Dienstag, 24. Oktober 2006

Keine Rauschgefahr durch Hanfsamen

Heute morgen ist mir der Müsli-Karton einer Kollegin aufgefallen, und zwar war das ein Müsli mit Hanfsamen und damit sich niemand über deren Wirkung beunruhigt oder die Polizei ruft, werden die Konsumenten auf der Rückseite des Kartons ausführlich aufgeklärt, dass Hanfsamen ein wertvolles und harmloses Lebensmittel und keine Einstiegsdroge sind.

Freitag, 20. Oktober 2006

Bin gerade nicht da ... Kommt mal im Spirituosenladen gucken

Dieses Schild haben wir diesen Sommer auf Hawaii in einem Hausgeräteladen hängen sehen:


Der Besitzer war wohl gerade dabei, seinen Kummer über das schlecht gehende Geschäft zu betäuben. :)

Donnerstag, 19. Oktober 2006

YouTube-Gründer wurde in der DDR geboren

So schnell kann man mit einer guten Idee reich werden: Letzte Woche wurde die Internet-Firma YouTube für 1,6 Milliarden Dollar von Google gekauft. Beeindruckend, denn YouTube wurde erst im April letzten Jahres von drei jungen Männern in Kalifornien gegründet. Einer von ihnen stammt aus der DDR, aus dem Luftkurort Merseburg. Die faszinierende Geschichte dieser erfolgreichen Auswanderung hat Die Zeit.

Interessant fand ich besonders diese Passage, in der seine Mutter Parallelen zwischen der DDR und den USA beschreibt:

»Hier in den USA ist vieles wie in der DDR«, sagt sie, »so seltsam es klingen mag.« Aufgefallen sei ihr »eine bestimmte Art von Solidarität im Bekanntenkreis, man hilft sich gegenseitig im Alltag«. Die Berufstätigkeit von Frauen war plötzlich wieder, wie damals im Osten, der Normalfall. »Und sogar dieses dauernde Fahnenschwenken der Amerikaner erinnert mich oft an die DDR.«

Mittwoch, 18. Oktober 2006

Wie man sich eine Credit History aufbaut

Wer keine gute Credit History nachweisen kann, bekommt in den USA nicht ohne weiteres oder nur zu hohen Zinsen einen Kredit beim Auto- oder Hauskauf. Noch schlimmer ist es, wenn man überhaupt keine amerikanische Kreditvergangenheit hat. Das ist für die meisten Neuankömmlinge in den USA ein Problem, das mit der Henne und dem Ei vergleichbar ist: Ohne Kredite keine Kreditvergangenheit und ohne Kreditvergangenheit keine Kredite. Wie man sich trotzdem zielstrebig und schnell eine gute Credit History aufbauen kann, erfahrt ihr hier.

Dienstag, 17. Oktober 2006

Wahlkampf im Vorgarten

Wenn in den USA Wahlen anstehen, dann stellen viele Amerikaner in ihren Vorgärten Schilder (engl. "yard signs") mit den Namen der Kandidaten auf, die sie unterstützen.

Neben Personen stehen bei Wahlen in den USA aber in der Regel auch noch mehrere Themen zur Volksabstimmung auf dem Stimmzettel. Da geht es um lokale Fragen, wie die Erhöhung der Grundstücksteuern zur Finanzierung der öffentlichen Schulen bis zu Regelungen, die den gesamten Bundesstaat betreffen. Manche Themen sind wenig umstritten, andere dagegen sehr heftig. Bei letzteren kommen dann wieder die Yard Signs ins Spiel, die entweder zur Unterstützung oder zur Ablehnung eines bestimmten Gesetzesvorschlags (engl. "proposal") aufrufen.

Dieses Foto zeigt rechts ein Yard Sign, dass zur Ablehnung von Proposal 2 aufruft, das die Abschaffung von Affirmative Action in Michigan zum Ziel hat. Affirmative Action ist die Bevorzugung von Minderheiten bei der Zulassung zum Studium an staatlichen Unis als Ausgleich für historische Benachteiligung, die sich z. T. noch immer in einer schlechteren Schulausbildung und schwierigeren Lebensumständen in ärmeren Wohngebieten niederschlägt. Dieses Thema ist seit Jahren extrem umstritten und ist auch schon durch alle gerichtlichen Instanzen gegangen, nachdem ein paar abgelehnte weiße Bewerber die University of Michigan verklagt hatten, da sie sich nun ihrerseits benachteiligt fühlten. Die Uni hat vor Gericht im Großen und Ganzen aber Recht bekommen, daher nun der Versuch auf dem Wege einer Volksabstimmung ein Gesetz gegen Affirmative Action herbei zu führen. Man darf gespannt sein, denn das Ergebnis dieser Abstimmung dürfte knapp ausfallen.

Das Schild links daneben, das zur Amtsenthebung (engl. "impeachment") des Präsidenten aufruft, hat mit den Wahlen in drei Wochen nicht direkt zu tun, da das Präsidentenamt dieses Jahr nicht zur Wahl steht, sondern erst in zwei Jahren neu besetzt wird. Deshalb werden diese Wahlen in der Mitte der vierjährigen Amtszeit des Präsidenten auch "mid-term elections" genannt. Jedoch werden die Abgeordneten des Repräsentantenhauses und ein Drittel der Senatoren neu gewählt und daher könnte in diesen Wahlen das Machtverhältnis im Kongress zugunsten der Demokraten umschlagen, was die Handlungsfähigkeit des republikanischen Präsidenten in den nächsten zwei Jahren stark einschränken würde.

Als ich 1994 gerade mal zwei Monate in den USA gelebt hatte, gelang den Republikanern ein solches Kunststück und die Reformpläne von Bill Clinton, wie z. B. die Einführung einer Krankenversicherung für alle Amerikaner, waren damit auf Eis gelegt. Viele rechnen damit, dass den Demokraten in drei Wochen nun eine ähnliche erdrutschartige Machtverschiebung gelingen wird und die Republikaner die Quittung für den Irak-Krieg und die relativ schlechte Wirtschaftslage bekommen werden.

Montag, 16. Oktober 2006

46 Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung

Das sind rund 16 Prozent der Bevölkerung. Zwar wird im Ernstfall niemand in der Notaufnahme abgewiesen, jedoch sind Menschen ohne Krankenversicherung in der Vorsorge stark benachteiligt und gehen im Krankheitsfall oft viel zu spät zum Arzt.

Ich kann mich noch gut an meine ersten Jahre in den USA erinnern: Ich hatte damals auch keine Versicherung und mir fiel eine Krone aus und ich hatte nicht genug Geld für eine vernünftige Zahnbehandlung. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man dem Arzt sagen muss, dass man sich die Behandlung oder die Medikamente nicht leisten kann und man dann nur notdürftig versorgt wird. Ziemlich erniedrigend. Dass nicht jeder Mensch in den USA eine Krankenversicherung hat, ist einfach unakzeptabel.

Mehr zum Thema soziale Absicherung in den USA gibt es hier.

Samstag, 14. Oktober 2006

Themenvorschau für die nächsten Wochen

In drei Wochen wird hier in den USA gewählt und dieses werden nun die ersten Wahlen sein, an denen ich als frischgebackener Amerikaner teilnehmen kann. Davon möchte ich euch, liebe Blogleser, berichten. Besonderheiten und Kuriositäten werden dabei nicht zu kurz kommen.

Der zweite Themenschwerpunkt wird eine ganze Reihe von Geldspartipps sein. Das wird von kleinen Beträgen beim Lebensmittelkauf bis zu zehntausenden gesparten Dollar bei der Hausfinanzierung reichen.

Dazwischen wird es natürlich viele kleine Dinge zu berichten geben, die mir im USA-Alltag auffallen. Also schaut öfters mal vorbei und habt viel Spaß beim Lesen!

Freitag, 13. Oktober 2006

Im Norden von Michigan hat es richtig geschneit

Hier in der Umgebung von Detroit hat es ja gestern die ersten Schneeflocken gegeben, aber im Norden von Michigan herrscht schon vorweihnachtliches Wetter. Ich habe mal bei Flickr nach Fotos geschaut und u. a. dieses Bild, das gestern in Houghton aufgenommen wurde, gefunden:

Donnerstag, 12. Oktober 2006

Mitte Oktober und es schneit!

Heute morgen hat es hier im Großraum Detroit die ersten Schneeflocken gegeben. Dieses Foto vom Fleetwood Diner in Ann Arbor habe ich schnell auf dem Weg zur Arbeit gemacht:Die paar Flocken sind nur ein leichter Vorgeschmack auf das, was hier in den nächsten Wochen und Monaten noch vom Himmel kommen wird. Eigentlich ist das Klima in Michigan dem im deutschen Flachland sehr ähnlich, jedoch ist es ein wenig kälter im Winter und es gibt viel mehr Schnee. 'Lake effect snow" ist ein Begriff, der hier im Wetterbericht im wieder fällt, d. h. die kalten Winde, die über die wärmeren Großen Seen streifen, greifen den Wasserdampf vom Verdunsten auf, lassen ihn gefrieren und lagern ihn dann vor allem in Michigan und in New York State als Schnee ab.

Donnerstag, 5. Oktober 2006

Cool Song von Minor Planets

Musik ist natürlich Geschmackssache, aber hört euch mal den Song "Smokestack" von Minor Planets aus Michigan an. Wenn das kein Ohrwurm ist!