Freitag, 30. Januar 2015

Vorfahrt leicht gemacht: 4-Way Stop

Um Autofahrern das Nachdenken über Vorfahrtregeln zu ersparen, haben die Amerikaner in den späten 1940er Jahren den 4-Way stop eingeführt.

An den Kreuzungen vieler Nebenstraßen müssen Autofahrer seither nicht mehr grübeln, wer Vorfahrt hat: Wenn es am Stopp-Schild den Zusatz 4-Way (bzw. All Way oder 3-Way) gibt, kann derjenige, der zuerst an der Kreuzung angehalten hat, auch als Erster wieder losfahren. Ein wenig problematisch wird es allerdings, wenn dort zwei oder sogar drei Autos gleichzeitig zum Stillstand kommen, denn dann hat auch in Amerika derjenige Vorfahrt, der sich am weitesten rechts befindet. Die meisten Amerikaner scheinen das jedoch entweder nicht zu wissen, finden es zu verwirrend oder sogar unhöflich, und verständigen sich deshalb oft per Handzeichen darüber, wer zuerst darf.

Verkehrsplaner warnten bereits in den 1950er Jahren vor zu vielen 4-Way stops, da diese zu Überdruss und Nichtbeachtung führen würden. Tatsächlich kann man oft rolling stops beobachten, wenn nämlich Autofahrer des häufigen Anhaltens Leid sind und daher nicht mehr vollständig zum Stehen kommen. Aber auch das Gegenteil geschieht hin und wieder: Manche Fahrer halten an, wo es gar keinen 4-Way stop gibt und sorgen so mitunter für ärgerliche Situationen.

Vorsicht ist ferner angebracht, sollte eine Nebenstraße eine Hauptstraße kreuzen und auf der Nebenstraße Autos aus beiden Richtungen kommen. Nicht wenige Amerikaner denken nun, dass auch hier, trotz der einfachen Stopp-Schilder, derjenige Vorfahrt hat, der zuerst da war. Das kann gefährlich werden, falls einer geradeaus fahren und der andere links abwiegen will. Im amerikanischen Straßenverkehr sollte man sich also nicht unbedingt auf sein Recht verlassen, sondern vielmehr darauf gefasst sein, dass andere Verkehrsteilnehmer ahnungslos bzw. unaufmerksam sind.

Zum Weiterlesen: Verkehrsregeln in den USA

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