Dienstag, 20. Dezember 2005

Warum steht auf den neuen Briefmarken kein Geldbetrag?

Das Porto für einfache Briefe innerhalb der USA wird am 8. Januar um 2 Cent auf 39 Cent angehoben. Neue 39-Cent-Briefmarken gibt es schon jetzt im Handel, allerdings steht der Geldbetrag nicht auf der Briefmarke, sondern nur "First-Class".

Warum ist das so? Wer schon länger in den USA lebt, wird sicher festgestellt haben, dass jedes Mal, wenn das Porto angehoben wird, zuerst eine Briefmarke ohne aufgedruckten Geldbetrag, eine so genannte "nondenominated stamp", herausgegeben wird. Das liegt daran, dass die amerikanische Post schon mit dem Drucken dieser Briefmarken beginnt, wenn noch gar nicht genau feststeht, auf welchen Betrag das Porto angehoben wird. Eine Preiserhöhung muss nämlich von der Post beantragt und von einer Regierungskommission, der Postal Rate Commission, geprüft und genehmigt werden. Wie lange die Antragsbearbeitung dauert, lässt sich nie voraussagen. Sobald die Genehmigung schließlich vorliegt, will die Post die neuen Preise dann so schnell wie möglich einführen. Um darauf vorbereitet zu sein, druckt man die Millionen Briefmarken, die zu diesem Zeitpunkt schnell benötigt werden, schon im Voraus. In der Vergangenheit stand statt des neuen Preises übrigens oft ein Buchstabe auf der Briefmarke.

Einige interessante Statistiken, die veranschaulichen, warum die Briefmarken im Voraus gedruckt werden müssen: Die amerikanische Post befördert jährlich 212 Milliarden Briefe, Werbesendungen, Zeitungen, Zeitschriften und Pakete und stellt diese an 144 Millionen Adressen zu. 7,5 Millionen Kunden besuchen die 37.000 amerikanischen Postämter pro Tag. Der Umsatz der amerikanischen Post beträgt 69 Milliarden Dollar pro Jahr.

Wer noch 37-Cent-Briefmarken hat, kann einfach eine 2-Cent-Briefmarke dazu kleben. Zu diesem Zweck wurde eine Briefmarke aus dem Jahr 2004, die Schmuck der Navajo zeigt, neu aufgelegt.

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