Dienstag, 30. Juli 2013

Mutterschutz in den USA

In den USA gibt es keinen Mutterschutzurlaub wie er in den meisten anderen industrialisierten Ländern üblich ist. Nur wer für ein Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern (in einem Radius von 75 Meilen) seit mindestens einem Jahr tätig ist und dort in den letzten zwölf Monaten mindestens 1.250 Stunden gearbeitet hat, kann auf der Grundlage des Family Medical Leave Act (FMLA) bis zu drei Monate frei nehmen, ohne fürchten zu müssen, die Arbeit zu verlieren.

Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, während dieser Zeit Lohn oder Gehalt weiter zu zahlen. Er muss lediglich die Krankenversicherung und andere Zusatzleistungen (benefits) weiterführen und den Arbeitsplatz bereit halten.

Family Medical Leave kann genommen werden, wenn man selbst ernsthaft krank ist, Eltern, Ehepartner oder Kind aufgrund einer ernsthaften Erkrankung pflegen muss bzw. wenn man ein Kind bekommt oder adoptiert.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Small Talk und Awkward Silence

In der aktuellen Ausgabe meines Buches "Alltag in Amerika. Leben und Arbeiten in den USA" gibt es ein Kapitel zum Thema "Zwischenmenschliche Beziehungen", in dem das freundliche Auftreten der Amerikaner, das Deutsche oft als Oberflächlichkeit bezeichnen, ausführlich betrachtet wird. Hier ist ein kurzer Auszug:

"Amerikaner sind Meister im small talk, d. h. sie können sich aus dem Stehgreif heraus minutenlang über relativ neutrale Themen wie Sport, Wetter oder Straßenverkehr austauschen. Sinn des Ganzen ist natürlich nicht die Vermittlung von tiefgründigen Informationen oder Ansichten, sondern der Aufbau einer freundlichen Atmosphäre zwischen den Gesprächspartnern.

Ganz gleich, ob Sie jemanden geschäftlich treffen, kurz mit dem Nachbarn reden oder sich zu einem date verabredet haben, sollten Sie das Gespräch mit möglichst neutralen bzw. unterhaltsamen Themen beginnen. Amerikaner nutzen gerne Humor, um das Eis zu brechen. Über ernsthafte Themen, z. B. Politik, sollten Sie nur mit Ihren close friends reden.

Noch ein Tipp in diesem Zusammenhang: Die meisten Amerikaner mögen es nicht, wenn in einem Gespräch eine längere Pause entsteht. Diese von ihnen als unangenehme Stille (awkward silence) empfundenen Momente gilt es so gut wie möglich zu vermeiden bzw. zu überbrücken, zur Not eben mit small talk."

In diesem Kapitel in "Alltag in Amerika" gibt es umfangreiche Tipps für den Umgang mit Fremden, Nachbarn, Kollegen und Vorgesetzten, Freunden und Bekannten sowie Tipps zum Leute kennenlernen, Dating, Verlobung und Hochzeit.