Sonntag, 21. Oktober 2012

Müller Joghurt jetzt auch in den USA erhältlich

Heute fiel mir im Kühlregal meines Supermarktes hier in Michigan eine altbekannte Marke ins Auge: Müller. Da standen doch tatsächlich die Becher mit der Knickecke. Das Etikett gab Auskunft, dass die Joghurts in Deutschland hergestellt wurden und in den USA von einer Firma namens Müller Quaker Dairy LLC vertrieben werden. Das sah also ganz nach einem Joint Venture von Müller und der amerikanischen Lebensmittelmarke Quaker aus.

In der Online-Ausgabe der New York Times habe ich dann einen Artikel zu diesem Thema gefunden. Die Marke Quaker gehört dem Pepsi-Konzern und der will jetzt in Richtung Milchprodukte expandieren. Deshalb die Zusammenarbeit mit Müller.

Der Joghurt Marke Müller kommt vorerst aus Deutschland. Allerdings wird im Bundesstaat New York gerade eine Produktionsanlage gebaut, die dann wohl die Herstellung für den amerikanischen Markt übernehmen wird.

Dieses Video erklärt den Amerikanern, wie das mit der Knickecke funktioniert:

 

Ich freue mich jedenfalls, dass es Müller-Joghurt jetzt auch hier in den USA gibt.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Milchkonsum in den USA geht zurück

Im letzten Jahr hat der Milchkonsum in den USA den tiefsten Stand in beinahe 30 Jahren erreicht. Amerikaner tranken 2011 durchschnittlich 76 Liter Milch.

Damit liegt Milch hinter Brause- und Colagetränken (169 Liter), Trinkwasser in Flaschen (107 Liter) und Bier (79 Liter). (Quelle)

In Deutschland ist der Unterschied zwischen Bier- und Milchkonsum noch deutlicher: Deutsche tranken 107 Liter Bier (Quelle) und 66 Liter Milch (Quelle).

Montag, 1. Oktober 2012

Wo die Prohibition noch lebt: Dry Counties in den USA

Am 5. Dezember 1933 wurde das landesweite Alkoholverbot in den USA, die Prohibition, durch den 21. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten aufgehoben. Die Gesetzgebung zum Alkoholkonsum wurde damit an die einzelnen Bundesstaaten zurückgegeben. Mississippi schaffte als letzter Bundesstaat 1966 die vollständige Prohibition ab, aber in einzelnen Städten und Landkreisen (engl. counties) ist sie bis heute in Kraft. Diese dry towns bzw. dry counties befinden sich hauptsächlich im Süden der USA und sind in dieser Karte rot eingezeichnet:

Innerhalb der "trockenen" Landkreise gelten ganz unterschiedliche Regelungen. Wikipedia schreibt dazu:

So sind in Alabama 26 von 67 Counties Dry Counties. In 16 Städten innerhalb dieser Counties ist der Verkauf von Alkohol innerhalb der Stadtgrenzen jedoch gestattet. Privatpersonen dürfen bis zu einer Kiste Bier und 3 Flaschen Alkohol transportieren. In Texas sind von 254 Counties 44 Dry Counties und 169 „teilweise dry“-Counties. In manchen dieser 169 Counties ist der Verkauf von Bier bis 4 % Alkohol erlaubt, in anderen dürfen Getränke mit bis zu 14 % Alkohol (d. h. keine Spirituosen) verkauft werden. In den meisten Counties hingegen ist zumindest in privaten Clubs der Alkoholausschank erlaubt.

In Kentucky gibt es 120 Counties. Hiervon sind 90 Dry Counties, von denen 36 nur Einschränkungen haben. So dürfen beispielsweise Restaurants Alkohol zum Essen ausschenken, solange der Preis für die konsumierten Alkoholika unter 70 % des Preises für die konsumierten Speisen bleibt. In manchen Countys dürfen Weingüter mit einer sogenannten Small farm winery license kleine Verkaufsstellen einrichten, von denen einige auch Bier verkaufen dürfen

Auch der Transport von alkoholischen Getränken ist nicht einheitlich geregelt. So darf in manchen Counties gewerblich Alkohol durch das County transportiert werden, in anderen nur in verschlossenen Containern oder überhaupt nicht.

In der Stadt Lynchburg in Tennessee wird zwar die Whiskey-Marke Jack Daniels produziert, trotzdem ist die Stadt selbst eine dry town. Am Hauptsitz des Unternehmens, an dem Touristenführungen stattfinden, darf aufgrund einer eigens vom Senat erteilten Erlaubnis Whiskey verkauft werden.