Dienstag, 31. Dezember 2013

Neue Gesetze zum Jahresanfang

Ab 1. Januar 2014 gelten in vielen Bundesstaaten der USA neue Gesetze. Hier eine kleine Auswahl:

In Oregon darf jetzt im Auto nicht mehr geraucht werden, wenn Kinder mitfahren.

In Colorado kann jeder über 21 Jahre 1 ounce (28 Gramm) Marihuana in staatlich zugelassenen Geschäften kaufen.

In Kalifornien müssen Autos beim Überholen von Radfahrern einen Abstand von 3 feet (91 cm) halten.

In Illinois darf man jetzt erst ab 18 Jahre ins Sonnenstudio.

Ebenfalls in Illinois: Wer eine Zigarettenkippe auf den Gehweg oder die Straße wirft, kann einen Strafzettel in Höhe von 50 Dollar bekommen. Denkt bei eurem nächsten Chicago-Besuch daran!

Ferner ist es ab Januar in Illinois verboten, Angler bzw. Jäger mit einer Flugdrone zu stören.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Alternative Antriebe in den USA

In den USA werden pro Jahr rund 15 Millionen Neuwagen gekauft. Die meisten dieser Fahrzeuge haben nach wie vor einen reinen Benzinantrieb, jedoch gab es in Sachen alternative Antriebe in den letzten zwei bis drei Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung.

Nachdem Honda und Toyota viele Jahre lang die einzigen Hersteller waren, die Hybridautos mit einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotoren anboten, haben jetzt fast alle Marken derartige Fahrzeuge im Sortiment. 2013 wird mit einer halben Million neuen Hybridautos, die nicht an eine Steckdose angeschlossen werden müssen, sondern elektrische Energie beim Bremsen gewinnen, gerechnet. Der Toyota Prius (Foto) ist hier nach wie vor der Marktführer, aber auch die Hybridversionen des Toyota Camry und des Ford Fusion weisen beachtliche Verkaufszahlen auf.

Bei Autos, die zum Aufladen der Batterien an eine Steckdose angeschlossen werden, haben sich die Verkaufszahlen im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr auf rund 100.000 Stück verdoppelt. Hierbei handelt es sich um Hybridfahrzeuge wie den Chevrolet Volt (Foto) und reine Elektroautos wie den Nissan Leaf und das Tesla Model S.

Autos mit Dieselantrieb waren in den USA lange Zeit verpönt, da sie im kollektiven Bewusstsein der USA immer noch mit den Rußschleudern der 60er und 70er Jahre gleichgesetzt wurden. Von 2010 bis 2012 stieg die Nachfrage jedoch um 24 Prozent auf beinahe 800.000 an, obwohl Dieselkraftstoff rund 10 Prozent teurer als Benzin war. Volkswagen lag hier mit dem Golf TDI (Foto) und dem Jetta TDI vorn. Es wird erwartet, dass die Zahl der erhältlichen Dieselmodelle in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.

Erwähnt sei noch, dass die meisten Autos amerikanischer Produktion, die mit Benzin angetrieben werden, auch mit E85 fahren können. Das ist ein Gemisch aus Benzin und Ethanol. Dieses kann in erster Linie in den Midwest-Staaten getankt werden, denn dort wird das Ethanol aus Mais erzeugt. Die Umweltbilanz von Ethanol ist allerdings stark umstritten.

Samstag, 28. Dezember 2013

Was kann an "Alltag in Amerika" noch verbessert werden?

Die 4. Auflage von "Alltag in Amerika. Leben und arbeiten in den USA" ist 2012 erschienen und insgesamt noch sehr aktuell, finde ich. Damit das auch so bleibt, mache ich mir bereits Gedanken über die nächste Ausgabe.

Falls ihr das Buch gelesen habt, würden mich eure Verbesserungsvorschläge sehr interessieren, z.B.: Gibt es Informationen, die noch ergänzt werden müssten? Was sollte besser erklärt werden? Welche Infos fandet ihr überflüssig bzw. nicht mehr zutreffend?

Ich würde mich über eure Hinweise sehr freuen. Und die zukünftigen Leser, denen das Buch beim Neuanfang in den USA ja so gut wie möglich helfen soll, werden es euch ebenfalls danken.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Die zwei Leben des Felix Paul Greve


F.P. Greve/Grove, ca. 1921 
1909 begeht der deutsche Schriftsteller Felix Paul Greve Selbstmord. 1922 betritt ein Mann namens Frederick Philip Grove die kanadische Literaturszene und ist über seinen Tod im Jahr 1948 hinaus einer der wichtigsten Romanautoren des Landes. Dass es sich bei Greve und Grove um die gleiche Person handelt, wird erst 1973 entdeckt.

Greve wird 1879 in Westpreußen geboren. Nachdem der Vater kurz als Gutsverwalter in Pommern gearbeitet hatte, zieht die Familie 1881 nach Hamburg. 1892 trennen sich die Eltern und Greves ältere Schwester wandert wenig später in die USA aus. Greve studiert in München, wo er als Autor und Übersetzer Kontakt mit dem Kreis um Stefan George hat.

Else Endell/Elsa von Freytag-Loringhoven
1902 geht er nach Berlin und hat dort ein Verhältnis mit Else Endell, der Frau des Architekten August Endell, mit der er nach Palermo durchbrennt. 1903 kehrt Greve nach Deutschland zurück und wird in Bonn verhaftet. Ein ehemaliger Studienfreund hatte ihn wegen Zahlungsunfähigkeit angezeigt, weil er ein Privatdarlehen nicht zurückzahlen konnte. Greve verbringt ein Jahr im Gefängnis. Während dieser Zeit schreibt und übersetzt er viel und nimmt Kontakt mit André Gide und H. G. Wells auf.
SS Megantic
Nach der Entlassung lebt er mit Else Endell in der Schweiz, in Frankreich und in Berlin, wo die beiden 1907 heiraten. Er übersetzt weiterhin aus dem Englischen und Französischen, schreibt zwei Romane und ein Theaterstück. Greve hat ständig mit Schulden zu kämpfen, verkauft seine Übersetzung von Jonathan Swifts Prosaschriften gleichzeitig an zwei Verlage, täuscht 1909 seinen Selbstmord vor und verlässt Europa an Bord der SS Megantic.

Greve reist nach Montreal, Toronto und New York und nimmt unter dem Namen Frederick Philip Grove eine neue Identität an. Else folgt im Jahr darauf in die USA und die beiden leben bis zu ihrer Trennung im Jahr 1911 auf einer Farm in Kentucky. Else geht nach New York und wird einige Jahre später unter dem Namen Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven als dadaistische Künstlerin bekannt.

Grove geht 1912 in die kanadische Provinz Manitoba und arbeitet als Lehrer auf dem Land. 1914 heiratet er seine Kollegin Catherine Wiens und 1921 wird er kanadischer Staatsbürger. Ab 1922 erscheinen seine in englischer Sprache geschriebenen Werke, die ihn spätestens ab 1928 landesweit bekannt machen. In semi-autographischen Werken verbreitet Grove die Legende, dass er einer britisch-schwedischen Familie entstammt.

Erst 1973 deckt ein kanadischer Literaturwissenschaftler auf, dass es sich bei Frederick Philip Grove um Felix Paul Greve handelt. Heute gelten seine realistischen Prärieromane als Klassiker der kanadischen Literatur und sind auch ein Vorbild für meine Auswanderer-Romane "Hoffnung ist ein weites Feld" und "Man erntet, was man sät".