Dienstag, 21. Januar 2014

Keine Angst vor Zugluft

Wer in den USA lebt, stellt im Laufe der Zeit mit Erstaunen fest, dass sich Amerikaner in keiner Weise vor Zugluft fürchten, sich nicht über einen schwachen Kreislauf beklagen und noch nie etwas von einem Hörsturz vernommen haben. Und zur Kur fahren sie auch nicht, denn diese ist in den USA als Konzept leider völlig unbekannt.

Dagegen ist die Arzneimittelwerbung allgegenwärtig und vermittelt das Bild, dass acid reflux disease (Refluxkrankheit/chronisches Sodbrennen), Schlaf- und Potenzstörungen sowie restless legs syndrome (unruhige Beine/Rastloser Schlaf) Volkskrankheiten sind. Die Medien insgesamt lassen auch den Eindruck entstehen, jedes zweite Kind sei entweder autistisch oder habe eine Erdnussallergie.

ADD (Aufmerksamkeitsstörung), Depressionen, Nebenhöhlenentzündung (sinus infection), Asthma, Allergien (besonders gegen Katzen), Lebensmittelvergiftung (food poisoning) und Lungenentzündung (pneumonia) scheinen ebenfalls weitverbreitet zu sein, letztere wahrscheinlich, weil man sich der gefährlichen Zugluft nicht bewusst ist. ;-)

Ich will damit nicht sagen, dass es keine Leute gibt, die ernsthaft von den erwähnten Krankheiten betroffen sind. Nur scheinen die Medien, insbesondere die Werbung, das Bild zu verzerren.


Samstag, 18. Januar 2014

Krankenversicherung in den USA - Wichtige Begriffe erklärt

Krankenversicherungen in den USA zeichnen sich durch ein relativ kompliziertes Geflecht aus Eigenbeteiligungen (out-of-pocket expenses) aus. Hier ist ein Beispiel:

Die Höhe der festgelegten out-of-pocket expenses bestimmt weitgehend, wie viel die Krankenversicherung (health insurance plan) im Monat kosten wird. Man sollte sich diese Beträge genau anschauen, bevor man eine Krankenversicherung abschließt. Auch wer über den Arbeitgeber versichert ist, ist gut beraten, sich mit den Begriffen und Kosten vertraut zu machen, damit es beim Artzbesuch bzw. in der Apotheke keine böse Überraschung gibt:

Annual deductible. Das ist der Betrag, den man jedes Jahr zahlt, bevor die Krankenversicherung wirksam wird. Dieser kann relativ gering sein, z. B. 100 oder 200 Dollar, aber auch einige Tausend Dollar betragen. Generell gilt: Je höher dieser Betrag ist, desto weniger muss man an monatlichen Versicherungsbeiträgen zahlen.

Beispiel: Der deductible ist 500 Dollar. Man bezahlt dann pro Kalenderjahr vollständig alle Behandlungskosten bis zu diesem Betrag. Wird dieser überschritten, übernimmt die Krankenversicherung die weiteren Kosten. Allerdings nicht vollständig, denn man wird noch copays und coinsurance zahlen müssen. Also, falls der deductible 3000 Dollar ist, wird die Versicherung zwar weniger im Monat kosten als wenn der deductible 500 Dollar beträgt, man übernimmt dann aber alle Kosten bis zu diesem Betrag. Bei einigen Versicherungen schließt das Medikamente ein. Andere Versicherungen haben für diese einen separaten prescription drug deductible.

Copay. Das ist ein festgelegter Betrag, den man für jeden Arztbesuch und jedes Medikament zahlen muss, z.B. 30 Dollar pro Arztbesuch und 20 Dollar pro Medikament. Medikamente bekommt in der Regel jeweils nur für einen Monat, sodass man jeden Monat das Medikament erneut von der Apotheke holen und jedes Mal copay zahlen muss.

Beispiel: Man geht am Jahresanfang zum Arzt und dieser verschreibt ein Medikament, das 400 Dollar kostet. Die Krankenversicherung hat ein jährliches deductible für Medikamente in Höhe von 300 Dollar und ein copay von 20 Dollar. Man wird dann 320 Dollar für dieses Medikament zahlen müssen. Da man das deductible für das laufende Jahr nun gezahlt hat, wird man in den folgenden Monaten nur noch copay zahlen müssen, also jedes Mal 20 Dollar.

Coinsurance: Coinsurance bedeutet, dass man einen bestimmten Anteil der Behandlungskosten zahlt.

Beispiel: Ein Arztbesuch kostet 100 Dollar. Die in der Krankenversicherung festgelegte coinsurance beträgt 30 Prozent. In diesem Fall zahlt man 30 Dollar und die Krankenversicherung übernimmt 70 Dollar.

Out-of-pocket maximum. Das ist der Betrag, den man maximal im Jahr an out-of-pocket expenses zahlen muss. Sobald diese Summe durch Zahlungen an deductible, copays bzw. coinsurance erreicht ist, übernimmt die Krankenversicherung 100 Prozent der Kosten. Daher muss man keine Angst haben, dass man die Behandlungskosten im Falle einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls nicht zahlen kann.

Einige Leistungen werden von den Krankenversicherungen ohne deductible und coinsurance übernommen, z.B. jährliche Vorsorgeuntersuchungen. Bei generic drugs, d.h. Medikamente, die nach Ablauf des Patents des Markenproduktes von anderen Pharmaunternehmen preiswerter angeboten werden, ist der copay in der Regel wesentlich niedriger als beim Markenprodukt.

Sonntag, 12. Januar 2014

Deutsche Auswanderer in Amerika – Interessante Zahlen, die ihr vielleicht noch nicht kennt

Dass sich heutzutage rund 60 Millionen Amerikaner als deutschstämmig bezeichnen, habt ihr sicher schon einmal gehört.

Hier sind nun einige weitere bemerkenswerte Zahlen, die möglicherweise nicht ganz so bekannt sind:

  • New York war um 1890 mit 210.000 in Deutschland geborenen Einwohnern nach Berlin, München, Hamburg und Köln die fünftgrößte deutsche Stadt, Chicago mit 161.000 deutschen Einwanderern nach Frankfurt a.M. und Hannover die achtgrößte. In New York waren das 14% und in Chicago 15% der Bevölkerung.
  • Um 1900 waren ca. 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der USA im Besitz von Deutschamerikanern.
  • Viele Großstädte im Mittleren Westen hatten einen sehr hohen Prozentsatz deutschstämmiger oder aus Deutschland eingewanderter Bewohner: Detroit (Michigan) 41%, St. Louis (Missouri) 45%, Cincinnati (Ohio) 54%, Davenport (Iowa) 62% und Milwaukee (Wisconsin) 70%.
  • Ungefähr 100.000 Wolgadeutsche wanderten bis 1900 in die USA ein. Die Zahl ihrer Nachkommen beträgt heute ca. 1 Million.
  • Allein zwischen 1871 und 1884, also zu der Zeit in der meine Auswanderer-Krimis handeln, wanderten 1,251 Millionen Menschen von Deutschland in die USA aus.

* * *

"Kai Blums Auswanderer-Krimis heben sich von der Masse der Histo-Krimis und wohl auch der Auswanderer-Romane ab."(Histo-Couch.de)




"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (Das Magazin über Hoffnung ist ein weites Feld)

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In den USA bei Amazon.com erhältlich

Samstag, 11. Januar 2014

Die Außengebiete der Vereinigten Staaten

Die USA haben eine Reihe von Außengebieten (engl. insular areas), die nicht Bestandteil eines Bundesstaates sind und selber auch keinen Bundesstaat-Status haben.

In der Karibik sind das Puerto Rico (rund 4 Millionen Einwohner), die Amerikanischen Jungferninseln (108.605 Einwohner) und Navassa (unbewohnt).

Im Pazifischen Ozean liegen Guam (Foto, 168.564 Einwohner), die Nördlichen Marianen (44.582), Amerikanisch-Samoa (57.881) und die Midwayinseln (40) sowie die Bakerinsel, die Howlandinsel, die Jarvisinsel, das Johnston-Atoll, das Kingmanriff, das Palmyra-Atoll und das Wake-Atoll (alle unbewohnt).

Die Einwohner der Außengebiete sind U.S.-Staatsbürger (engl. U.S. citizens). Eine Ausnahme bildet Amerikanisch-Samoa, dessen Bewohner U.S.-Amerikaner ohne Staatsbürgerschaft sind (engl. U.S. nationals). Sie können in den gesamten USA leben und arbeiten, dürfen aber außerhalb von Amerikanisch-Samoa nicht wählen bzw. kandidieren.

Die in den anderen Außengebieten geborenen Menschen können dagegen wählen und gewählt werden, wo auch immer sie ihren Wohnsitz innerhalb der USA haben. Wenn sie in den Außengebieten leben, können sie allerdings nicht an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen. (Jedoch ermöglichen ihnen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner die Teilnahme an den Vorwahlen.)

Mittwoch, 8. Januar 2014

In Chicago war es diese Woche kälter als am Südpol

In Chicago, das dieser Tage den Spitznamen Chiberia (Chicago + Siberia) bekommen hat, war es am Montag mit -16 Grad Fahrenheit (-26,6 Grad Celsius) wesentlich kälter als am Südpol und in Sibirien, berichtet DNAinfo Chicago. Damit wurden die Kälterekorde von 1884 und 1988 (jeweils -14 Grad Fahrenheit = -25,5 Grad Celsius) gebrochen. Am Südpol, wo gerade "Sommer" ist, herrschten Montag -23 Grad Celsius und in Nowosibirsk -21 Grad Celsius.

Dienstag, 7. Januar 2014

Deutsche Dialekte in den USA

Faszinierende Hörproben einiger deutscher Dialekte in den USA gibt es auf der Website American Languages. Da gibt es das Deutsch der Amischen und der Mennoniten, das so genannte Pennsylvania Dutch, und den Dialekt der deutschen Siedler in Texas, der als Texasdeutsch bezeichnet wird, sowie mehrere deutsche Dialekte in Wisconsin zu hören.

In diesem Zusammenhang möchte ich wieder einmal darauf hinweisen, dass Deutsch nicht, wie viele glauben, beinahe die offizielle Sprache der USA geworden wäre. Mehr dazu...

Falls ihr euch für die deutsche Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert interessiert, möchte ich euch meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät" ans Herz legen.

Auswanderer-RomanePressestimmen:

"Hoffnung ist ein weites Feld" ist der gelungene Start einer Romanreihe, die das Leben der Familie Sievers von 1881 bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum Thema haben soll." (Histo-Couch.de)

"Ein spannendes Buch, in dem historische Fakten gekonnt ins Krimi-Genre eingebettet werden." (DAS MAGAZIN)

Montag, 6. Januar 2014

Reiserouten für einen gelungenen USA-Urlaub

Plant ihr gerade euren USA-Urlaub? Habt ihr vor, Florida, Kalifornien oder Südwesten zu bereisen oder die Route 66 bzw. den Pacific Coast Highway entlang zu fahren? Dann möchte ich euch auf die aktuellen Routenreiseführer aus dem Conbook-Verlag hinweisen, in dem auch mein Fettnäpfchenführer USA erschienen ist.

Nationalparkroute USA - Florida

Reiseführer FloridaDieser Routenreiseführer beinhaltet:

  • Komplett ausgearbeitete Routenempfehlung auf über 2.300 km mit Alternativstrecken und Ausflügen zu besonders lohnenswerten Zielen abseits der Hauptroute
  • Die Route umfasst sechs spannende Nationalparks (u. a. Everglades und Dry Tortugas National Park), 17 herausragende State Parks und zahlreiche Stadtbesichtigungen (Orlando, Miami, Key West, Fort Myers, Saint Petersburg uvm.)
  • Startpunkte sind die Städte Orlando oder Miami
  • Speziell entwickelte Routenübersicht (SmartRoute) für eine besonders leichte Orientierung und zielsichere Routenführung
  • Zahlreiche Wanderempfehlungen und Tipps für abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten (Kanufahrten, Schnorcheltouren, Ausritte, Familienaktivitäten uvm.)
  • Mehr als 170 Farbfotos, Karten aller wichtigen Städte und detailliertes Kartenmaterial der gesamten Route Empfehlungen für die besten Übernachtungsmöglichkeiten auf naturnahen Campgrounds, in Hotels und Motels
  • Ausführlicher Wissensteil zur Reisevorbereitung und -durchführung sowie nützliche und wichtige Anmerkungen und Tipps der Autorin

Nationalparkroute USA - Kalifornien

Reiseführer KalifornienDieser Reiseführer beinhaltet:

  • Detaillierte Beschreibung einer 2.000 km langen Rundreise zu den berühmtesten Zielen, spannendsten Städten und schönsten National Parks Kaliforniens, ausgehend von der Weltstadt Los Angeles
  • Mit zahlreichen Ausflügen und Abstechern zu Highlights abseits der Hauptroute
  • Ausführliche Beschreibungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit hilfreichen Empfehlungen für Übernachtungen auf Campgrounds sowie in Hotels und Motels
  • Wertvolle Tipps und persönliche Empfehlungen zu Wander-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten
  • Kartenmaterial, viele Abbildungen und topaktuelle Reiseinformationen zur Vorbereitung und stressfreien Durchführung der Reise

Nationalparkroute USA - Südwest

Reiseführer Südwesten der USADieser Reiseführer beinhaltet:

  • Detaillierte Beschreibung einer 2.400 km langen Rundreise zu den 6 berühmtesten Nationalparks der westlichen USA, ausgehend vom schillernden Las Vegas. Entlang einer der landschaftlich eindrucksvollsten Reiserouten der USA drängen sich weltberühmte Nationalparks aneinander: Zion National Park, Bryce Canyon, Capitol Reef und Canyonlands National Park, Mesa Verde und natürlich der gigantische Grand Canyon. Daneben sorgen National Monuments wie Grand Staircase Escalante oder Natural Bridges und außergewöhnliche Erholungsgebiete wie der Lake Powell für ein hohes Maß an Abwechslung.
  • Mit zahlreichen Ausflügen und Abstechern zu abseits der Hauptroute liegenden Highlights
  • Ausführliche Beschreibungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, mit allen notwendigen Empfehlungen für Übernachtungen auf Campgrounds sowie in Hotels und Motels
  • Umfangreiches Kartenmaterial, viele Abbildungen und top-aktuelle Reiseinformationen zur Vorbereitung und stressfreien Durchführung der Reise

Route 66 - Neue Wege auf altem Asphalt: Routenreiseführer

Reiseführer Route 66Dieser Reiseführer beinhaltet:

  • Komplette Beschreibung der historischen Route 66 von Chicago bis Los Angeles
  • Über 40 informative Essays und Beiträge zu Kultur, Historie und den Menschen entlang der Route
  • Umfangreiches Hintergrundwissen, wertvolle Tipps und ausführliche Wegbeschreibungen eines erfahrenen Reiseleiters
  • Mit allen relevanten Fakten der sehenswerten Highlights und über 200 Abbildungen
  • Neues, überarbeitetes Kartenmaterial

Pacific Coast Highway USA: Neue Wege entlang der amerikanischen Westküste

Pacific Coast HighwayDieser Reiseführer beinhaltet:

  • Komplette Beschreibung des Pacific Coast Highways von San Diego nach Seattle, etwa 2.500 Kilometer entlang der US-amerikanischen Westküste, inkl. Los Angeles und San Francisco
  • Alle Highlights und relevanten Fakten für eine begeisternde Reise durch betörende Natur, aufregende Städte und kuriose Orte, abseits ausgetretener Pfade
  • Umfassendes Hintergrundwissen, wertvolle Tipps und präzise Wegbeschreibungen eines passionierten Reiseveranstalters
  • 24 informative wie unterhaltsame Essays und Beiträge, die Fragen beantworten, Verständnis vertiefen und kommentieren
  • Detailliertes Kartenmaterial für eine einfache und umfassende Orientierung

Ich wünsche euch einen tollen Urlaub in den USA!

Sonntag, 5. Januar 2014

Deutschsprachige Schallplatten-Aufnahmen aus den USA

Mehr als 10.000 Aufnahmen der amerikanischen Schallplattenfirma Viktor aus den Jahren 1901-1925 kann man kostenlos auf der National Jukebox-Website der Library of Congress hören.

Darunter befinden sich auch Aufnahmen in deutscher Sprache, die damals für die zahlreichen deutschsprachigen Einwanderer in den USA produziert wurden.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Autos preiswert am Flughafen mieten

National Public Radio (NPR) hat vor einigen Tagen über einen neuen Service berichtet, der eine preiswerte Alternative zur klassischen Autovermietung bietet: FlightCar.

Die Idee ist wirklich clever: Wer mit dem Flugzeug verreist, kann sein Auto, statt es teuer am Flughafen zu parken, zur FlightCar-Niederlassung bringen. FlightCar vermietet das Fahrzeug dann an Leute, die mit dem Flugzeug ankommen. Dabei profitieren alle Beteiligten:

- Der Autobesitzer verdient Geld statt Geld für das Parken auszugeben. (Sollte niemand das Auto mieten, werden zumindest die Parkgebühren gespart, denn das Parken bei FlightCar ist kostenlos).
- Der Automieter spart Geld, denn die Preise sind niedriger als bei regulären Autovermietern.
- FlightCar nimmt eine Vermittlungsgebühr ein.

Das Auto ist versichert und FlightCar reinigt es gründlich, bevor es vom Besitzer wieder abgeholt wird.

Bisher gibt es FlightCar in Boston, San Francisco und Los Angeles.

Keine schlechte Idee, oder?

Hier ist der NPR-Artikel: Cars Are Next Frontier For Sharing Services.