Donnerstag, 13. Januar 2011

Comeback für kleine Buchläden in den USA?

In den letzten 20 Jahren haben die Riesenfilialen von Borders und Barnes & Noble kleinen Buchläden die Existenzgrundlage entzogen. Als ich Ende der Neunziger Jahre bei Borders arbeitete, gab es in dem Laden 200.000 verschiedene Bücher. Da hat das Stöbern Spaß gemacht und die kleinen Läden konnten leider nicht mithalten.

Doch dann übernahmen Leute die Leitung des Unternehmens, die vom Buchhandel keine Ahnung hatten und für die es keinen Unterschied zwischen einem Buch und jeder beliebigen anderen Ware gab. Jetzt wurde nur noch auf Bestseller gesetzt und zudem jede Menge Krimskram (Spielzeug, Schreibwaren, usw.) angeboten.

Mit dieser Reduzierung des Buchangebotes grub man sich dann jedoch selbst das Wasser ab, denn bei Amazon.com gab es diese Bestseller viel preiswerter. (In den USA gibt es keine Buchpreisbindung und Amazon.com eroberte mit Preisnachlässen bis zu 40 Prozent den Markt.) Warum sollte dann noch jemand in einen Laden gehen, wo es nichts mehr zu entdecken gab und das vorhandene Warenangebot teurer als beim Online-Konkurrenten war?

Nun steht Borders vor der Pleite und es würde mich nicht wundern, wenn Barnes & Noble das gleiche Schicksal ereilt. Vielleicht werden ja, wenn diese Giganten verschwunden sind, wieder kleine, interessante Buchläden aufmachen? Oder ist es dafür im Zeitalter der eBooks zu spät?

1 Kommentar:

  1. Ich sehe hier vor allem ein starkes Interesse an 'gelesenen' Buechern. Immer wenn ich mal bei einem "Half Price Books" vorbei gehe ist dort ein Menge an Leute im Laden. Bei Barnes & Nobles sehe ich meistens mehr Leute im angeschlossenen Starbucks.

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