Dienstag, 27. November 2007

Schockkampagne soll Auswanderer bremsen

Das Handelsblatt berichtet:
Die Europäische Union und die Schweiz haben in afrikanischen Ländern eine Abschreckungskampagne im Fernsehen, im Radio und auf Plakaten gestartet mit dem Ziel, die Bewohner dieser Länder vom Auswandern Richtung Europa abzuhalten.

Wie ein Sprecher des Migrationsamtes in Bern dem Handelsblatt bestätigte, ist dazu unter der Regie und auf Anregung des Schweizer Bundesamts für Migration in den vergangenen Monaten ein Werbefilm produziert worden, der derzeit in Kamerun und Nigeria ausgestrahlt wird und möglicherweise demnächst auch im Kongo zu sehen sein wird.

Seine unmissverständlich Botschaft an die Zuschauer lautet: Bleibt zu Hause, denn Europa ist nicht der Kontinent, wo Milch und Honig fließen.

Was für eine Schnappsidee! Die Darstellung der Bundesrepublik im DDR-Fernsehen (Obdachlosigkeit, Arbeitslose, Drogentote) hat damals niemanden davon abgehalten, die Ausreise zu beantragen. Genauso wird es auch mit diesem "Werbefilm" gehen.

Kommentare:

  1. Ich gebe dir absolut Recht, dass es nicht viel bringt. Nur der Vergleich mit der DDR finde ich passt nicht ganz, da die Verhältnisse nicht stimmen. Tektonische Verschiebungen haben zwar die Kontinente auseinander driften lassen aber die afrikanischen Länder sind ansonsten politisch nicht von Europa getrennt worden.

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  2. Ja, der Vergleich hinkt wahrscheinlich, aber wie meinst du das genau?

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  3. Well, die DDR, und damit die Bevölkerung, hat man zwangsweise von der Aussenwelt abgeschnitten. Berichten zufolge wurden dabei sogar Familien getrennt. Nach dem Krieg und jenseits vom Zaun zu sehen wie sich das "andere" Deutschland entwickelt macht(e) neidisch. Menschen aus der DDR wollten denke ich ausschliesslich "auf die andere Seite", in die BRD.

    Die Situation in den afrikanischen Länder ist eine komplett andere Geschichte. Die Mehrheit hat schlichtweg keine Ausbildung, keine Arbeit, keine Perspektiven. Der Gedanke, dass es überall anders besser ist vereinigt die Vergleiche und genau da hast du absolut Recht, den da helfen die Filme kaum.

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  4. Jeder, der durch einen solchen Film das europäische Asylrecht nicht missbraucht, rechtfertigt einen solchen Film.

    Das grosse Problem ist doch, dass man nach Europa nicht einwandern kann, es sei denn, man ist ein Spezialist.

    Daneben gibt es zwei Möglichkeiten: Familiennachzug und Asylverfahren, häufig auch kombiniert. Und beides wird entsprechend missbraucht von Leuten, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen. Da sollte man, wenn schon, denn schon, einen Riegel schieben, sprich das schon längst nicht mehr notwendige Asylverfahren begraben, zusammen mit der ganzen staatlich finanzieren Gutmenschenindustrie, und stattdessen Einwanderungsmöglichkeiten aus wirtschaftlichen Gründen schaffen. Heute zieht man Leute an, die man nicht möchte, sprich jene, die kriminell und verschlagen genug sind, sich durch ein Asylverfahren oder einen Familiennachzug zu schummeln. In Zukunft könnte man die Leute anziehen, die man möchte, nämlich leistungsbereite Einwanderer.

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