Sonntag, 22. September 2013

Blog-Eintrag Nr. 1000: Leser-Interview

Zum 1000. Eintrag auf diesem Blog hatte ich alle Leser auf Facebook dazu eingeladen, Fragen an mich zu stellen, um daraus ein Leser-Interview zu basteln. Hier ist das Ergebnis:

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wie auf die Idee mit den Auswanderer-Krimis?

Seit Ende der 90er Jahre hatte ich eine Website betrieben, auf der ich Bücher über die USA vorstellte. Dabei fiel mir auf, dass es keinen umfassenden Ratgeber gab, der Neuankömmlingen half, in den USA Fuß zu fassen. Deshalb schrieb ich Alltag in Amerika. Mittlerweile gibt es davon bereits die vierte aktualisierte und erweiterte Auflage. Immobilien in den USA entstand auf Anregung des Verlages, ebenso wie der Fettnäpfchenführer USA. Der Auswanderer-Krimi Hoffnung ist ein weites Feld war wieder meine Idee. Wie es dazu im Einzelnen kam, könnt ihr hier erfahren: Warum schreibe ich über deutsche Siedler in der Prärie?

Vermisst Du etwas aus Deutschland, und wenn ja, was?

Ich vermisse Lesungen von deutschen Autoren, deutsches Theater und Kino, Milchschnitten, hohes C und die Deutsche Bahn.

Was ist das Beste an Deutschland im Gegensatz zu den USA und umgekehrt?

In Deutschland: das Sozial- und Gesundheitssystem. In den USA: Alter ist Amerika kaum ein Thema, weder bei der persönlichen Lebenseinstellung der Leute noch auf dem Arbeitsmarkt. Der Umgang der Generationen miteinander ist auch viel lockerer.

Mich würde interessieren, wie Du mit dem Thema Heimweh zurecht kommst. Wird es mit der Zeit besser? Wie oft Du Deutschland noch besuchst und ob Du für immer in den USA bleiben wirst...

Heimweh habe ich seit meinem dritten Jahr in den USA keines mehr. Das verschwindet in dem Moment, wo man die USA als sein Zuhause akzeptiert. Ich besuche Deutschland einmal im Jahr. Ob ich für immer in den USA bleiben werde, weiß ich nicht. Ich habe Deutschland auch sehr gern.

Wo in den USA würdest Du leben wollen, wenn Du nicht mehr an die Arbeit gebunden wärst und Geld keine Rolle spielen würde?

Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich zwei Wohnorte haben: Chicago und Berlin.

Dein Rat an die, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, in die USA auszuwandern?

Gut vorbereiten, insbesondere finanziell. Die USA so akzeptieren, wie sie sind. Ihr werdet das Land nicht ändern.

Konntest Du perfekt oder zumindest gut englisch, als Du ausgewandert bist und für wie erforderlich hältst die Sprachkenntnisse für einen guten Start in den USA?

Ich hatte anfangs keine guten Englischkenntnisse und habe dementsprechend nur schlecht bezahlte Jobs bekommen. Gute Sprachkenntnisse sind unbedingt erforderlich, wenn man beruflich und finanziell gut zurecht kommen will.

Wenn das mit der Greencard einfach nicht klappen will ...gibt es noch andere Möglichkeiten unter 500.000 Dollar?

Ja, es gibt noch andere Möglichkeiten als das angesprochene Investorenvisum, z.B. Heirat mit einem amerikanischen Staatsbürger, eine berufliche Tätigkeit in den USA oder der Dienst in den amerikanischen Streitkräften. In Alltag in Amerika beschreibe ich die verschiedenen Möglichkeiten der Einwanderung.

Nach so vielen Jahren jetzt in den USA: Fühlst Du Dich als Deutscher oder als Amerikaner?

Ich fühle mich als deutscher Amerikaner, in etwa so wie die Figuren in meinen Auswanderer-Krimis.

Kai, hast Du es jemals bereut, in die USA gegangen zu sein?

Nein, ich glaube, die Auswanderung hat mein Leben ungemein bereichert. Ich fühle mich in zwei Kulturen und zwei Sprachen zuhause.

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