Freitag, 29. August 2008

Immobilien: Kaufen oder mieten?

Wer nicht mindestens 20 Prozent des Immobilienpreises als down payment aufbringen kann und zudem ausreichend Ersparnisse hat, um bei Verlust des Arbeitsplatzes die monatlichen Ratenzahlungen weiterhin aufzubringen, sollte kein Haus bzw. keine Eigentumswohnung kaufen. Denkt immer daran: Solange man die Immobilie nicht vollständig abgezahlt hat und man aus irgendeinem Grund die monatlichen Ratenzahlungen nicht aufbringen kann, besteht immer die Gefahr, Haus oder Wohnung wieder zu verlieren, im schlimmsten Fall durch Zwangsvollstreckung (foreclosure), so wie es jetzt Hunderttausenden Familien in den USA passiert.

Wer zum ersten Mal ein Haus in den USA kaufen will, macht oft den Fehler, monatliche Miet- und Kreditzahlungen direkt zu vergleichen. Wer z.B. $900 Miete zahlt, glaubt, dass er sich daher auch vergleichbare monatliche Kreditzahlungen ohne Probleme leisten kann.

Diese sind jedoch nur ein Teil der Kosten, die in Wirklichkeit gut 40 Prozent höher sind, denn zu den Ratenzahlungen kommen noch die Grundsteuer (property tax), die in der Regel mehrere Tausend Dollar pro Jahr beträgt, die homeowner's insurance sowie die private mortgage insurance (falls das down payment weniger als 20 Prozent beträgt).

Dazu kommen noch Ausgaben für Reparaturen und Grundstückspflege sowie wahrscheinlich höhere Kosten für Heizung, Strom und Wasser. Bei Eigentumswohnungen kommen auch noch die Gebühren für die home owner association hinzu. Diese zusätzlichen Kosten werden durch Steuervergünstigungen (ein Teil der Zinsen ist tax-deductible) nicht annähernd wettgemacht. Von den zahlreichen closing costs einmal ganz abgesehen.

Das heißt jedoch nicht, dass es durchweg eine schlechte Idee ist, ein Haus in Amerika zu kaufen. Wichtig ist, dass man etwas kauft, das man sich bequem leisten kann und das notfalls auch leicht wieder verkauft werden kann. Eine hohe Anzahlung verringert die monatlichen Raten und spart langfristig eine Menge Geld, da man weniger Zinsen zahlt.

Kommentare:

  1. Man braucht keine 20% Downpayment aufzubringen, das ist quatsch. Man kann sich genausogut ein Haus kaufen ohne Downpayment ohne das die monatlichen Raten ins Unendliche ansteigen. Das ist einfach nur eine Rechensache. Ausserdem bieten vielen Gemeinden zinslose Kredite und Zuschuesse an, gerade fuer Leute ohne Downpayment. Und das ist nicht fuer Leute mit geringem Einkommen gedacht. Ausserdem kann man die Property Tax in die monatliche Abzahlungssumme einarbeiten, diese wird am Faelligkeitsdatum automatisch vom Mortgage Lender an die Stadtverwaltung ueberwiesen. man braucht sichalso nicht das ganze Jahr zu schinden um das Geld zusammen zu kratzen. Denn da genau liegt der Haken bei den meisten Leuten, sie waehlen die Variante des selbstzahlens, legen das geld nicht beiseite sondern geben es lieber fuer anderen Kram aus und schauen dann dumm in die Roehe bei Faelligkeit und gelangen so in Verzug. Desweiteren sollte man sich weder Haus noch Condo kaufen wenn man nicht in der Lage ist die Raten mit einem Gehalt bezahlen zu koennen. Soll nicht heissen dass man sich erst gar kein Haus kaufen soll, nur gut ueberlegen und auf dem Teppich bleiben mit den Vorstellungen. Aber die meisten Leute kriegen ja den Hals nicht voll und muessen obendrein noch angeben. man kann auch mit weniger Haus einen guten Eindruck machen und sich nebenbei noch andere Dinge leisten.:)

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  2. Wir haben vor 10 Jahren ein Haus gekauft, in Boise, das ist jetzt genau das doppelte Wert, bei einer Monatsbelastung von rund 1100$ (Wofür man auch keine vergleichbare Mietwohnung bekommt.

    Ich kann einen Kauf nur empfehlen, besonders jetzt wo die Preise wieder purzeln! Aber es kommt auch auf die Stadt an! :)

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  3. Stimmt, wer jetzt kaufen will, kann so manches Schnaeppechen finden. Allerdings sollte man nur kaufen, wenn man die Immobilie einige Jahre behalten will, bis sich der Markt wieder erholt hat und man gewinnbringend verkaufen kann. Hier in Michigan kann man jetzt tolle Haeuser zu unglaublichen Preisen bekommen, aber bei einem Verkauf macht zurzeit fast jeder Verlust und viele Leute werden ihre Immobilien ueberhaupt nicht los.

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