Sonntag, 26. April 2015

Eine Einführung in die Baseballregeln in 500 Worten

Der Besuch eines Baseball-Spiels gehört auf jeden Fall zu den 10 Dingen, die man als USA-Urlauber getan haben sollte. Die Kenntnis der Regeln trägt natürlich ganz wesentlich dazu bei, dass man dabei viel Spaß hat.

Hier nun also der Versuch, die Baseballregeln in 500 Worten zu erklären:

Das Spielfeld hat die Form eines Viertelkreises und besteht aus einem infield und einem outfield. Die geraden Kanten sind 90 bis 120 Meter lang und die gerundete Seite wird in Stadien durch die Zuschauerränge oder auf Sportplätzen durch einen Zaun abgegrenzt.

Das infield ist ein Quadrat mit einer Kantenlänge von ca. 27 Metern, an deren Ecken sich weiße Gummiplatten, die drei bases und die homeplate, befinden. In der Mitte ist ein kleiner Hügel (mound). Da das infield rautenförmig ins Spielfeld ragt, wird es auch diamond genannt. Das outfield, der Name sagt es, ist der Teil des Viertelkreises außerhalb des infield.

Das Spiel ist in neun Abschnitte (innings) eingeteilt, die jeweils aus zwei Hälften bestehen. Die Auswärtsmannschaft hat in der ersten Hälfte (top of the inning) das Schlagrecht, die Heimmannschaft in der zweiten Hälfte (bottom of the inning). Die Reihenfolge der schlagenden Spieler, die batting order, wird vom Trainer vor dem Spiel festgelegt und dem Schiedsrichter mitgeteilt.

Das Team mit Schlagrecht versucht zu punkten, indem seine Spieler die bases ablaufen. Jeder Spieler, der alle drei bases abläuft und es zurück zum Ausgangspunkt (homeplate) schafft, erzielt einen Punkt (run). Voraussetzung dafür ist, dass der batter, der Spieler des angreifenden Teams, der mit dem Schlagen an der Reihe ist, den Ball gut trifft. Dieser wird vom pitcher des verteidigenden Teams, der auf dem mound steht, geworfen.

Der pitcher versucht, den Ball in einer schwer berechenbaren Flugbahn zu werfen. Da der Ball vom catcher, seinem hinter dem gegnerischen batter hockenden Mitspieler, gefangen werden muss, zeigt der pitcher durch Geheimzeichen die geplante Wurfbahn an.

Die anderen Spieler des verteidigenden Teams stehen über das Spielfeld verteilt und versuchen den geschlagenen Ball unter Kontrolle zu bringen, um ein Punkten des Gegners zu verhindern. Je länger sie dazu brauchen, desto mehr Zeit haben die Spieler des angreifenden Teams, die bases abzulaufen und runs zu erzielen.

Nach dem Schlag wird der batter zum runner und muss versuchen, wenigstens zur ersten base zu kommen. Sollte es ihm gelingen den Ball in die Zuschauerränge zu schlagen und alle bases auf einmal abzulaufen, erzielt er einen homerun.

Meistens kommen die Spieler jedoch nur zur nächsten base. Wenn alles gut läuft, sind nach einigen Schlägen alle drei bases mit Spielern besetzt, d.h. die bases are loaded. Sollte nun ein guter Schlag gelingen, können es unter Umständen vier Spieler zum homeplate schaffen und punkten.

Wird der Ball jedoch vor Berühren des Bodens gefangen, ist der batter automatisch out. Wenn der Ball auf dem Boden landet, aufgehoben und zu einem Mitspieler geworfen wird, der mit einem Fuß auf einer base steht und den Ball fängt, bevor der runner dort ankommt, ist dieser ebenfalls out. Ein runner, der gerade keine Base berührt, ist auch out, wenn er von einem Feldspieler mit dem Ball oder mit dem Handschuh, in dem sich der Ball befindet, berührt wird. Sobald drei Spieler out sind, wird gewechselt.

Ziel des Spieles ist, mehr runs zu erzielen als der Gegner. Falls notwendig, werden zusätzliche innings gespielt, um das Spiel zu entscheiden.

Wer es lieber ausführlich hat, kann den 2.500 Worte langen Artikel bei Wikipedia lesen.

Donnerstag, 23. April 2015

Der König von Beaver Island

1844 wurde der Gründer der Mormonenkirche, Joseph Smith, zusammen mit seinem Bruder Hyrum ermordet und die Mehrheit der Mormonen akzeptierte Brigham Young als neues Kirchenoberhaupt. Dieser führte sie 1846/47 von Illinois nach Utah, wo sich noch heute das Zentrum der Mormonen befindet.

Eine kleine Gruppe scharte sich jedoch um den charismatischen Anwalt James Jesse Strang und zog mit ihm nach Wisconsin. Da es dort nicht genug Land gab und das Zusammenleben mit den nichtmormonischen Nachbarn problematisch war, beschloss Strang 1848 einen Umzug auf die im nördlichen Michigansee gelegene Insel Beaver Island, die zwölf Meilen lang und sechs Meilen breit ist. Dort krönte sich Strang 1850 zum König.

King James herrschte mit eiserner Faust über die Insel. Im Gegensatz zu Smith und Brigham war Strang anfangs kein Polygamist, hatte dann aber doch fünf Frauen und insgesamt zwölf Kinder. 1852 ließ er sich von seinen Anhängern ins Parlament von Michigan wählen.

Machtgierig wie King James war, hatte er natürlich auch Feinde, in erster Linie unter den früheren Bewohnern der Insel, hautsächlich Fischer irischer Herkunft, aber auch unter seinen eigenen Leuten. Am 16. Juni 1856 wurde Strang daher ermordet. Seine Mörder kamen ungestraft davon und die nun führerlosen Mormonen wurden von den Fischern gewaltsam von Beaver Island vertrieben.

Wer Beaver Island heute besucht, kann dort noch die von Strang gegründete Ortschaft St. James und die Druckerei der Mormonen (Old Mormon Print Shop) finden. Um nach Beaver Island zu kommen, fährt man gut zwei Stunden von Charlevoix (im Nordwesten Michigans) mit einer Fähre der Beaver Island Boat Company.

Zum Weiterlesen: Schönes Reiseziel: Die Großen Seen

Mittwoch, 15. April 2015

Höchstgeschwindigkeit in den USA

Die Höchstgeschwindigkeit auf amerikanischen Autobahnen unterscheidet sich je nach Bundesstaat. In den meisten Staaten in der Osthälfte der USA liegt sie bei 70 mph (113 km/h) und in der Mehrheit der Staaten in der Westhälfte bei 75 mph (121 km/h). In Kalifornien und Washington State liegt sie allerdings auch bei 70 mph, in Alaska sogar bei nur 65 mph (105 km/h). Auf einigen Streckenabschnitten in Idaho, South Dakota, Utah und Wyoming sind 80 mph (129 km/h) erlaubt. In Texas wird die Höchstgeschwindigkeit durch die einzelnen Verwaltungsbezirke festgelegt und liegt zwischen 65 und 85 mph (137 km/h).

Wer gern schnell(er) fährt, ist im Westen der USA (mit Ausnahme der Westküste) besser aufgehoben:

Informationen zur Höchstgeschwindigkeit in den einzelnen Bundesstaaten und zu den Strafgebühren gibt es auf Wikipedia.

Hier noch einige Hinweise aus meinem Buch Fettnäpfchenführer USA:

Polizisten, die es auf Geschwindigkeitssünder abgesehen haben, parken ihre Autos oft so, dass sie als Polizeiautos nur schlecht erkennbar sind, zum Beispiel entgegen der Fahrtrichtung, etwas versteckt am Straßenrand oder auf dem Mittelstreifen von Autobahnen. Oft sieht man sie dann zu spät und hat keine Zeit mehr zum Bremsen. Die örtlichen Polizeiabteilungen wissen genau, welche Stellen im Gelände sich zu diesem Zweck optisch am besten ausnutzen lassen. Besondere Vorsicht ist auch beim Einfahren in kleine Ortschaften geboten, da sich das Geschwindigkeitslimit dort oft drastisch und abrupt verringert.

Einheimische Autofahrer kennen diese Geschwindigkeitsfallen. Durchreisende Autofahrer handeln sich deshalb am ehesten Strafzettel ein. Passen Sie auch auf, wenn Sie auf einer Autobahn über eine Anhöhe fahren, da die Polizei oft dahinter wartet. Besonders nachts halten die Polizisten mit Vorliebe Verkehrssünder aller Art an, um sich die meist langweiligen Stunden etwas interessanter zu gestalten. Zudem sind die Strafgebühren eine wichtige Einnahmequelle der örtlichen Polizeiabteilungen, es wird also von den Polizisten erwartet, dass sie eine mehr oder weniger bestimmte Anzahl an Verkehrssündern stellen. An einigen Orten scheint die Polizei besonders am Monatsende sehr aktiv zu sein, möglicherweise, weil die Einnahmequote noch nicht erfüllt wurde. Das wird von der Polizei natürlich bestritten, aber ihr Verhalten lässt oft nur diese Schlussfolgerung zu.

Erschwerend für durchreisende Autofahrer kommt hinzu, dass die Polizeiautos überall anders aussehen und man daher nie so richtig weiß, wonach man eigentlich Ausschau halten soll. Mal sind die Polizeifahrzeuge schwarz, mal sind sie weiß. Einige haben Lichter auf dem Dach, andere nicht. Die meisten Polizeiabteilungen haben PKW, manche aber auch Geländewagen. In der Regel ist natürlich in großen Buchstaben die Aufschrift »Police« an beiden Seiten des Polizeiautos angebracht, allerdings ist das nur schwer oder gar nicht zu sehen, wenn das Fahrzeug in Fahrtrichtung am Straßenrand steht.

Wer von der Polizei angehalten wird, sollte auf keinen Fall unaufgefordert aussteigen. Da der Polizist nicht weiß, was Sie vorhaben, wird er in der Regel zur eigenen Sicherheit drakonisch reagieren, das heißt, er wird die Waffe ziehen oder Ihnen Handschellen anlegen. Ruhe und Besonnenheit ist also oberstes Gebot. Lassen Sie, wie schon gesagt, die Hände am Lenkrad, bis der Polizist Sie auffordert, Ihre Papiere auszuhändigen. Der Beifahrer sollte die Hände ruhig im Schoß liegen lassen und auf keinen Fall nach dem Handschuhfach, unter den Sitz oder in eine Tasche greifen. Sollte es mehr als zwei Insassen im Auto geben, wird der Polizist in der Regel Verstärkung anfordern, die dann die anderen Passagiere im Auge behält. Es kann also sein, dass ein Polizeiauto einige Minuten hinter Ihnen stehen wird, ohne dass der Polizist aussteigt. In diesem Fall hilft nur: abwarten.

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Freitag, 3. April 2015

Welches Auswandern-USA-Forum ist empfehlenswert?

Zum Thema Auswandern in die USA gibt es eine Reihe von Foren, in denen sich Leute, die bereits in den USA leben, und Leute, die noch vorhaben, auszuwandern bzw. längere Zeit in Amerika zu arbeiten, austauschen. Dazu gehören:

USA-Auswandererforum.com - Dieses Forum beschäftigt sich in erster Linie mit dem Auswandern in die USA, wie man das macht, wie man eine Arbeit findet oder eine Firma gründet. Themenbereiche wie Studium, Schulbesuch, Au-Pair und Reisen kommen ergänzend hinzu.

Amerika-Forum.de ist ein lebendiges Forum zu den Themen Reisen und Auswandern in die USA und Kanada. Allein im Themenbereich Auswandern USA gibt es mehrere Hunderttausend Beiträge.

Germanicans.com - Ein Forum für Deutsche, die in den USA leben bzw. hier leben wollen. Früher war in diesem Auswanderer-Forum mehr los, in letzter Zeit scheint dort jedoch die Diskussion etwas eingeschlafen zu sein. Neue Mitglieder würden das Forum sicher ein wenig beleben. Man kann dort aber auch in den alten Diskussionen stöbern und die eine oder andere gute Information herausfischen.

Tipp: Falls ihr vorhabt, euch an einem bestimmten Ort niederzulassen, würde ich in diesen Foren nach Leuten suchen, die bereits dort leben und deren Ortskenntnis nutzen, z.B. wenn um das Mieten einer Wohnung geht.

Welche Foren zum Thema Leben und Arbeiten in den USA könnt ihr empfehlen?

Jetzt für einen Garten anmelden

Diesen Hinweis gebe ich jedes Jahr und da an vielen Orten die Gartensaison am 1. Mai beginnt, ist es jetzt wieder an der Zeit dafür:

Wer in den USA keinen Garten hinterm Haus hat bzw. in einer Wohnung lebt, kann vielerorts gegen eine relativ geringe Gebühr in einem Community Garden Gemüse, Blumen und Kräuter anbauen. Dadurch spart man Geld für Lebensmittel, zaubert frisches Gemüse auf den Tisch und lernt neue Leute kennen.

In den meisten Gemeinschaftsgärten kann man das Land nur vom Frühling bis zum Herbst nutzen. Dann wird der Boden umgepflügt und im nächsten Jahr neu verteilt. Da es oft Wartelisten gibt, sollte man sich schon jetzt für ein Gartenstück (garden plot) anmelden. Ein Verzeichnis vieler Gemeinschaftsgärten gibt auf CommunityGarden.org.