ist wie ein Horrorfilm inszeniert und führt durch enge, dunkle Gänge und Treppenhäuser, stillgelegte Fahrstühle und Rampen. Hinter jeder Ecke lauern Gefahren: Technische Effekte und Schauspieler, die als Zombies oder andere finstere Gestalten verkleidet sind, erschrecken die Besucher, die maximal zu viert unterwegs sind. Illusionen durch geschickt angebrachte Spiegel und Nebelmaschinen tragen zur gefahrvollen Atmosphäre bei. An einer Stelle wird man sogar lebendig begraben.

Wenn ihr einmal im Oktober in den USA seid, solltet ihr euch diesen Spaß nicht entgehen lassen.

Montag, 10. Oktober 2016

Warum es so lange dauert mit dem dritten Auswanderer-Krimi


Am Ende von „Man erntet, was man sät“ steht dieser Satz: „Der dritte Teil des Auswanderer-Krimis erscheint Anfang Dezember 2014.“ Nun haben wir aber schon Oktober 2016 und das Buch ist immer noch nicht da. Woran liegt das?

Da ist zunächst das Thema: Statt weiter über das Leben der Siedler im Dakota-Gebiet zu schreiben, entschied ich mich, einen thematischen Abstecher nach Chicago zu machen, um über die deutschen Einwanderer zu schreiben, die sich dort in den 1880er Jahren an die Spitze der Arbeiterbewegung gesetzt hatten. Das passt hervorragend in die zeitliche Abfolge der Auswanderer-Krimis und da einige Figuren der ersten beiden Teile entweder aus Chicago stammten bzw. Pläne hatten, dorthin zu gehen, auch bestens in die Handlung. Woran ich aber nicht ausreichend gedacht hatte: Ich musste mich in ein neues historisches Thema einlesen, zumal es um ein tatsächliches historisches Ereignis gehen wird, nämlich den ersten Bombenanschlag in der Geschichte der USA. Da viele der handelnden Figuren wirklich gelebt haben, möchte ich diese so akkurat und fair wie möglich darstellen.

Aber: Das Ganze wurde zu einem Fass ohne Boden, ich entdeckte mehr und mehr Bücher, in gedruckter und digitaler Form, die gelesen werden mussten, um dem Thema historisch gerecht zu werden. Das Manuskript ist jetzt zu drei Vierteln fertig und ich lese immer noch jeden Tag in den Quellen, insbesondere die vielen Zeugenaussagen, die vor Gericht gemacht wurden. Da der Fall nie hundertprozentig aufgeklärt wurde, brauche ich so viele Informationen wie möglich, um mir ein eigenes Urteil bilden zu können.

Ein anderer Grund ist finanzieller und zeitlicher Natur, und beides geht Hand in Hand. Als ich die ersten beiden Teile schrieb, hatte ich eine Weile lang eine Teilzeit-Arbeit. Das war aber finanziell nicht durchzuhalten und ich musste mir wieder eine Vollzeit-Stelle suchen. Dadurch habe ich natürlich weniger Zeit zum Schreiben. Zudem hatte ich noch die Idee für ein anderes Buch, und diese Idee lag mir auch am Herzen und wurde vom Verlag zudem begeistert aufgenommen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist der Bessersprecher Englisch (US).

Vor einem Jahr bin ich dann nach Chicago umgezogen. Hier kann ich den dritten Teil direkt am Ort der Handlung schreiben, was natürlich eine tolle Sache ist. (Ich bin immer noch dabei, die genauen Orte des Geschehens hier zu erkunden, was bei der Größe der Stadt ebenfalls einige Zeit in Anspruch nimmt.) In dem Haus, das ihr hier sehen könnt, war z.B. zur Zeit der Handlung das deutsche Krankenhaus in Chicago untergebracht und in dem Zimmer rechts neben der Eingangstür wird eine Szene des Buches spielen.

Dass es in den USA kaum Urlaub gibt (ich habe ganze zehn Tage im Jahr) macht das Fertigstellen eines Buches auch nicht gerade einfach. Ich arbeite jeden Tag so gut es geht an dem Buch und es nimmt tatsächlich Gestalt an. Mein Ziel ist eine Veröffentlichung als E-Book im Januar und als Taschenbuch im Februar. (Zum eigentlichen Schreiben kommen ja auch noch das Lektorat und für das Taschenbuch das Layout der Seiten. Der Buchumschlag ist bereits in Arbeit.)

Ich arbeite leidenschaftlich und ohne finanziellen Anreiz an dieser Buchreihe. Die Verkaufszahlen sind sehr bescheiden und rein wirtschaftlich gesehen wäre es mit Sicherheit besser, andere Bücher zu schreiben. Aber da es doch einen kleinen Leserkreis gibt, dem die ersten beiden Bände sehr gut gefallen haben, mache ich weiter. Wie gesagt, keine Vernunftentscheidung, sondern Herzenssache. Deshalb: Vielen Dank für eure Unterstützung und eure Geduld!

Montag, 26. September 2016

Warum schreibe ich über deutsche Siedler in der Prärie?

Das Leben deutscher Einwanderer in den nordamerikanischen Präriestaaten beschäftigt mich seit Mitte der 1990er Jahre. Damals heiratete ich eine Amerikanerin, die in South Dakota geboren war, und wir lebten eine Zeitlang selbst mitten in der Prärie. Allerdings hielten wir die Wetterextreme und die Einsamkeit dort nicht aus und zogen wieder fort.

Ich habe mir seitdem viele Gedanken darüber gemacht, wie sehr die Siedler um 1880 motiviert gewesen sein mussten, um diese Lebensbedingungen auf sich zu nehmen. Die ungewohnt heißen Sommer, die schneereichen und bitterkalten Winter sowie das einsame Leben mitten auf ihren Feldern waren für sie offenbar immer noch besser, als das Leben in Abhängigkeit, dem sie entflohen waren. Die Verlockung eines freien Lebens auf eigenem Land war ohne Zweifel der Antrieb dafür, dass sie sich durch nichts unterkriegen ließen.

Die Großeltern meiner damaligen Frau hatten ihr ganzes Leben in South Dakota verbracht. Die beiden waren um 1910 geboren und hatten direkten Kontakt mit der Zeit, in der "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" handeln. Die Großmutter lebte als Kind in einer aus Grasblöcken gebauten Hütte, so wie die Siedler in meinen Büchern. Der Großvater stammte aus einer deutschen Einwandererfamilie, sein Vater und sein Onkel sprachen untereinander Deutsch. Die plattdeutschen Sätze, an die sich der Großvater noch erinnern konnte, stellten eine lebende Verbindung zu der Zeit der Siedler dar.

Über die Jahre habe ich dann unzählige amerikanische und kanadische Bücher über das Leben der Einwanderer gelesen und Museen zu diesem Thema besucht. Obwohl die Personen und Handlungen meiner Auswanderer-Romane erfunden sind, ist es mir sehr wichtig, den historischen Hintergrund und das Leben der Einwanderer richtig darzustellen.

Die Hauptfiguren der Serie, die Mitglieder der Familie Sievers, sind wie ich aus Mecklenburg nach Amerika ausgewandert. Über die Verhältnisse in Mecklenburg zu jener Zeit habe ich schon als Kind gelesen und ich wusste auch, dass viele Mecklenburger nach Amerika ausgewandert waren. Dass auch Zehntausende Russlanddeutsche ins Dakota-Gebiet gingen und erst Amerikadeutsche und dann Amerikaner bzw. Kanadier wurden, gehörte jedoch zu jenen Dingen, die ich erst im Laufe der Recherche erfuhr und die mich seitdem nicht mehr losgelassen haben.

Auswanderer-RomaneMit den Auswanderer-Krimis möchte ich deshalb nicht nur spannende Unterhaltung bieten, sondern mit euch, liebe Leser, in eine Welt eintauchen, die in der deutschen Literatur bisher kaum Beachtung fand.

Die Geschichte der Amerikaner ist auch unsere Geschichte.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Lesen!

Mehr zum Thema: Wie deutsche Siedler in der Prärie gelebt haben

Freitag, 9. September 2016

Grain Elevators: Wolkenkratzer der Prärie

Getreidesilos sind die höchsten Gebäude im ländlichen Amerika. Sie sind nicht nur architektonisch vielfältig, sondern zugleich ein Spiegelbild verschiedener Epochen in der Geschichte amerikanischer Landwirtschaft.

Die hölzernen Grain Elevators, die man in den Präriestaaten der USA und in den Prärieprovinzen Kanadas in beinahe jeder Kleinstadt sieht, entstammen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie stehen fast immer in zentraler Lage und direkt neben den Eisenbahngleisen. Alle sechs bis zehn Meilen konnte man ursprünglich im Meer der Getreidefelder eine Stadt mit Eisenbahnanschluss und Grain Elevator finden. Das war genau jene Entfernung, die die Farmer mit ihren Pferdegespannen schaffen konnten und die zugleich versicherte, dass sich kein konkurrierendes Eisenbahnunternehmen einfand.

Eisenbahnbau, Stadtgründung und Errichtung eines Grain Elevators gingen oft Hand in Hand. Die Silos dienten zum Wiegen und Aufkauf sowie zur Lagerung und Verladung des Getreides. Ein Fahrstuhlmechanismus im Inneren transportierte das Getreide in Lagerkammern, daher der Begriff Grain Elevator (grain=Getreide, elevator=Fahrstuhl). Angetrieben wurde der Mechanismus erst durch Pferde, dann durch Dampfmaschinen, Verbrennungsmotoren und schließlich durch Elektromotoren.

Heutzutage sind viele dieser hölzernen Getreidesilos verlassen und verfallen, ganz so wie viele Farmen. Mit der Mechanisierung im letzten Jahrhundert wurde die Landwirtschaft in zunehmender Weise industrialisiert. Dieser Trend zur Automatisierung setzt sich auch heute fort. Die noch existierenden landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften immer größer werdende Flächen. Die verfallenen Grain Elevators sind daher zugleich Sinnbild des goldenen Zeitalters der Familienfarm als auch ihres Niedergangs.

Im 20. Jahrhundert ersetzte Beton den Baustoff Holz. Als Lastkraftwagen die Pferdegespanne ablösten, wurden auch die Abstände zwischen den Getreidesilos größer. Nicht nur viele der alten Silos verfielen, oft verschwanden die kleinen Städte mit ihnen.

Viele schöne Fotos von alten Getreidesilos in Nordamerika gibt es hier auf Pinterest.

Falls ich euer Interesse an der ländlichen Geschichte der USA geweckt habe:


Nord-Dakota im Sommer 1881. Tausende deutschsprachige Einwanderer erhalten von der US-Regierung kostenloses Ackerland in der scheinbar endlosen Prärie. Geschäftsleute mit großen Träumen gründen mitten in den frisch besiedelten Landstrichen kleine Städte, die sich innerhalb weniger Jahre zu ländlichen Zentren des Wohlstands entwickeln sollen. Himmelsfeld ist einer dieser Orte. Doch der friedliche Name täuscht. Alte und neue Rechnungen, die es zu begleichen gilt, führen zu Mord und Totschlag.

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Mittwoch, 7. September 2016

Cider Mill: Frischer Apfelsaft und Donuts

Zur Erntezeit im September und Oktober besuchen viele Amerikaner, besonders im Mittleren Westen und im Nordosten, eine Cider Mill, d.h. eine Mosterei in der man ungefilterten, frisch gepressten Apfelsaft bekommen kann. Nicht selten sind Cider Mills an U-Pick-Farms angeschlossen, also Obstplantagen auf denen man selbst pflücken darf. So gut wie immer gibt es auch frische Donuts und andere Leckereien zu kaufen. Fahrten auf dem Heuwagen gehören ebenfalls oft zum Rahmenprogramm. Mitunter wird auch mal ein Riesenkürbis ausgestellt, so wie hier in Michigan:

In den USA ist apple cider grundsätzlich alkoholfrei. Alkoholhaltiger cider wird hier als hard cider bezeichnet. Völlig unbehandelter Apfelsaft wird als raw cider angeboten und muss wie alle nicht pasteurisierten Säfte mit einer entsprechenden Warnung gekennzeichnet sein, um Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu schützen.

Die USA sind übrigens nach China der zweitgrößte Apfelproduzent der Welt. Die Bundesstaaten Washington, New York und Michigan führen die Erntestatistik innerhalb des Landes an. Die beliebtesten Apfelsorten sind Cortland, Red Delicious, Golden Delicious, Empire, Fuji, Gala, Ida Red, Macoun, McIntosh, Northern Spy und Winesap.

Dienstag, 6. September 2016

Wachsame Nachbarn: Neighborhood Watch

In den USA organisieren die Einwohner einer Straße oft eine Neighborhood Watch um Einbrüche zu verhindern. Die National Sheriffs’ Association unterstützt diese Nachbarschaftswachen und sieht in ihnen eine wirksame Methode zur Verhinderung von Straftaten, insbesondere Eigentumsdelikten.

Das Vorhandensein einer solchen Initiative ist leicht an den nahe von Straßenkreuzungen angebrachten Schildern mit der Aufschrift Neighborhood Watch zu erkennen. Sie warnen potentielle Straftäter, dass die Einwohner der Straße besonders wachsam sind und auf verdächtige Personen achten.

Die örtliche Polizei führt regelmäßig Veranstaltungen mit den Mitgliedern durch, auf denen sie über Kriminalitätsformen und deren Vorbeugung informiert. Die Bürger werden jedoch grundsätzlich dazu angehalten, auf keinen Fall selbst einzuschreiten, sondern die Polizei zu rufen.

Nicht immer halten sich die Leute jedoch daran und die Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den ihrer Meinung nach verdächtigen Personen gehen mitunter böse aus. In die Schlagzeilen geraten diese Konflikte, wenn die Hautfarbe der verdächtigten Personen eine Rolle spielt, genauer gesagt wenn Schwarze in einer hauptsächlich von Weißen bewohnten Nachbarschaft von den Einwohnern konfrontiert werden.

Donnerstag, 1. September 2016

Was ist eine County Fair bzw. State Fair?

Kurz gesagt: Eine im Landkreis (county) bzw. im Bundesstaat (state) durchgeführte Veranstaltung, die eine Mischung aus Volksfest und Landwirtschaftsausstellung ist. Ein Besuch lohnt sich und besonders Kinder haben hier viel Spaß.

Ein fester Bestandteil von County Fairs ist die Bewertung von landschaftlichen Nutztieren, die von Kindern und Jugendlichen gehalten wurden. In den USA gibt es 90.000 4-H Clubs in denen 6,5 Millionen Kinder und Jugendliche Kenntnisse in Sachen Landwirtschaft erwerben. 4-H steht für head, heart, hands, health.

Auch kann man oft alte Traktoren in Augenschein nehmen. Zum Unterhaltungsprogramm gehören oft Tractor Pulling (Video), Demolition Derbies und/oder Rodeos sowie Live-Shows von Bands.

P.S. Die Helden meines Buches Fettnäpfchenführer USA besuchen in einem der letzten Kapitel die County Fair in Chelsea (Michigan), auf der ich das obige Foto gemacht habe.

Donnerstag, 4. August 2016

Die Renaissance der Food Trucks

In den USA machen Food Trucks gegenwärtig mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr. Nicht schlecht für einen Gewerbezweig, der eigentlich aus der Not heraus wiederbelebt wurde.

Während der jüngsten Wirtschaftskrise schlossen viele Restaurants und zahlreiche Köche verloren ihre Arbeit. Zugleich lag die Bauwirtschaft am Boden und viele rollende Imbissstände, die die Bauarbeiter zu Mittag mit einfachen Speisen versorgten, standen ungenutzt herum.

Arbeitslose Köche machten sich daraufhin zunehmend selbständig, indem sie einen solchen Truck preiswert kauften und ihre auf Restaurantniveau stehenden Speisen aus dem Fenster eines solchen Fahrzeuges heraus vor Bürogebäuden zu verkaufen begannen. Die Namen der besonders guten Gourmet Food Trucks sprachen sich herum und über Twitter oder Facebook konnte man erfahren, wo man die Trucks, die oft ihren Standort wechselten, finden konnte. Begonnen hat diese Renaissance in den Großstädten an der Ost- und Westküste und hat sich dann über das ganze Land ausgebreitet.


Renaissance deshalb, weil das Ganze eigentlich nichts Neues ist, denn den ersten Food Truck, der damals noch von Pferden gezogen wurde, gab es bereits 1872 in Providence, Rhode Island, und ab 1887 wurde motorisierte Food Trucks, die damals noch Lunch Wagons hießen, in Serie gebaut. Auch damals schon hielten sie vor Bürogebäuden.

Vom Diner verdrängt, dienten die rollenden Kantinen jedoch im 20. Jahrhunderts fast ausschließlich der Versorgung von Arbeitern direkt vor den Fabriktoren und Baustellen. Jetzt aber haben sie ihren Weg wieder in die Innenstädte gefunden und werden mitunter auch für Sportereignisse, Freiluftkonzerte und andere Veranstaltungen genutzt.




Samstag, 30. Juli 2016

Maisanbau in den USA

Wer durchs ländliche Amerika fährt, insbesondere im Mittleren Westen, kann sie nicht übersehen: Maisfelder sind überall. Mais wird angebaut, um Tiere zu füttern, Treibstoff zu erzeugen und Lebensmittel herzustellen.

Die U.S.-Anbaufläche für Mais (engl. corn) beträgt rund 400.000 Quadratkilometer und ist damit in etwa so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen genommen. Sojabohnen liegen knapp dahinter, die Anbaufläche von Weizen ist jedoch nur halb so groß wie für Mais. Für den Maisanabau allein werden jedes Jahr rund 23.000 Kubikkilometer Wasser verwendet, das ist in etwa die Wassermenge in den Großen Seen. Dazu kommen beinahe 6 Millionen Tonnen Düngemittel, die dann zum Teil ins Grundwasser, in die Flüsse und Seen und letztendlich auch Ozeane gelangen.

65% der Maisernte gehen in die Tiermast, 13 Prozent werden zur Erzeugung des Treibstoffes Ethanol verwendet und nur rund 12 Prozent werden von Menschen verspeist, wobei ein Großteil in die Herstellung von Maissirup (high fructose corn syrup) geht, der in den USA zum Süßen verwendet wird, vor allem in Brause- und Colagetränken. Maissirup fördert jedoch die Fettsynthese wesentlich stärker als herkömmlicher Zucker, der aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen und in Europa zum Süßen verwendet wird. Hier dürfte, neben der allgemeinen Bewegungsarmut, eine der Hauptursachen liegen, warum die meisten Einwohner der USA übergewichtig ist.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Selber pflücken auf der U-Pick-Farm

Im deutschen Sprachraum gibt es zwar auch zunehmend Obstplantagen mit Selbsternte, in den USA jedoch sind diese schon seit Jahrzehnten der Normalfall und bilden oft das Geschäftsmodell des jeweiligen Obstbaubetriebes.

Der Besuch einer U-Pick-Farm ist eine nette Aktivität für die ganze Familie: Man ist an der frischen Luft, betätigt sich körperlich und geht mit Obst nach Hause, das frischer nicht sein könnte. Das kann man während der Erntezeit praktisch jedes Wochenende machen und dabei auch die Obstsorten abwechseln. Erdbeeren, Äpfel, Blaubeeren, Kirschen, Himbeeren und Pfirsiche kann man während der Sommermonate in den meisten Regionen der USA pflücken, in wärmeren Gebieten kommen auch noch Citrus-Früchte hinzu, wie z.B. Orangen in Florida.

Oft gibt es auf der U-Pick-Farm ("du-pflückst-Farm") zusätzliche Aktivitäten wie Fahrten mit dem Heuwagen und einen Streichelzoo.

Tipp: Auf PickYourOwn.org kann man U-Pick-Farms in seiner Nähe finden.


Zum Weiterlesen: 10 Dinge, die man in den USA getan haben sollte

Montag, 18. Juli 2016

Wissenswertes zur Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert

Es ist weithin bekannt, dass Deutschamerikaner, d.h. die Nachfahren deutscher Auswanderer, die größte Bevölkerungsgruppe in den Vereinigten Staaten ausmachen. Mehr als 50 Millionen US-Amerikaner gaben in der Volkszählung des Jahres 2010 German als ihre Hauptabstammung an. Das sind mehr als 15 Prozent der Bevölkerung. In Kanada sind es mehr als 3 Millionen (10 Prozent der Bevölkerung).

Das 19.Jahrhundert, insbesondere die Achtziger Jahre, stellte zahlenmäßig den Höhepunkt der deutschen Auswanderung in die USA dar:

1820–1840: 160.335
1841–1850: 434.626
1851–1860: 951.667
1861–1870: 787.468
1871–1880: 718.182
1881–1890: 1.452.970
1891–1900: 505.152

Hier sind einige wissenswerte Dinge, die vielleicht nicht so bekannt sind:

  • Viele deutsche Auswanderer ließen sich als Bauern nieder, besonders nachdem in der Prärie, z.B. in North Dakota kostenloses Land vergeben wurde. Um 1900 waren daher rund 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA im Besitz von Deutschamerikanern.
  • Verschiedene Großstädte im Mittleren Westen hatten Ende des 19. Jahrhunderts einen sehr hohen Prozentsatz deutschstämmiger oder aus Deutschland eingewanderter Bewohner: Detroit (Michigan) 41%, St. Louis (Missouri) 45%, Cincinnati (Ohio) 54%, Davenport (Iowa) 62% und Milwaukee (Wisconsin) 70%.
  • New York war um 1890 mit 210.000 in Deutschland geborenen Einwohnern nach Berlin, München, Hamburg und Köln theoretisch die fünftgrößte deutsche Stadt.
  • In den USA gab es Ende des 19. Jahrhunderts Hunderte deutsche Zeitungen, darunter viele Tageszeitungen. Trotzdem hatte Deutsch niemals eine ernsthafte Chance, Amtssprache zu werden.
  • Ungefähr 100.000 Russlanddeutsche wanderten bis 1900 in die USA ein. Die Zahl ihrer Nachkommen beträgt heute ca. 1 Million.

Falls ihr euch für die deutsche Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert interessiert, möchte ich euch meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" ans Herz legen.

Auswanderer-RomanePressestimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld" ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (DAS MAGAZIN)

Montag, 11. Juli 2016

Die richtige Verwendung von "respectively"

Man kann das Wort respectively durchaus mit beziehungsweise übersetzen, wenn man einen Satz wie diesen aus dem Englischen ins Deutsche überträgt:

The stock's weekly, monthly, and YTD (year-to-date) price movements were 20.7%, 21.3%, and 45.6%, respectively.

Die wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Preisbewegungen der Aktie waren 20,7%, 21,3% beziehungsweise 45,6%.

Was der Muttersprachler mit respectively zum Ausdruck bringen will, ist die Zuordnung der zweiten Informationsreihe (20.7%, 21.3%, and 45.6%) zur ersten Informationsreihe (weekly, monthly, and YTD (year-to-date)), und zwar in derselben Reihenfolge, d.h. dass sich 20.7% auf weekly, 21.3% auf monthly und 45.6% auf (YTD (year-to-date) bezieht.

Bei einer Übersetzung vom Deutschen ins Englische sollte man respectively aber ebenfalls nur in dieser Funktion verwenden. Ansonsten sind and bzw. or zu gebrauchen:

Zu diesem Zweck prüft beziehungsweise ermittelt die Bank ...

To this end, the Bank checks and identifies ...

* * *

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Sonntag, 19. Juni 2016

State Parks - Die kleinen Geschwister der National Parks

Eine ganze Reihe von National Parks in den USA, wie der Grand Canyon National Park und der Yellowstone National Park, sind in der ganzen Welt bekannt und ziehen jedes Jahr Hunderte Millionen Touristen aus Nah und Fern an. Ein Geheimtipp für ausländische Touristen sind dagegen oft die State Parks, d.h. die Naturschutzgebiete, die von den einzelnen Bundesstaaten unterhalten werden.

Von diesen gibt es mehr als 7.800 und viele sind ebenfalls von ungemeiner Schönheit, z.B. Palo Duro Canyon State Park in Texas, Fall Creek Falls State Park in Tennessee, Hocking Hills State Park in Ohio, Custer State Park in South Dakota (Foto) und Antelope Valley California Poppy Reserve.

Die State Parks sind in der Regel kleiner als die National Parks, ihre Wanderwege summieren sich aber trotzdem auf rund 40.000 Meilen. Besucht werden die State Parks überwiegend von Menschen aus der Region, die einen Tagesausflug machen oder übers Wochenende auf einem der Campingplätze bleiben, die oft Bestandteil eines State Parks sind. Man kann aber auch auf Urlauber treffen, die längere Zeit mit dem Zelt oder Wohnmobil unterwegs sind. An Wochentagen geht es in vielen State Parks recht beschaulich zu, aber auch am Wochenende sind sie meistens nicht so überlaufen wie die National Parks.

Donnerstag, 26. Mai 2016

Kalifornien: Wasser sparen im Vorgarten

Vor einigen Wochen war ich in Los Angeles und mir fiel gleich auf, wie sehr sich die Vorgärten dort von denen im Mittleren Westen und an der Ostküste unterscheiden. Statt Rasen wachsen im südlichen Kalifornien oft Kakteen und andere einheimische Pflanzen vor dem Haus. Das sieht nicht nur schön aus, sondern spart vor allem Wasser. Dadurch werden natürlich die Umwelt und der eigene Geldbeutel geschont. Besonders in den letzten Jahren, in denen es wegen Wasserknappheit oft Einschränkungen und Verbote in Sachen Vorgartenbewässerung gab, haben sich viele Hausbesitzer vom Rasen verabschiedet und in eine Neubepflanzung investiert. Zum Teil gab es auch finanzielle Anreize, z.B. das Cash for Grass Rebate Program der Wasserwerke in Los Angeles.


Der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt, allerdings sieht man oft Kakteen und Palmen:


Nach einigen Jahren kann das dann auch schon einmal so aussehen:

Freitag, 8. April 2016

Community Supported Agriculture (CSA) - Ein Abo für frisches Gemüse

Neben dem Anbau im eigenen Garten und dem Einkauf auf dem Farmers Market gibt es eine weitere Möglichkeit, Gemüse direkt von einem Bauern aus der Region zu erhalten: Community Supported Agriculture (CSA).

So funktioniert es: Der Farmer verkauft im Voraus Anteile (shares) an der Ernte. (Dieses Anteile werden umgangssprachlich oft einfach CSA genannt.) Dafür bekommt der Kunde dann jede Woche einen Karton oder Korb bzw. eine Tüte mit einer Auswahl an frischem Gemüse, die sich danach richtet, was gerade geerntet wurde.

Ein Beispiel: King Hills Farm bietet Kunden einen small share für $400 und einen large share für $600. Die Erntezeit geht von Mitte Juni bis Mitte Oktober, insgesamt 20 Wochen. (In anderen Regionen sind die Erntezeiten unter Umständen wesentlich länger.) Die Kosten sind also $20 bzw. $30 pro Woche. Im kleinen Erntekorb (für 1-2 Personen) finden sich 6-7 verschiedene Gemüse und im großen Korb (für 2-5 Personen) gibt es 8-10 verschiedene Gemüse.

Seinen Anteil holt man dann an einem festgelegten Ort ab, d.h. der Farmer kommt einmal in der Woche mit den ganzen Kartons bzw. Tüten an einen zentralen Ort in der Stadt.

Bei LocalHarvest.org kann man unter 4.000 Farmen einen passenden Anbieter finden.

Dienstag, 29. März 2016

Amerikanische Eisbecher

Eine Vielfalt an Eisbechern gibt es in den USA nicht. Eisdielen bieten zumeist nur den Sundae und den Banana Split an. Beide sind amerikanische Erfindungen, die damit zusammenhängen, dass Drogerien und Apotheken im 19. Jahrhundert der übliche Ort für die Herstellung und den Verzehr von Eis und Brausegetränken waren.

Um die Herkunft des Sundae, der heute oft in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird, von denen Schokolade und Erdbeere die beliebtesten sind, gibt es Streit, denn mindestens vier Städte in den USA reklamieren, der Geburtsort zu sein. Eine Legende besagt, dass der Drogeriebesitzer Charles Sonntag in Plainfield (Illinois) um 1893 diese Leckerei erfand und nach sich selbst benannte. Später soll Sonntag dann in Sunday umgewandelt worden sein. Aber auch Two Rivers (Wisconsin), Evanston (Illinois) und Ithaca (New York) haben einleuchtende Entstehungsgeschichten dieses Eisbechers, der an allen drei Orten zuerst sonntags verkauft wurde. Wie es zu der Schreibung Sundae gekommen ist, weiß niemand.

Der Banana Split, der in Deutschland als Bananensplit bekannt ist, wurde wahrscheinlich 1904 von einem Apotheker in Latrobe (Pennsylvania) entwickelt und war im Prinzip ein Luxus-Sundae mit einer geteilten (engl. split) Banane. Aber auch hier gibt es Streit, denn die Stadt Wilmington (Ohio) besteht darauf, dass ein örtlicher Restaurant-Besitzer den Banana Split im Jahr 1907 erfunden hat. Die Verbreitung des Banana Split wird allerdings der Drogerie-Kette Walgreens zugeschrieben, die diese Speise in ihren Anfangsjahren in Chicago anzubieten begann.

Zum Weiterlesen: 10 Dinge, die man als USA-Urlauber getan haben sollte

Sonntag, 27. März 2016

Eingeschränktes Wahlrecht in Washington D.C.

Die Nummernschilder der in Washington D.C. registrierten Autos weisen gegenwärtig durch den Slogan "Taxation without Representation" darauf hin, dass die Einwohner der Hauptstadt zwar wie alle anderen Amerikaner Steuern an den Bund zahlen müssen, jedoch parlamentarisch nicht repräsentiert sind.

Wie ist das möglich? Alle 50 Bundesstaaten der USA haben Abgeordnete in beiden Häusern des United States Congress, dem House of Representatives and dem Senate. Da das District of Columbia (D.C.) jedoch weder ein Staat noch Teil eines Bundesstaates ist, dürfen sich die ca. 600.000 Einwohner nicht an den diesbezüglichen Wahlen beteiligen und sind im House of Representatives nur durch einen Delegierten ohne Stimmrecht und im Senate überhaupt nicht vertreten.

Durch einen Zusatz in der Verfassung können sich die Hauptstädter seit 1961 wenigstens an der Wahl des Präsidenten beteiligen. Bestrebungen, Washington D.C. entweder zu einem Bundesstaat zu machen oder wieder in den Staat Maryland einzugliedern, waren bisher erfolglos.

Donnerstag, 17. März 2016

Sehenswürdigkeiten in Chicago, die nicht so bekannt sind

Wie ihr vielleicht wisst, lebe und arbeite ich in Chicago. Einige Kapitel in meinem Fettnäpfchenführer USA spielen in Chicago und in den nächsten Jahren werde ich vielleicht auch einen ausführlichen Reiseführer mit Insider-Tipps für diese schöne Stadt am Michigansee schreiben.

An dieser Stelle möchte ich schon einmal einige Sehenswürdigkeiten in Chicago, hauptsächlich im Stadtteil Lincoln Park, vorstellen, die nicht unbedingt zu den Top 10 Chicago Sehenswürdigkeiten in den üblichen Reiseführern gehören, die aber einen guten Eindruck von Chicago etwas abseits vom Stadtzentrum vermitteln und sich besonders bei Aufenthalten lohnen, die über zwei bis drei Tage hinausgehen. Die meisten dieser Sehenswürdigkeiten kann man zudem kostenlos in Augenschein nehmen und sind etwas für die ganze Familie, inklusive Kinder jeden Alters.


1. Der Lincoln Park Zoo liegt im Norden der Stadt am Ufer des Michigansees. Der Eintritt ist kostenlos. Ich wohne übrigens gleich gegenüber vom Zoo und kann jeden Tag und jede Nacht die Wölfe heulen und die Löwen brüllen hören. Man kommt ganz einfach hin, z.B. kann man mit der Buslinie 151 (Richtung Devon/Clark) von zahlreichen Haltestellen in der Michigan Avenue bis zur Haltestelle Webster/Lincoln Park Zoo fahren. Eine schöne Sache, z. B. wenn man mit Kindern in Chicago ist, da es im Zoo z.B. auch ein Karussell gibt.

2. Das Lincoln Park Conservatory ist ein 1895 gebautes Riesengewächshaus mit tropischen Pflanzen und Farnen, das gleich in der Nähe des Haupteinganges vom Lincoln Park Zoo steht. Der Eintritt dort ist ebenfalls kostenlos. Im Park vor dem Gewächshaus steht ein Schillerdenkmal, das 1886 von deutschen Einwanderern errichtet wurde.

3. Der North Avenue Beach ist einer der längsten und schönsten der 24 Sandstrände in Chicago und befindet sich ebenfalls in der Nähe vom Lincoln Park Zoo und ist etwas südlich vom Zoo über eine Fußgängerbrücke zu erreichen. Im Sommer tummeln sich an den Stränden von Chicago Zehntausende Menschen. Manche Unternehmen geben ihren Angestellten bei schönem Wetter am Freitagnachmittag frei, damit sie zum Strand gehen können.

4. Das Chicago History Museum kann man vom Zoo aus ebenfalls zu Fuß erreichen. Wer aus dem Stadtzentrum kommt, kann auch hier mit der Buslinie 151 fahren. Für viele Chicago-Besucher wird dies wohl eher als Schlechtwettervariante dienen, aber wer sich für die Geschichte der Stadt interessiert, ist hier richtig. Das Museum hat zudem einen ausgezeichneten Souvenir- und Buchladen.

5. Wer lieber Cupcakes essen möchte, dem sei Molly's Cupcakes (2536 N Clark Street) empfohlen, etwa 10 Minuten Fußweg vom Zoo. Allen Deutschen und Österreichern, die in Chicago leben und die Hunger auf heimische Backwaren wie Bienenstich und Rumkugeln sowie auf frisches Brot haben, dem sei die österreichische Bäckerei Cafe Vienna empfohlen, die sich ganz in der Nähe (2523 N Clark Street) befindet. Wer Cupcakes in der Nähe der Michigan Avenue kaufen möchte, dem sei der Cupcake-Automat (Cupcake ATM) in der 50 E Walton Street zu empfehlen.

Ich hoffe, euch damit einige Anregungen gegeben zu haben, falls ihr Zeit habt, neben den bekannten Sehenswürdigkeiten in Chicago noch einige andere Dinge anzuschauen bzw. zu erleben. Falls ihr weitere Tipps habt, hinterlasst bitte einen Kommentar. Ich bin mir sicher, dass zukünftige Chicago-Besucher dankbar dafür sein werden. (Und ich kenne natürlich auch noch nicht alles in Chicago und freue mich über jeden Tipp.)

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Mittwoch, 9. März 2016

Arbeitslosengeld in den USA

Die meisten Arbeiten in den USA sind employment at will, d.h. dass man jederzeit ohne Vorwarnung gekündigt werden kann. Arbeitslosengeld bekommt man allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Arbeitslosenversicherung in den USA ist ein Gemeinschaftsprogramm der Bundesregierung und der Staaten, das durch Arbeitgeber-Steuern auf beiden Ebenen finanziert wird. Die Genehmigung und Auszahlung des Arbeitslosengeldes erfolgt durch die einzelnen Bundesstaaten, die alle ihre eigenen Bestimmungen haben, z.B. was die Mindestzahl der gearbeiteten Tage vor dem Arbeitsplatzverlust betrifft.

Arbeitslose bekommen nur dann eine finanzielle Unterstützung (unemployment benefits), wenn sie ihre Arbeit ohne eigenes Verschulden verloren haben (termination without cause), z.B. wenn ein Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen Entlassungen vornimmt.

Wer aufgrund von Fehlverhalten oder mangelnden Leistungen am Arbeitsplatz entlassen wird (termination for cause) erhält keine Arbeitslosenunterstützung. Wer selbst kündigt, hat ebenfalls keinen Anspruch. Das Gleiche trifft auf alle zu, die Teilzeit- oder Zeitarbeit ausüben bzw. selbständig arbeiten.

Arbeitslosenunterstützung kann man normalerweise bis zu sechs Monate lang erhalten. In den meisten Bundesstaaten muss man alle zwei Wochen einen Antrag auf Verlängerung stellen und willig sein, eine neue Arbeit, gleich welcher Art, aufzunehmen.


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Montag, 7. März 2016

Ein Trailer Park ist keine Wohnwagensiedlung

Im Deutschen wird der amerikanische Begriff trailer oft mit "Wohnwagen" und trailer park oft mit "Wohnwagensiedlung" übersetzt. Wer sich jedoch einmal in einem amerikanischen trailer park umgesehen hat, wird sicher zustimmen, dass diese Übersetzung nicht zutreffend ist.

Denn in einem trailer park stehen heutzutage keine Wohnwagen (engl. campers) oder Wohnmobile (engl. RVs) mehr, sondern wesentlich größere mobile homes, d.h. in Fabriken vorgefertigte Wohneinheiten, die eher Baracken als Wohnwagen ähneln. Historisch gesehen entwickelten sie sich zwar aus Wohnwagen, aber das war vor 50-60 Jahren.

Mobile homes werden im Stück per Schwerlasttransport angeliefert. Sie stehen weder auf Rädern noch auf einem richtigen Fundament, sondern auf Betonklötzen. Genauso, wie sie angeliefert wurden, können sie zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Ort transportiert werden, was allerdings nur in den seltensten Fällen passiert.

Mobile homes werden in zwei Größen gebaut: single-wides sind bis zu 5,5 m breit und bis zu 27 m lang und werden komplett angeliefert. Double-wides sind wesentlich breiter und werden nicht selten in zwei Hälften an den Standort gebracht. Diese double-wides bleiben so gut wie immer am selben Platz.

Im trailer park werden sie ans Wasser-und Stromnetz angeschlossen und sie haben natürlich ein WC und eine Küche. Die trailer parks befinden sich fast immer außerhalb oder am Rande von Städten. Alte trailer parks vermitteln mitunter den Eindruck eines Slums, während neue trailer parks nicht selten einen eigenen Swimming Pool haben.

Nach Erhebungen der US-Regierung leben 6 Prozent der Bevölkerung, also rund 20 Millionen Menschen, in trailer parks.

Wie sollte man trailer park nun übersetzen? Am besten gar nicht. Ein trailer park ist ein Trailer Park, einen passenden deutschen Begriff gibt es nicht.

Freitag, 26. Februar 2016

Wie der Spatz nach Nordamerika kam

Um meine Auswanderer-Krimis historisch so genau wie möglich zu gestalten, lese ich viele zeitgenössische Bücher, so z.B. gerade die Reisebeschreibung "Ein Blick in die Neue Welt" des Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht, der von seiner USA-Reise im Herbst 1886 berichtet.

In einem Abschnitt über New York befindet sich dieser Satz: "Nur wenige Vögel konnte ich erblicken - unser europäischer Sperling, der vor etlichen dreißig Jahren künstlich eingeführt wurde, kommt nur in kleinen Gruppen vor und ist - wahrscheinlich deshalb - noch nicht im Besitz seiner urwüchsigen Unverschämtheit, welche ihn bei uns auszeichnet."

Das hat mich veranlasst, mir die Geschichte des Spatzen in den USA einmal näher anzuschauen. Wann und wie ist er nach Amerika gekommen? Wer hat ihn eingeführt? Die Antworten auf diese Fragen fand ich in der Zeitschrift "Naturwissenschaftliche Wochenschrift" (Ausgabe vom 11. August 1895):
»Auch die Geschichte der Einführung der Hausspatzen oder "englischen" Sperlinge nach Nordamerika ist sehr interessant. Die ersten, so weit man weiss, und zwar 8 Pärchen wurden 1850 importiert, aber es waltete zufälliger Weise ein Unstern über sie, sie verloren sich, und man hat niemals etwas von ihnen und ihrer Nachkommenschaft wieder gehört. Zwei Jahre später bildete sich aus Mitgliedern des Brooklyn-Instituts eine Commission zur Einführung des europäischenSperlings, und es wurden zu diesem Zwecke 200 Dollars bewilligt.
Man führte eine Menge Sperlinge aus England ein. Verschiedene wurden gleich nach ihrer Ankunft freigelassen und der Rest in dem Turm der Kirche des Grenwod-Kirchhofs untergebracht, da sie aber nicht recht gedeihen wollten, nahm ein Herr John Hoope sie in seine Privatpflege. Im Jahr 1853 lies man diesen Rest auf jenen Kirchhof fliegen und bestellte einen Mann, der über die Vögel zu wachen hatte.

1854 wurde der Spatz nach Canada eingeführt. Auf Canada und Brooklyn folgte mit Einführung des Sperlings 1860 die Stadt New-York selbst, 1867 New Haven und Philadelphia, in welcher Stadt 500 Pärchen ausgesetzt wurden, 1871 oder 1872 wurde der Vogel in St. Francisco, 1873 oder 1874 in die Mormonenstadt am Salzsee eingeführt, und rasch folgten andere Städte und Ortschaften, die ihr Spatzenmaterial entweder aus Europa bezogen oder es aus anderen amerikanischen Gemeinden, wo der Vogel bereits festen Fuss gefasst hatte, erhielten.

Dann verbreiteten sich die Spatzen auf eigene Faust und folgten namentlich im Westen der östlichen Vereinigten Staaten den Schienenwegen und Landstrassen. Wie rasch der Sperling sich vermehrt hat und vorgedrungen ist, beweist die Thatsache, dass er bis 1875 über 500 Meilen, aber im Jahr 1886 schon über 516 500 engl. Quadratmeilen in den Vereinigten Staaten verbreitet war.«
Anders als von Liebknecht anfangs wahrgenommen, breitete sich der Hausspatz in Nordamerika also nach anfänglichen Schwierigkeiten rapide aus und wurde besonders von Bauern als Plage angesehen.

Dienstag, 9. Februar 2016

Der 1000-Dollar-Schein

Seltene Dollar-Scheine, wie der 500 Dollar Schein und der 1000 Dollar Schein, üben eine gewisse Faszination aus.

Während der 500 Dollar Schein noch als legales Zahlungsmittel genutzt werden könnte (jedoch als Sammlerstück mehr wert ist), wurden die ab 1934 gedruckten letzten 1000 Dollar Scheine mit Grover Cleveland auf der Vorderseite bis 1940 ausschließlich als Zahlungsmittel zwischen Regierungsbehörden eingesetzt. Die ersten 1000 Dollar Scheine waren 1862 gedruckt worden.

Gegenwärtig sind die folgenden Scheine in den USA im Umlauf: $1, $2, $5, $10, $20, $50 and $100. Von diesen ist der 2 Dollar Schein mit Sicherheit am seltensten zu sehen.

Falls ihr weitere interessante Dinge über die USA erfahren wollt:

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"Das Buch ist rundum gelungen. Unterhaltsam und informativ." Zeitzonen.de

"Ein wertvoller Ratgeber für alle USA Ersttäter." USA-Reise.de

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